Stefan Lenhart: Hallo Herr Brinkmann, Sie sind als Spieler vom 1. FC Magdeburg, mit der Zwischenstation FC Singen, zur TSG Calbe gewechselt und haben im Anschluss über Jahre als Mittelfeld-Regisseur die Entwicklung der ersten Mannschaft maßgeblich mitgeprägt. Wie ist der Kontakt zur TSG zustande gekommen und welche Gründe gab es damals für Sie, ins Hegerstadion zu wechseln?

Vom Bodensee an die Saale

Andreas Brinkmann: Den Kontakt nach Calbe hat Martin Wendtland hergestellt. Damals bin ich vom FC Singen (Bodensee) zur TSG Calbe gewechselt. Nach dem Rückzug nach Schönebeck wollte ich in dem guten Calbenser Umfeld abtrainieren.

Wann sind Sie damals zum FCM gekommen? Wie lange haben Sie dort gespielt? Welche besonderen Mitspieler oder Trainer hatten Sie in der FCM-Zeit?

Im Jahr 1978 wurde ich vom 1. FC Magdeburg delegierte, spielte in der Folge vier Jahre in der Nachwuchs-Oberliga und kam anschließend auf 25 Einsätze in der Oberliga unter den Trainern Klaus Urbanzyk und Achim Streich. Unter anderem habe ich in dieser Zeit mit Wolfgang ‚Maxe‘ Steinbach, Martin Hoffmann, Jürgen Pommerenke und Axel Tyll zusammen trainiert und gespielt.

Welche Erfolge konnten Sie danach in der Zeit als Spieler im Calbenser Hegerstadion feiern?

Unter dem Trainer Martin Wendtland sind wir in die Bezirksliga aufgestiegen. Gern erinnere ich mich auch an die „Highlight“-Freundschaftsspiele gegen die Bundesligisten Borussia Dortmund und VfL Wolfsburg im Calbenser Hegerstadion zurück.

Nach dem Ende Ihrer aktiven Karriere haben Sie die Verantwortung an der Seitenlinie für die erste Mannschaft der TSG Calbe übernommen. Wie ist der Wechsel aus Ihrer Sicht abgelaufen? Aus welchen Beweggründen haben Sie sich dann dafür entschieden?

Nach fehlendem Erfolg ist der damalige Trainer Heino Mertens zurückgetreten. Da ich sowieso altersbedingt mit dem Fußballspielen aufhören wollte, fragten Rainer Schulze und Markus Scheibel bei mir an und warfen mich danach direkt ins „kalte Wasser“.

Welche Erfolge konnten Sie mit der Mannschaft in der Folge als Trainer in Calbe feiern? Welche Spieler waren bedeutsam für diese Zeit?

Im Jahr 1999 und 2002 konnten wir zwei Mal sensationell in die Verbandsliga Sachsen-Anhalt aufsteigen. Allerdings gibt es natürlich viel mehr bedeutsame Erfolge. Spontan fallen mit Dennis Schalk, Heiko Dannat, Jaroslav Wojtal, Thomas Dummer, Christian Harrant und Christian Brehmer ein, ich muss aber sagen, dass es uns insbesondere ausgemacht hat, dass wir eine eingeschworene Truppe waren, in der alle einen guten Fußball spielen konnten.

Welche Offiziellen haben Ihre Zeit bei der TSG besonders geprägt?

Hier möchte ich mich gern noch einmal bei der damaligen Leitung der TSG-Fußballer, Rainer Schulze, Thomas Dummer, Markus Scheibel und Uwe Niemeyer, bedanken. Wir haben immer hervorragend zusammengearbeitet. Ansonsten waren innerhalb des Trainerteams Achim Godon als Co-Trainer, Susanne Dummer als Physiotherapeutin, Dietmar Rudke und Burkhard Faupel als Betreuer sehr wichtige Stützen für mich.

Wie würden Sie sich als Trainer beschreiben? Welchen Spielstil oder welche Taktik wollten Sie umsetzen?

Ich würde mich persönlich als zielstrebig, aggressiv, impulsiv und erfolgsorientiert beschreiben. Mit meinen Mannschaften habe ich immer einen aggressiven und offensiven Spielstil angestrebt.

Wenn Sie an Ihre Trainerzeit in Calbe zurück denken, welches Spiel beziehungsweise welches Highlight ist Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Den ersten Aufstieg in die Verbandsliga mit meiner Mannschaft, verbunden mit dem anschließenden Empfang auf dem Marktplatz, werde ich sicherlich nie vergessen. Auch der 4:0-Heimsieg gegen Lok Stendal war wirklich unglaublich.