Kleinmühlingen l Wenn am 26. Oktober ganz Fußball-Deutschland vor dem Fernseher hockt, dann ist klar: Derbyzeit. Die Mutter aller Derby zwischen den Bundesligsten FC Schalke 04 und Borussia Dortmund polarisiert eine ganze Nation. Wer nicht so lange warten möchte, kann sich am Donnerstag ein Spiel ansehen, dass von ähnlicher Brisanz geprägt ist. In der Fußball-Landesklasse steigt das Topspiel zwischen dem TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens und der TSG Calbe. Ab 14 Uhr empfängt der Tabellenerste den Zweiten. Doch es ist mehr als nur ein Topspiel, sondern eben auch ein waschechtes Derby. Sechs Kilometer trennen beide Orte nur. Und das Feuer ist sowohl in Kleinmühlingen als auch in Calbe zu spüren.

Ein Grund dafür ist, dass ein Punktspiel zwischen beiden Teams bisher noch nicht stattgefunden hat. „Es ist also eine Premiere, die sich kein Zuschauer entgehen lassen sollte“, so TSV-Coach Mario Katte. Auch auf Seiten der Calbenser ist „die Vorfreude da“, wie Coach Marcel Würlich beschreibt: „Die Euphorie ist groß. Auch die Lust und die Laune sind vorhanden.“

Doch wie bereitet man sich auf so ein Prestigeduell vor? Sowohl in Kleinmühlingen als auch in Calbe gibt es am Tag vor dem Spiel frei. Das liegt aber auch daran, dass die Regenerationsphase sehr kurz war. „Es ist auch wichtig, dass die Spieler Abstand gewinnen können. Dafür sind sie danach um so motivierter“, erklärt Katte.

Respekt

Mit Respekt werden beide Teams in die Partie gehen. „In Calbe hat sich viel getan. Dort ist ein ganz anderes Bild entstanden. Sie haben bewiesen, dass auch sie auch aus der Not heraus gute Ergebnisse einfahren können“, weiß Katte.

Im Vorfeld ist schwer zu sagen, wer bei der TSG wirklich auf dem Platz steht. „Gegen Görzig dachte ich auch, dass 15 Spieler da sind. So war es nicht“, sagt Würlich über die kurzfristigen Ausfälle. Auch vor dem Topspiel hat die Erkältungswelle in Calbe zugeschlagen. Davon blieben die Kleinmühlinger verschont. „Wir haben alle an Board“, sagt Katte.

Wer wird aber auf dem Platz die besseren Karten haben? „Wir können befreit aufspielen“, sagt Würlich. Katte ist da anderer Meinung: „Calbe ist in Zugzwang, noch haben wir drei Punkte Vorsprung und somit auch die bessere Ausgangsposition.“

Auf ein spannendes Spiel können sich alle Anwesenden auf jeden Fall freuen, so viel steht fest. „Wir gehen mit Freude in das Spiel. Der bessere soll gewinnen“, sagt Würlich, der aber auch nichts dagegen hätte, „wenn wir 4:3 gewinnen“. Katte vertraut derweil seiner Mannschaft: „Wir können und wollen. Ich traue ihnen alles zu.“ Da bleibt nur eine Frage: Grün-Weiß oder Blau-Weiß?