Calbe l Die morgendliche Routine an einem Sonnabend sieht bei einem Großteil der Bevölkerung gleich aus. Ganz oben auf der Liste? Erstmal ausschlafen, um sich von der anstrengenden Arbeitswoche zu erholen. Anders sah dies am Sonnabend bei den Landesklasse-Kickern der TSG Calbe aus. Im Rahmen des Trainingslagers im Hegerstadion ging es richtig zur Sache. Um sieben Uhr in der Früh stand die erste Einheit für die Mannschaft von Coach Marcel Würlich auf dem Programm. Nach einem Lauf, dem gemeinsamen Frühstück und weiteren zwei Einheiten auf dem Platz kam es zur Partie gegen den 1. FC Magdeburg II aus der Landesklasse, Staffel II. Am Ende fehlte dann auch etwas die Konzentration und die Partie - gespielt wurden drei Mal 30 Minuten - ging mit 0:4 verloren.

Personalprobleme halten an

Calbe hatte erneut personelle Probleme, spielte mit drei Akteuren der Alten Herren und zweien aus der Reservemannschaft. „Ich bin froh, dass sie ausgeholfen haben“, zeigte sich Trainer Marcel Würlich erkenntlich. Die dünne Personaldecke zwang den Coach selbst, die Töppen zu schnüren, wie bereits im Test gegen Germania Olvenstedt (5:1). Eigentlich ist die fußballerische Laufbahn beendet, doch gegen seinen alten Club ließ es sich Würlich nicht nehmen, erneut auf dem Feld zu stehen.

Gelassen ging es derweil auch auf dem Platz zu. Jeder kannte sich und mit dem TSG-Coach und Martin Henschel trafen zwei Calbenser auf die alten Kollegen. „Es haben sich schon Freundschaften entwickelt. Für mich war es schon emotional“, so Würlich.

Aufgrund der vielen Wechsel war es schwer für die TSG, die richtigen Mittel gegen den FCM II zu finden. „Es war etwas Stückwerk, da die Laufwege nicht bekannt waren.“ Besser sah es da gegen Olvenstedt aus. „Gegen Magdeburg hat es etwas gestockt. Es hat ja auch schon etwas in den Knochen gesteckt zu diesem Zeitpunkt“, sagte Würlich.

Munteres Durchwechseln

In den ersten 30 Minuten waren es die Magdeburger in Person von Sebastian Wendt, die in Führung gingen. Danach wechselte Würlich munter durch. Rico Willner, der zuerst im Kasten stand, zog sich ein Spielertrikot über und agierte auf dem Feld. Für ihn rückte Lucas Schulz nach.

Dann kam es zur kuriosesten Szene des Spiels. Felix Hintze legte mit einem Rückpass perfekt für Thomas Hellige vor. Der TSG-Stürmer drehte sich um die eigene Achse, zielte aber oben links drüber. Ob es Absicht war oder nicht, wird nur Hellige wissen. Besser machte es Christopher Fechtner auf der Gegenseite, der nach einem Lupfer von Philipp Schüssler sicher verwandelte.

Die Saalestädter versuchten derweil immer wieder, spielerische Lösungen zu finden. Bis vor dem Strafraum hatte es auch alles Hand und Fuß, danach fehlte allerdings das Durchsetzungsvermögen. Für das letzte Drittel wechselte Würlich erneut durch und der Chef persönlich rutschte neben Keven Harms in die Innenverteidigung. Abschlüsse der TSG wurden derweil immer seltener. Ben Reinisch erhöhte zwischenzeitlich auf 3:0.

Würlich wurde aber in der Abwehr kurz vor Schluss richtig gefordert. Im Laufduell gegen Sebastian Wendt grätschte der Coach dazwischen und wurde unfreiwillig zum Vorlagengeber. Ramin Tajik bekam das Leder vor die Füße, legte quer und Alexander Beier staubte ab. Nach dem Schlusspfiff waren die Calbenser heil froh, dass der anstrengende Tag ein Ende fand.