Schönebeck l Durch eine deutliche Leistungssteigerung haben die Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer der SG Lok Schönebeck die Partie gegen den BSV 93 Magdeburg gedreht und bejubelten lautstark einen 26:19 (9:13)-Erfolg. Wenn es in der Franz-Vollbring-Halle ganz still gewesen wäre, hätte jeder Zuschauer wahrscheinlich kerzengerade gesessen. „Ich wurde sehr laut in der Kabine“, verriet Sebastian Roost. Denn seine Mannschaft, die SG Lok Schönebeck, zeigte im ersten Durchgang der Sachsen-Anhalt-Liga-Partie keine gute Leistung und ging mit vier Toren Rückstand (9:13) in die Pause. Nach dem nicht ganz so gemütlichen Pausentee zeigten die Schönebecker aber ein anderes Gesicht und drehten die Partie. Die Anzeigetafel zeigte einen 26:19-Heimerfolg an und die Party auf dem Parkett startete.

Unmotivierte Würfe probiert

Der erste Durchgang war aus Sicht der Hausherren dabei deutlich zum Vergessen. „Wir sind nicht ins Eins-gegen-Eins gegangen, haben aus dem Stand gespielt und viel zu unmotivierte Würfe probiert“, deckte Roost eine Vielzahl an Fehlern seiner Mannschaft auf. Bedanken durften sich die Schönebecker bei ihrem Keeper Robert Knörich, der im ersten Durchgang einen viel höheren Rückstand verhinderte. Nach 15 Minuten lag die SG Lok dennoch mit sechs Toren im Hintertreffen (4:10). Einerseits lag es daran, dass den Schönebeckern wenig gelang. Andererseits aber auch am starken Keeper der Gäste.

Im zweiten Durchgang haben die Schönebecker „dann endlich das gemacht, was ich gesagt habe“, meinte Roost. Die raue Ansprache trug sofort Früchte. „Die Chancenverwertung wurde besser. Wir haben einen super Willen gezeigt“, freute sich der Übungsleiter. Durch das engagierte Auftreten wanderte auch das Glück mehr und mehr auf Seiten der Gastgeber. Fast jeder Wurf war ein Treffer. Dem BSV hingegen stellte sich vor allem Leon Dobertin in den Weg, der zahlreiche Paraden zeigte und seiner Mannschaft so immer wieder half. „Robert Knörich hat in der ersten Hälfte gut gehalten, Leon in der zweiten. Beide Torhüter haben es sehr stark gemacht“, lobte Roost seine Schlussmänner.

Deckung steht super

Die Abwehr stand ebenfalls sicherer „Wir haben eine super Deckung gestellt“, beobachtete der Übungsleiter. Und an dieser Biss sich der BSV immer mehr die Zähne aus. Sechs Treffer in Serie brachte die SG Lok ganz nah an den Puktgewinn. Den Magdeburgern fiel zu wenig ein und die Schönebecker blieben vor dem Kasten konsequent. „Die erste und zweite Welle hat mit viel Tempo gespielt. Und dann haben wir endlich mal die Bälle ins Tor geworfen“, zeigte sich Roost erleichtert.

Der Jubel kannte nach dem Schlusspfiff keine Grenzen. „Eine Partie gegen den BSV 93 Magdeburg zu drehen, muss man erstmal schaffen“, sagte Roost stolz.

SG Lok Schönebeck: Dobertin, Knörich - Heimesath (2), Kessel (1), Schulz (4), Bauer (1), Ernst, Haverland (8), Bullmann (2), Riedel (6/2), Thiedig, Willner (1), Meyer (1) Siebenmeter: Schönebeck 2/3 - BSV MD 3/5 Zeitstrafen: Schönebeck 4 - BSV MD 4 Rote Karte (o.B.): Jan Bauer (3x2 Minuten, 55.), Marvin Ernst (Foul, 43.) – beide SG Lok Schönebeck