Gardelegen/Schönebeck l Versteinert stand Thomas Sauer vor seiner Trainerbank. Nach einem weiteren Gegentor lehnte sich der Coach des Fußball-Landesliga-Vertreters Union Schönebeck an die Metallstange hinter dem kleinen Häuschen. Mehr als motivierende Worte fand er nicht und selbst das war schwer. Denn innerhalb von 30 Minuten kassierte Schönebeck vier Gegentore gegen den SSV Gardelegen. Nach 90 Minuten prangte eine 1:4-Pleite von der Anzeigetafel.

Schwache erste Halbzeit

Dabei hatte Sauer im Vorfeld auf die Spielweise der Hausherren explizit hingewiesen. „Wir wussten, dass Gardelegen mit Tempo spielt. Die Mannschaft war darauf eingestellt“, erklärte Sauer. Doch Theorie und Praxis sind zwei verschiedene paar Schuhe. Das haben die Unioner sehr schnell mitbekommen. „Wir haben, angefangen vom Torwart bis zum Sturm, in den ersten 30 Minuten nicht stattgefunden“, sagte der Übungsleiter. Ein gefundenes Fressen für den Tabellenzweiten. Noch schlimmer war, dass die Schönebeck bei den Gegentreffern tatkräftig unterstützten.

Beim 0:1 sah Stephan Pingel im Kasten nicht gut aus (7.). Vor dem 0:2 „standen wir nicht eng genug am Gegenspieler“, beobachtete Sauer. Denny Klepel holte im Eins-gegen-Eins Sascha Enrico Gütte von den Beinen und die Gastgeber bekamen einen Elfmeter, den Florian Scheinert sicher verwandelte (9.). Doch der Schreck war bei weitem noch nicht vorbei. David Kühn hatte im Laufduell gegen Gütte das Nachsehen. Die folgende Flanke segelte in den Strafraum, wo „wir zwar in der Überzahl waren, aber keine Zuordnung hatten“, so Sauer. Kapital schlug daraus Frank Fehse, der unbedrängt traf (16.). Doch auch SSV-Torjäger Gütte hatte noch Lust auf ein eigenes Tor. Dabei bekam er abermals Unterstützung von Union-Schlussmann Stephan Pingel - 0:4 (27.). „Es war schon erschreckend, wie schlecht wir gespielt haben“, fand Sauer für den Auftritt in Durchgang eins scharfe Worte. Denn die Partie war gelaufen.

Das wusste auch der Coach, der in der Kabine deutliche Worte an seine Spieler richtete. „Ich habe an die Ehre appelliert. Das ein 0:4 schwer zu drehen ist, wussten alle. Wir wollten aber nicht unser Gesicht verlieren“, so der Übungsleiter. Die Mannschaft ließ Taten folgen. „Wir waren aggressiver in den Zweikämpfen. Allgemein haben wir besseren Fußball gezeigt“, sagte Sauer. Erik Nordmann hatte mehrere gute Möglichkeiten auf dem Fuß, vergab aber. In Spielminute 58 machte es der Youngster besser, denn sein Pass erreichte Johannes Schliemann, der per Lupfer den Ehrentreffer erzielte. Mehr war nicht drin. „Ich denke, wir können dennoch erhobenen Hauptes das Feld verlassen. In Durchgang zwei waren wir ein wenig besser als Gardelegen und haben unser Gesicht gewahrt“, fasste Sauer zusammen.

Union 1861 Schönebeck: Stephan Pingel, David Kühn, Aaron Schäfer, Denny Klepel, Christian Reineke, Georg Polczyk (77. Bastian Jesse), Fritz Weidemeier (46. Johannes Schliemann), Max Drewes, Dmitrijs Poliscuks, Erik Nordmann, Mathias Rhode (77. Christian Wagner)

Schiedsrichter: Christoph Blasig (Tangermünde) - Zuschauer: 116

Tore: 1:0 Daniel Stehr (7.), 2:0 Florian Scheinert (9. Foulelfmeter), 3:0 Frank Fehse (16.), 4:0 Sascha Enrico Gütte (27.), 4:1 Johannes Schliemann (58.)