Glinde l Kaum war der Schlusspfiff ertönt, ging eine Offizielle des HVSA (Handballverband Sachsen-Anhalt) auf das Parkett in Glinde. In ihren Händen trug sie einen geschwungenen Pokal. Michael Kreyenberg trat hervor und nahm, stellvertretend für den Handball-Verbandsligisten Glinder HV „Eintracht“, den Pokal für die Meisterschaft entgegen. GHV-Trainer Peter Pysall saß bereits auf der Tribüne, als auch er nach vorn gebeten wurde. Als Dank für die tolle Saison übergab die Mannschaft dem Handball-Lehrer eine Pflanze, die in der Wohnung mit Sicherheit einen ganz besonderen Platz erhält. „Als ich angefangen habe, wurden wir Dritter, dann Zweiter und dann Erster. Für diesen Weg möchte ich mich bei meiner Mannschaft bedanken“, sagte der Coach im Nachgang.

Wo soll ich hin?

Im kommenden Jahr startet Glinde in der Sachsen-Anhalt-Liga, denn alle Dokumente wurden eingereicht. Und Pysall? „Der THW Kiel hat bereits einen Trainer, wo soll ich hin?“ fragte der Coach in seiner lockeren Art und schob nach: „Ich kann die Jungs doch jetzt nicht im Stich lassen.“

Doch bevor es zu den Feierlichkeiten überging, wurde in der Elbesporthalle auch noch Handball gespielt. „Ich hatte das Gefühl, meine Mannschaft hat die Partie ernstgenommen“, sagte der Coach. Dabei fand sein Team nicht gut ins Spiel. Die Gäste begannen forsch und gingen zwischenzeitlich sogar mit zwei Toren in Führung (6:4, 9.). „Wir haben in der Folge aber die richtigen Lösungen gefunden“, beoachtete Pysall, der sah, wie seine Mannschaft mehr und mehr die Kontrolle übernahm. Bis zur Pause führten die Glinder dann mit sechs Toren (19:13).

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„Durch einfache Fehler kommt Post wieder heran“, sagte der Übungsleiter, denn die Gäste verkürzten Tor um Tor. Um den Glindern richtig gefährlich zu werden reichte es nicht, auch wenn die Kraft und die Konzentration bei den Hausherren nachließ. Für den Coach aber vollkommen verständlich. „Uns haben die Alternativen gefehlt.“ Denn auf der Bank nahm neben Philip Weingarte nur noch Sebastian Weiß, allerdings als Feldspieler, Platz.

Publikum erhebt sich

Zudem nahm die Freude über den bevorstehenden Sieg die Oberhand. Auch das Publikum erhob sich von den Plätzen und feuerte die Mannschaft an. Philipp Giesemann im Kasten bewahrte die Hausherren mit zwei starken Paraden vor Schlimmerem. Und dann war es geschafft. Neben dem Aufstieg und der Meisterschaft blieb der GHV in der gesamten Saison ohne Heimniederlage. „Wir haben den Heimnimbus gewahrt. Jetzt können die Jungs beruhigt in den Feiermodus übergehen“, sagte Pysall.

Und die Party ging bereits in der Halle los. Der verletzte Tony Maynicke wurde hinzugeholt und um ihn herum versammelte sich die Mannschaft. Jubelnd und tanzend ging es im Kreis um ihn herum. Doch damit nicht genug. Kurzerhand machte sich Max Kreyenberg auf zur Tribüne, schnappte sich die Trommel und buchstabierte das Wort „Aufsteiger“. Die Mannschaft wiederholte brav jeden Buchstaben und nach dem „Ausrufezeichen“ kannte die Freude keine Grenzen mehr.

Genau so mannschaftlich geschlossen wie beim Feiern hat Pysall seine Sieben aber auch im Saisonverlauf gesehen. „Ich glaube, dass war ausschlaggebend. Sie waren immer mit Herz und Seele dabei, egal ob beim Spiel oder beim Training“, lobte der Coach seine Mannschaft.

Glinde: Giesemann, Bartels - Weingarte, Weiss (1), Rosemeier (3), Max Kreyenberg (3), Kowaczeck (3), Kralik (8), Tacke (1), Michael Kreyenberg (15/5), Herrmann (1)

Siebenmeter: Glinde 5/7 - Magdeburg 5/8

Zeitstrafen: Glinde 1 - Magdeburg 3