Kleinmühlingen l Er ist Fan von Borussia Dortmund. Und als solcher hat Kevin Junge natürlich die vergangene Bundesliga-Saison der Schwarz-Gelben ganz genau verfolgt. Dabei scheint sich der Landesklasse-Fußballer des TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens vor allem beim spanischen Stürmer des BVB etwas abgeschaut zu haben. Die Rede ist von Francisco Alcácer Garcia - genannt „Paco“ Alcácer. Dieser stellte in der vergangenen Spielzeit nämlich einen Bundesligarekord auf. Zwölf mal traf der Iberer nach einer Einwechselung für die Elf aus dem Ruhrpott und war damit der Super-Joker der Saison.

Wechsel in Minute 58

Und Kevin Junge? Der saß am Freitagabend beim TSV lange auf der Bank. Erst in Spielminute 58 brachte Trainer Mario Katte den schnellen Offensivmann für Norman Möbes. Ein Glücksgriff, wie sich im weiteren Verlauf zeigen sollte. Denn in der Schlussphase machte sich Junge selbst zum Mann des Spiels. Gegen über 90 Minuten engagiert auftretende Atzendorfer hämmerte Junge den Ball in Minute 83 zum 1:0 in die Maschen und traf in der Nachspielzeit noch einmal per Abstauber. Zuvor war Chris Katte an ZLG-Torwart Sascha Eisenträger gescheitert. „Es war ein bisschen so geplant. Ich weiß, was Kevin kann, aber ich wusste auch, wenn ich ihn von Anfang an bringe, dann reibt er sich auf. Er war sicher nicht ganz so begeistert, aber am Ende ist es voll aufgegangen“, freute sich TSV-Trainer Mario Katte.

Lange Zeit war die Partie jedoch nicht von Knalleffekten in der Offensive, sondern von äußerst stabilen Defensivreihen geprägt. Es sah vieles nach einem typischen 0:0-Spiel aus. „Es war ein typisches Auftaktspiel, ein 50:50-Spiel, in dem Mentalität und Wille entscheiden. Wir hatten großen Respekt vor dem Gegner und haben in der ersten Hälfte ein bisschen zu defensiv gespielt“, analysierte Katte.

Voigtländer verpasst das 0:1

Und vor allem hatten die Kleinmühlinger gehörig Glück. Denn die beste Chance in Halbzeit eins hatte Atzendorf. Nach einem Kay Faatz-Freistoß wurde ein Kopfball von Phillip Voigtländer abgefälscht und ging nur hauchdünn am Kasten vorbei (44.).

Nach der Pause waren dann die Kleinmühlinger sichtbar bemüht, mehr Angriffsdruck zu erzeugen, richtig gefährlich wurde es aber nur selten. Dementsprechend enttäuscht war Atzendorfs neuer Trainer Stefan Rock, denn sein Team überzeugte vor allem in der Defensive mit einem guten Auftritt. „Aus meiner Sicht war am Ende das Quäntchen Glück entscheidend. Insgesamt war es ein gutes und recht faires Spiel. Die Defensive muss ich heute besonders loben, im Angriff fehlte uns die letzte Konsequenz“, kommentierte Rock die Niederlage.

Grämen mussten sich die Gäste dennoch nicht, denn wenn das Offensivspiel in den kommenden Wochen besser harmoniert, werden sich auch bei der ZLG ganz sicher schnell Erfolge und Punktgewinne einstellen.