Salzlandkreis l Jedoch macht den beiden Vertretern aus dem Salzlandkreis nicht nur die erneute Corona-Pause zu schaffen. Auch sportlich hatten beide bis zur neuerlichen Unterbrechung des Spielbetriebs wenig Anlass zur Freude. Aufgrund der Tatsache, dass es laut bestehenden Statuten in diesem Spieljahr definitiv Absteiger geben wird, müssen beide Mannschaften um den Ligaverbleib zittern. Sowohl die Schönebecker, als auch die Kleinmühlinger belegen derzeit einen Abstiegsplatz. Sollte die Saison gänzlich abgebrochen werden, stünde somit der Gang in die Landesklasse an.

Union Schönebeck

Dass die Schönebecker, vor zwei Jahren noch Verbandsligist, in den Abstiegskampf geraten, war nicht zu erwarten. Der im Vorjahr eingeläutete Verjüngungsprozess trug nämlich bereits erste Früchte und mehrere Spieler, die der eigenen Nachwuchsabteilung entsprungen sind, konnten sich bereits im Männerteam etablieren. Ein Beleg dafür war der mehr als ordentliche Saisonstart der Schönebecker. An den ersten fünf Spieltagen gelangen Auswärtssiege in Kleinmühlingen (4:2) und Thale (2:0). Zudem erkämpfte die Mannschaft von Trainer Thomas Sauer beim Ummendorfer SV ein 1:1-Remis. Auswärts lief es also tadellos für die Elbestädter. Auf eigenem Platz lief es indes weniger rund. Denn gegen den Burger BC (0:2) und Union Heyrothsberge (2:3) gab es keine Punkte für die Unioner. Dabei war die Pleite im Union-Duell besonders bitter, denn die Sauer-Elf egalisierte zwischenzeitlich einen 0:2-Rückstand, musste dann aber doch als Verlierer den Platz verlassen. Selbiges galt auch für die Heimpartie gegen den Blankenburger FV. Dass nach der 0:2-Pleite gegen den BFV die Chance auf Wiedergutmachung für die Unioner so schnell nicht bestehen würde, konnte niemand ahnen. Ein positiver Coronafall beförderte die gesamte Mannschaft in häusliche Quarantäne. Damit wurden die Schönebecker einige Wochen früher ausgebremst, als alle anderen Teams, die noch Punkte sammelten und damit im Klassement vorbei zogen. Folgerichtig stellte Trainer Thomas Sauer während der Quarantäne seines Teams fest: „Die Stimmung ist schlecht (...) die Akzeptanz für die Maßnahmen ist aber da.“ Nun hoffen die Grün-Roten, dass sie alsbald auf den Rasen zurückkehren können, um die Abstiegsränge wieder zu verlassen. In diesem Jahr wird das aber nicht mehr passieren.

TSV Kleinmühlingen/Zens

Auch bei Landesliga-Neuling TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens hat Corona bleibenden Eindruck hinterlassen. Als im März 2020 die Saison erst unter- und später gänzlich abgebrochen wurde, befanden sich die Grün-Weißen auf einer echten Erfolgswelle. In der Landesklasse war der TSV ungeschlagener Spitzenreiter. Zudem lebte auch der Traum vom Erfolg im Salzlandpokal. Doch das Double gelang der Elf von Trainer Mario Katte nicht. Der Aufstieg in die Landesliga aber schon.

Hier endete die Höhenflug jedoch abrupt. Der Saisonstart ging, trotz großer Euphorie, gewaltig in die Hose. Vier Spiele, vier Niederlagen, dabei 3:11-Tore. Erst danach ging es ganz langsam bergauf. Einem Remis gegen Irxleben (2:2) folgten starke Leistungen in Staßfurt sowie gegen die Spitzenmannschaften Tangermünde und MSC Preussen. Lohn – in Form von Punkten – gab es aber nur beim überraschenden 2:0-Heim erfolg gegen Tabellenführer Tangermünde. Ende Oktober war dann, verbunden mit dem „Lockdown light“ jedoch erstmal Schluss. Ein ärgerlicher Umstand für den Tabellenletzten. „Das war wirklich Schade für uns. Ich hatte gerade das Gefühl, dass wir in der Liga angekommen sind“, sagte TSV-Trainer Katte zu Beginn der Saisonunterbrechung.

Für einen möglichen Neustart will der Coach indes bestmöglich vorbereitet sein. „Beim ersten Lockdown haben wir das Training wohl zu sehr schleifen lassen und uns dann danach ziemlich umgeguckt. Das passiert uns nicht nochmal“, verspricht Katte. Er hat seine Spieler mit Trainingsübungen versorgt, die diese in Eigenregie fleißig abarbeiten.