Salzlandkreis l Vor lauter Schreck ist zumindest bei den Vereinen aus Calbe und Schönebeck niemand aus dem Stuhl gekippt. Nach der Verlängerung des Lockdowns und den daraus resultierenden Kontaktbeschränkungen ist Sport treiben in größeren Gruppen nicht möglich. Zumindest bis in den März hinein. „Überraschend war es auf keinen Fall. Mit dem Gedanken haben wohl bereits einige gespielt“, sagt Gunnar Lehmann, Abteilungsleiter der Saalestädter. Im 14 Kilometer entfernten Schönebeck vertritt Stefan Kazmierowski, Coach des Handball-Sachsen-Anhalt-Ligisten SG Lok Schönebeck, die identische Meinung. „Es kam keinesfalls überraschend. Eigentlich ist es ein logischer Schritt, denn es gab keine andere Option.“

Keine Perspektiven

Gerade einmal vier Spiele konnten in der bisherigen Saison absolviert werden. Im November folgte die Unterbrechung, die nun im Abbruch mündete. „Das ist schade für alle Teams. Wir nehmen es so hin. Allerdings wünsche ich mir auch von der Politik, dass uns Perspektiven gezeigt werden. Davon gibt es derzeit noch keine“, so Lehmann. Die Teams müssen also weiter warten. „Es geht nicht, dass immer nur alles verschoben wird, das nervt die Menschen.“

Während von Seiten der Politik noch keine weiteren Szenarien offenbart werden, zeigt sich zumindest der HVSA in diesem Punkt hilfsbereit. „Der HVSA bedauert es außerordentlich, dass die zweite Punktspielserie in Folge nicht sportlich fortgeführt und entschieden werden konnte“, so HVSA-Präsident Steffen Müller. Ausgehend davon, dass es zeitnah wieder „zu sportlichen Begegnungen kommen kann, bietet der HVSA seinen Mitgliedern Hilfe bei der Organisation von Freundschaftsspielen. Hierfür sollte sich dann direkt an die jeweiligen Staffelleiter gewandt werden“, heißt es in der Mitteilung zum Saison-Schlussstrich, der für Müller unausweichlich war.

Auch wenn aktuell niemand seriös den Pandemieverlauf vorhersehen kann, darf im September vom Start der neuen Serie ausgegangen werden. Die Spieler und Trainer hoffen derweil, dass es bereits früher wieder losgehen kann. „Vorsichtig gesehen könnte ab Ostern mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder begonnen werden. Bis zum Sommer hätten dann alle wieder ein ordentliches Niveau erreicht“, blickt Lehmann optimistisch in die Zukunft. Das ist auch bei Kazmierowski der Fall: „Ich gehe ganz optimistisch an die Sache und hoffe, dass im April die Hallen wieder öffnen. Dennoch ist es schwer zu sagen, wann es wirklich wieder losgeht. Es kann nichts Festes geplant werden“, sagt der Coach.

Dennoch haben sich die Verantwortlichen in der Elbestadt bereits auf Ideensammlung begeben. Freundschaftsspiele und auch Turniere sollen in diesem Sommer über die Bühne gehen. „Wir wollen das unbedingt machen. Ich denke, auch andere Vereine haben diesen Plan“, so Kazmierowsi. Doch bis dahin können alle nur abwarten.