Calbe l Schnee in der Nacht vor dem Wettkampf – das gab es bei den Calbenser Trialern bisher noch nie. Doch die Radsportler sind von sich aus genügsam und so wurde am Sonnabend beim ersten Lauf zur diesjährigen Ostdeutschen Meisterschaft (ODM) das Beste aus den Wetterunbilden gemacht. Die Sportler machten sich ordentlich warm, die mitgereisten Eltern kochten fleißig Heißgetränke und die ehrenamtlichen Punktrichter zogen eine Jacke mehr an.

Anstrengungen haben sich gelohnt

„Das war natürlich unangenehm, aber Trialer sind Härte gewöhnt“, schätzte FTC-Vorsitzender Jörg Treue ein und erinnerte sich an so manche Schlammschlacht im Erzgebirge oder heiße Tage in Brandenburg. Als Goldgriff erwiesen sich übrigens die im Vorfeld im Trockenen abgesteckten Sektionen. „Sie haben sich auch bei diesem Wetter bewährt“, betonte Treue, der insgesamt ein positives Fazit zieht. „Die Anstrengungen haben sich wieder gelohnt.“

Einzig die geringe Anzahl an Startern machte ihm Sorge: „Einige Klassen waren nur sehr sparsam besetzt – zum Beispiel Elite und Junioren. Das ist schade.“ So sind die beiden höchsten Leistungsklassen bei den Zuschauern stets besonders beliebt, erleben sie wahre Koordinationskünstler auf den teils meterhohen Hindernissen. In anderen Spuren, zum Beispiel den Experten, war das Fahrerfeld größer und die Ergebnisse spannend. So entschied zwischen Magnus Schröder und Ben Roder bei gleichen Strafpunkten (6) am Ende die Zahl der fehlerfreien Sektionen. Bei den Experten starteten mit Lukas Uhlmann und Jan-Luca Hollemann auch zwei Calbenser und sicherten sich am Ende mit den Plätzen fünf und acht wichtige Meisterschaftspunkte.

Dass die Zahl der Strafpunkte bei den Veranstaltungen der Saalestädter generell niedrig ist, hat einen bestimmten Grund: „Es ist der erste Lauf und die wenigsten haben über den Winter die Möglichkeit, draußen oder an den entsprechenden Hindernissen zu trainieren. Daher stecken wir bewusst nicht so schwierig ab.“

Hobbyklasse lockt Interessierte

Eine weitere Calbenser Besonderheit ist die offene Hobbyklasse. „Damit geben wir Neueinsteigern und denjenigen, die nur zum Spaß ein paar Sektionen fahren wollen, einen Rahmen“, erklärte der Vorsitzende und betonte die Vorzüge dieser Klasse für die Nachwuchsgewinnung. Mit Thomas Ruppel und Mika Steinhausen starteten sowohl der älteste als auch der jüngste Trialer des Tages. Die beiden trennen mehr als 60 Jahre. Als weitere FTC-Sportler platzierten sich auch Marvin und Fabian Komar in der Hobby-Klasse.

Die jährliche Veranstaltung ist für die Calbenser Radsportler ein großer Kraftakt und doch schaffen sie es immer wieder, die Ostdeutschen Trialer an die Saale zu holen. „Ein großes Dankeschön geht an alle die dabei mithelfen“, betonte Treue und dachte an die Punktrichter, die sich im Gegensatz zu den Sportlern in den Sektionen kaum bewegen und noch mehr froren. „Leider waren nur wenige Zuschauer da“, bedauerte er, „da würde ich mir für die Fahrer einfach eine größere Resonanz wünschen.“

Dem ersten Lauf in Calbe folgen bis zum 13. Oktober noch acht weitere in Sachsen, Bayern und Brandenburg. Das nächste Mal treffen sich die Trialer am 19. Mai im fränkischen Gefrees.