Staßfurt l Zur Saisonhalbzeit deutete jedoch noch alles auf einen spannenden Dreikampf hin. Erster Spitzenreiter der Saison war der BSC Biendorf und hatte da schon sein Saisonziel vor Augen, denn der Salzlandliga-Aufstieg war klares Saisonziel des Teams. Doch es fand sich recht schnell ein breites Spitzenfeld und am fünften Spieltag stand dann Warthe Hakeborn auf dem Königsplatz, neben dem BSC saßen aber auch noch Lok Aschersleben, der MTV Welsleben, Aufsteiger FSV Wespen und die Reserve von Union Schönebeck mit im Spitzenboot.

Spannung bis zum letzten Abpfiff

So konnte man zu diesem Zeitpunkt von einem engen Aufstiegkampf ausgehen. Am Tabellenende fielen indes Gröna und die SG Pobzig/Nienburg II schon etwas ab. Am Saisonende bliebt das Sportlust-Team als einzige Männermannschaft im Salzlandkreis punktlos, hielt aber durch, obwohl die Mannschaft in der Hinrunde zweimal nicht antrat. Deshalb muss man trotzdem den Hut vor den Grönaern ziehen. Dass der Kampf um den zweiten Abstiegsplatz die Liga bis zum letzten Schlusspfiff in Atem halten sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen.

An der Spitze trennte sich aber langsam die Spreu vom Weizen. Welsleben und Hakeborn gerieten in eine fußballerische Krise, später auch noch das Aschersleber Lok-Team. Dies war aber oft hausgemacht, weil die Spielerdecke recht spärlich war und nicht alle Akteure ihre Interessen im Sinne der Mannschaft unterordneten. In weiterer Folgte setzte sich dann an der Spitze ein Trio ab, dass bis zum Start in die Rückrunde Bestand haben sollte. Konnte man Schönebeck II, auf Grund der spieltechnischen Voraussetzungen und Biendorf darin erwarten, stellte Wespen doch eine Überraschung dar. Als Neuling blieb das Team bis zum 12. Spieltag als einziger Kreisligist ungeschlagen, kassierte aber am letzten Spieltag des Jahres 2018 eine Heimniederlage gegen das Kellerkind aus Glöthe.

In einem recht breiten Mittelfeld fanden sich schon früh die Mannschaften aus Schneidlingen, Barby, Welsleben und Hakeborn wieder. Sie hatten nur selten etwas mit der Spitze und erst recht nicht mit dem Tabellenkeller zu tun. Dazu gesellte sich später auch noch Salzlandliga-Absteiger Aschersleben. Zur Winterpause waren auch Jahn Gerbitz und Grün/Weiß Schadeleben in sicheren Gefilden, einzig Aufsteiger SV Cochstedt und der VfB Glöthe mussten neben dem ständigen Schlussduo der Hinrunde (Gröna, Pobzig/Nienburg II) den Abstieg im Fokus haben. Dies sollte sich aber im Verlauf der Rückrunde noch gewaltig ändern und am Ende war die größte Spannung der Kreisliga der Kampf um Platz zwölf. Er bedeutete den Klassenerhalt.

An der Spitze kam vor den Winterpause Biendorf noch gewaltig ins Straucheln, holte aus den letzten beiden Spielen nur einen Punkt. Damit gab es den Herbstmeistertitel für die Union-Reserve, die dann am 15. Spieltag auch noch das Spitzenspiel gegen Biendorf gewann und die Saison danach stabil durchzog. Mit nur zwei Niederlagen und sechs Punkten Vorsprung auf den BSC gab es, nach dem vorjährigen kampflosen Abstieg, den Staffelsieg und auch Salzlandliga-Aufstieg. Ins Mittelfeld verabschiedete sich zudem recht früh in der Rückrunde auch Wespen, da die Mannschaft in der Hinrunde wohl über ihren Verhältnissen gespielt hatte, aber als Neuling insgesamt eine mehr als starke Vorstellung ablieferte.

Mit dem 4:1-Sieg über Coch-stedt zum Rückrundenauftakt startete Pobzig/Nienburg II eine starke Aufholjagd zum Klassenerhalt und belegte in der Rückrundentabelle gar Platz fünf. Es wurden 24 Punkte eingefahren. Aber auch Cochstedt zeigte sich mit 18 Punkten mehr als gut aufgestellt. Völlig in die andere Richtung ging es für Schadeleben und Gerbitz mit nur noch neun gewonnenen Punkten.

Abstiegskampf im Blickpunkt

Spätestens nach dem 20. Spieltag rückte der Abstiegskampf dann immer mehr in den Mittelpunkt, denn an der Spitze war Schönebeck II zu stabil. Während Ascherleben, Wespen, Schneidlingen, Barby und Welsleben im Mittelfeld ihr Pensum herunterspielten sowie Gröna bereits abgestiegen war, entbrannte zwischen fünf Teams ein mehr als spannender Abstiegskampf.

Während Pobzig/Nieburg II in den letzten sechs Spielen noch zwölf Punkte holte und auch Cochstedt nach dem verdienten Sieg im Derby in Schneidlingen (24. Spieltag) den Klassenerhalt so gut wie sicher hatte, ging für die restlichen drei Teams fast nichts mehr. Nur zwei beziehungsweise drei Punkte holten Schadeleben und Gerbitz nach dem 20. Spieltag noch. So standen beide, wie auch Pobzig/Nienburg II und Glöthe, am letzten Spieltag mit dem Rücken zur Wand.

Vorletzter war Glöthe mit 26 Punkten und einen Punkt mehr hatten die anderen drei Teams. Die SG und Glöthe kamen zu Heimsiegen und belegten damit in der Endabrechnung noch die Plätze neun und elf (Glöthe). Dagegen gab es für Gerbitz (2:6 in Biendorf) und Schadeleben (1:3 in Aschersleben) Niederlagen.

Am Ende hatten die Cochststedter eine drei Tore bessere Differenz und hielten die Klasse. Für das Jahn-Team war es der einzige Spieltag der Saison, an dem es auf einem Absiegplatz stand. So musste der Weg in die erste Kreisklasse angetreten werden. Bitterer geht es wohl kaum.

Im Spieljahr 19/20 sind die SG Kleinmühlingen/Zens II/Eickendorf und Eintracht Peißen neu in der Kreisliga. Sie könnten durchaus eine Bereicherung werden. Zudem gibt es als Neuerung, dass die Plätze eins und zwei zum Aufstieg in die Salzlandliga berechtigen.

Biendorfs Christoph Vatthauer, 48 Tore, wurde mit deutlichem Vorsprung von 18 Toren erneut Kreisliga-Torschützenkönig. Er erzielte damit fast die Hälfte der gesamten BSC-Tore (113). Den Fairplaysieg holte sich Schneidlingen. Gröna kassierte mit 19 Gelben Karten zwar die wenigsten, trat aber zweimal nicht an und verpasste durch die daraus resultierenden Sportgerichtsurteil Platz eins in der Fair-Play-Wertung, wurde auch hier Letzter.