Salzlandkreis l Bereits zwei Spieltage vor dem Ende der Saison kürte sich der SV Eintracht Winningen überlegen zum Salzlandliga-Meister. Der FSV Drohndorf/Mehringen, Herbstmeister und großer Konkurrent, wurde erfolgreich abgeschüttelt. Genau wie Aufsteiger SV Plötzkau (2.), der nur knapp den Durchmarsch verpasste. Am Absteiger SV Rathmannsdorf gab es hingegen wenig Zweifel.

Enttäuschung ist groß

Die Enttäuschung in Rathmannsdorf war natürlich da, sie hielt sich aber in Grenzen. Der Abstieg aus der Fußball-Salzlandliga kam ja nicht von ungefähr. In den vergangenen Jahren ging es für den SVR stetig bergab. Schon im Vorjahr wurde der Ligaverbleib nur mit Ach und Krach gesichert, in diesem Sommer war dann nach zehn Jahren Salzlandliga am Stück Schluss. 22 Niederlagen und 136 Gegentore waren zu viel, nur zehn Punkte auf der Habenseite zu wenig.

Doch auch die Calbenser Reserve und - vor allem in der Rückserie - die des SV 09 Staßfurt bekleckerten sich nicht mit Ruhm. Vor allem in Sachen Personalplanung sollte bei den Zweitvertretungen etwas passieren. Die Calbenser traten am vierten Spieltag nicht in Unseburg an. Die SV 09-Reserve sagte gegen Winningen ab und ist zudem für einen kuriosen Spielabbruch verantwortlich. Die Staßfurter traten mit nur acht Spielern in Unseburg an. Zwei weitere Gästespieler verletzten sich und der Referee musste das Spiel beenden.

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Zwei Spiele mit einem Dutzend Tore

Gleichzeitig sorgten diese beiden Teams mit ihren teils ungeordneten Abwehrreihen direkt am ersten Spieltag aber auch für das torreichste Spiel der Saison. Calbe II setzte sich 7:5 gegen die 09er durch. Beim zweiten Spiel mit einem Dutzend Toren war wieder die TSG II beteiligt, die gegen Winningen ein 0:12 kassierte.

Die Kellerkinder bescherten aber gleichzeitig auch einigen anderen Teams eine souveräne Saison ohne den Blick nach unten. Egeln, Unseburg/Tarthun oder Pretzien zeigten durchwachsene Leistungen, mussten den Abstieg aber nie fürchten. Dabei haben aber vor allem die Pretziener einen ordentlichen Fehlstart hingelegt, konnten sich erst ab dem achten Spieltag stabilisieren, als die Blau-Weißen einen wichtigen Sieg in Egeln einfuhren. Der SVR startete parallel mit einer 3:4-Niederlage nach 3:0-Führung gegen Seeland in die Misere und landete auf dem letzten Platz, den er bis zum Ende behalten sollte.

Im Kampf um die Meisterschaft waren in der Hinrunde noch einige Teams involviert. Vor allem der SV Rot-Weiß Groß Rosenburg streckte zu Beginn der Spielzeit die Fühler nach ganz oben aus, musste sich aber genau wie Seeland oder Wolmirsleben am Ende mit den Plätzen hinter dem Spitzentrio zufrieden geben.

Dieses kristallisierte sich erst nach dem elften Spieltag heraus. Denn Aufsteiger SV Plötzkau kletterte bis dahin stetig weiter nach oben, holte sich mit einem 4:0-Sieg gegen Wolmirsleben erstmals den dritten Rang und wurde langsam auch eine Gefahr für Drohndorf/Mehringen. Bis zur Winterpause musste der FSV aber nichts fürchten, blieb ohne Niederlage und wurde drei Punkte vor Winningen Herbstmeister.

Winningen klar überlegen im Gipfeltreffen

Die Machtkämpfe um die Spitze begannen dann in der zweiten Halbserie. Nachdem der SVP Drohndorf am 15. Spieltag einen Punkt abnahm (2:2), kam es zwei Wochen später zum Gipfeltreffen. Winningen beherrschte dabei Drohndorf klar, siegte auswärts 3:0 und holte sich Rang eins. Die Formkurve des FSV zeigte danach weiter klar nach unten, es folgte am 18. Spieltag ein überraschendes 1:2 gegen Staßfurt II und am rekordverdächtigen 19. Spieltag mit 736 Zuschauern (im Schnitt 105 pro Spiel) ein 0:2 gegen Einheit Bernburg.

Ebenfalls an diesem Wochenende besiegte Plötzkau vor 217 zahlenden Zuschauern Winningen und rutschte auf Platz zwei. Die drei „Podestplätze“ sollten damit schon sieben Spieltage vor dem Ende verteilt sein. Bis zum Saisonende gewann die Eintracht alle Spiele und legte damit eine noch souveränere Rückrunde als die Hinrunde der Drohndorfer hin. Die Plötzkauer, ebenfalls bis zum Schluss stark, stellten mit Steven Trägner (27 Treffer) auch den Torschützenkönig.

Der VfB Neugattersleben, der sich sportlich im Niemandsland befand, konnte dafür aber in Sachen Fairness ein positives Ausrufezeichen setzen. Mit nur 37 Gelben und zwei Ampelkarten führt der VfB die Fairplaytabelle klar an. Aber es ging überwiegend fair zu. Die über die komplette Saison insgesamt 11.699 Zuschauer (im Schnitt ungefähr 65 pro Spiel) sahen zudem viele attraktive Partien. Und hoffen auch in der kommenden Salzlandliga-Saison wieder darauf.