Calbe l TSG-Trainer Ronald Kampe machte den Knackpunkt eine Viertelstunde vor Schluss aus: Kristin Sroka hatte per Siebenmeter gerade auf 20:18 erhöht, als Christiane Wilke in den Konter startete. Ebenso wie Sroka zeigte auch die Kreisläuferin gegen Köthen ein ganz starkes Spiel, scheiterte allerdings in dieser einen Situation. „Wenn wir da auf drei Tore weggehen, wird der Gegner auch nervös und gerät unter Druck“, war sich der Trainer im Nachhinein sicher. Stattdessen war es die TSG, die im Angriff flatterig wurde und fünf Minuten auf den nächsten Treffer warten musste. Die Anhalterinnen hingegen legten dank Christine Neumann und Sandy Börger auf 22:20 (45.) vor und gerieten auch nie wieder ins Hintertreffen.

Fehlender Rückhalt

„Köthen war spielerisch stark und von den Positionen gefährlich“, erkannte Kampe an, ärgerte sich aber, dass die Niederlage – rückblickend betrachtet – nicht hätte sein müssen. Vor allem der fehlende Rückhalt sei diesmal offensichtlich gewesen. Denn während HG-Keeperin Kathrin Gutsch in den entscheidenden Phasen präsent war, ihr Team mit Paraden stärkte und mit Gesten nach vorn putschte, passierte auf Calbenser Seite nichts dergleichen. Selbst wenn die weitgehend ordentlich arbeitende Abwehr den Gegner in schlechte Wurfpositionen drängte, landete der Ball schließlich doch im Netz. Das egalisierte jeden kleinen Erfolg im Angriff und zermürbte zusehends.

Spielerisch war die TSG auch diesmal gut unterwegs. Es wurde einiges ausprobiert, umgestellt, miteinander Spielzüge abgesprochen und um die Tore gekämpft. Noch einmal lobte Kampe mit Kristin Sroka und Christiane Wilke die auffälligsten TSG-Akteurinnen der Partie: „Sie haben immer wieder versucht, die Mannschaft mitzunehmen.“ Das sah insgesamt gut aus und mit 27 Toren und einer ganzen Reihe weiterer sehr guter Möglichkeiten gegen den Tabellenzweiten muss sich der Angriff sicherlich nicht verstecken. Am Ende nutzte das aber nichts, „weil wir einfach zu viele Gegentore gefressen haben.“ Besonders Sandy Börger ließ sich von ihren Mitspielerinnen gut in Szene setzen und verwandelte stolze zehn Mal für die Bachstädterinnen.

Für die TSG-Frauen war es das zweite Spiel in Folge, in dem sie gegen Spitzenteams sehr gut mithielten, mannschaftlich gut kämpften, sich am Ende aber nicht belohnten. „Das ist unheimlich schade“, fand auch der Trainer, zumal das Ergebnis wiederum recht knapp war, die Kontrahenten über weite Strecken auf Augenhöhe agierten.

Da Verfolger TuS Magdeburg-Neustadt gegen Spitzenreiter Gräfenhainichen überraschend einen Punkt holte, rutscht die TSG in der Tabelle zudem auf Rang sieben ab und ist nur zwei Punkte vom Achten Niederndodeleben II entfernt. Zwei Spiele bleiben nun noch, um die im Lauf der Saison hart erarbeitete Platzierung zu retten: Das schwere Auswärtsspiel beim HC Burgenland II und das Heimspiel gegen den SV Blau-Rot Coswig, der auf keinen Fall unterschätzt werden darf.

TSG Calbe: Baier, Hecker – Feilhaber (3), Lehmann (1), Mennecke (2), Rust (1), Schreiber (3), Sroka (9/5), Thiele (1), Thomas, Wenzel, Wilke (7)

Siebenmeter: Calbe 6/5 – Köthen 3/2

Zeitstrafen: Calbe 2 – Köthen 2