Schönebeck l Ein Garant für den damaligen Aufstieg war unter anderem der damalige Neuzugang Nico Just, den es aus der Schönebecker Jugendmannschaft über Zerbst und seinem Heimatverein in Halberstadt wieder an die Elbe zog. Mit dem Wissen, dass Rot-Grün nach dem Aufstieg wieder Bundesligaduelle bestreiten wird, konnte Mannschaftsleiter Guido Müller den nächsten Fang machen. Dazu wilderte Müller in der eigenen Familie, so dass Andreas Hagemeyer bei der Schönebecker Union unterzeichnete. Nach wochenlanger Vorbereitung stand der Kader der ersten Männermannschaft bestehend aus Andreas Hagemeyer, Dustin Busse, Guido Müller, Lars Schneidereit, Matthias Janke, Michael Hagemeyer und Thomas Große fest.

Zusammenhalt als Schlüssel

Vor allem „der Neue“ überzeugte in der Bundesliga. „Vom Ergebnis her war natürlich Andreas Hagemeyer Spieler der Saison“, sagte Müller. Der Unioner sicherte sich den zweithöchsten Auswärtsschnitt der Liga. „Allerdings denke ich, dass der Zusammenhalt aller mehr wiegt und das unser Faustpfand für die kommenden Jahre ist“, lobte der Teamleiter die gesamte Mannschaft.

Beim Saisonauftakt gegen Senftenberg konnten die Elbestädter das erste Punktspiel vor den Augen zahlreicher Zuschauer, unter denen sich auch der Oberbürgermeister der Stadt Schönebeck Bert Knoblauch befand, für sich entscheiden. Gerade die Heimspiele sollten in der Saison etwas ganz Besonderes werden, denn die Männer starteten stets mit dem Einlaufen der Teams. Inspiriert von anderen Sportarten wie Handball ist es auch bei den Männern seitdem üblich, die Spieler namentlich vorzustellen, während sie den Weg durch die Nebelwand hin zur Bahn bestreiten.

Damit wollen die Unioner zeigen, was im Kegelsport möglich ist. Weg vom Klischee „eine ruhige Kugel bei ein paar Bier schieben“ hin zum professionellen Sport, bei dem Alkohol- und Rauchverbot und die Anti-Doping-Erklärung seit Jahren zum Alltag gehören. Professionelles Auftreten verbunden mit Spaß, toller Atmosphäre mit lautstarken Schlachtrufen und einem starken Vereinsleben, das machte Union in dieser Saison aus.

Nur zwei Pleiten auf heimischer Bahn

Und genau dieses Konzept sollte sich positiv bemerkbar machen. So mussten die Elbestädter nur zwei Niederlagen auf der eigenen Anlage hinnehmen – so wenig wie noch nie in einer Bundesligasaison. Doch nicht nur die Heimbilanz konnte sich sehen lassen, denn auch in der Ferne war die Truppe um Guido Müller gefährlich. Mit drei Siegen und 29,5 Mannschaftspunkten stellte Schönebeck das drittbeste Auswärtsteam der Liga.

So schien es wenig verwunderlich, dass den rot-grünen Keglern etwas Historisches gelang: Mit dem Auswärtssieg bei der SG Union Sandersdorf sicherte sich Schönebeck bereits am 16. von 18 Spieltagen den in dieser Liga für sie noch nie zuvor erreichten vorzeitigen Klassenerhalt. Auf Rang sechs beendete Union 1861 Schönebeck schließlich die Spielserie und steht damit mit beiden Beinen fest in der Bundesliga für die Saison 2019/2020. Doch erstmal steht die Sommerpause an, die sich die Unioner nach knapp 30 Pflichtspielen in sieben Monaten auch verdient haben.