Staßfurt l Grund dafür ist die Ligenstrukturreform auf Ebene des Deutschen Keglerbund Classic (DKBC), welche auch Einfluss auf die Auf- und Abstiegssituation auf Landesebene hat. „In der derzeitigen Zeit ist eine Aufstockung einzelner Ligen auf mehr als zehn Mannschaften keine vorrangige Option. Hintergrund dafür sind die begrenzten Spieltagsmöglichkeiten in der kommenden Saison, von der wir im Moment nicht wissen ob und gegebenenfalls wann wir überhaupt wieder dem Kegelsport im Wettkampfmodus nachgehen können“, erklärte Wolfram Beck, Präsident des Landesverband Kegeln/Bowling Sachsen-Anhalt (LKVB) unlängst auf der Internetseite des Landesverbandes.

Bei den Salzländer Classic-Keglern macht man sich deshalb nur noch wenig Hoffnung, dass es im kommenden Jahr in der Landesliga weitergehen kann. Auf Grund der Ligenreform werden vermehrt Absteiger aus Sachsen-Anhalt zur Verbandsliga stoßen, weshalb auch in den Spielklassen darunter mehr Teams absteigen müssen.

Mannschaftskapitän Frank Beucke blickt deshalb im Nachhinein wehmütig auf die knappe 3,5:4,5 (3211:3211)-Heimniederlage gegen den SV Blau-Weiß Loburg zurück. „Man könnte sagen, uns hat am Ende ein Holz gefehlt, um den Klassenerhalt zu erreichen.“ Gegen den späteren Tabellenzweiten kamen die Staßfurter zu einem Gleichstand in den Holzzahlen, mussten sich aber auf Grund der schlechteren Satzpunkt-Ausbeute knapp geschlagen geben. In der Endabrechnung fehlten genau diese beiden Tabellenpunkte, um in Klassement einen Rang höher und aus den Abstiegsplätzen zu klettern.

Geringe Hoffnung auf Klassenerhalt bleibt

Einzig der eventuelle Rückzug eines gegnerischen Vereines aus der Landesliga könnte den Staßfurtern doch noch den unverhofften Verbleib in der zweithöchsten Spielklasse des Landes einbringen, doch dieses Szenario erscheint aktuell in Anbetracht aller Umstände unwahrscheinlich.

Aber Beucke will den Blick nach vorne richten. „Es bringt nichts, sich darüber ewig Gedanken zu machen. Wir müssen jetzt in den sauren Apfel beißen und das Beste daraus machen“, zeigt er sich kämpferisch. Dazu zählt auch, dass die Mannschaft sportlich in der neuen Liga Fuß fassen will. Automatisch als Staffelfavorit sieht er den SV Salzland dabei nicht, was sicher auch an der personellen Situation liegt.

Erstmals haben die Salzländer nur noch zwei, statt drei aktive Mannschaften im Spielbetrieb. Während die erste Vertretung dabei in ihrer bisherigen Form zusammenbleibt, gibt es in den weiteren Mannschaft Veränderungen. „Wir haben ein paar Abgänge in unserer zweiten und dritten Mannschaft zu verkraften, hauptsächlich, da die Spieler kürzertreten oder sich sportlich zur Ruhe setzen wollen“, weiß Beucke über die personellen Entwicklungen zu berichten. Langfristig – bestenfalls schon in der übernächsten Saison – sollen jedoch wieder drei Teams für die Staßfurter an den Start gehen. Dafür möchten Beucke und seine Mannschaftskollegen im Umfeld des Vereines die Werbetrommel rühren. „Es gibt einige Ehemalige, welche wir davon überzeugen wollen, auf unsere Kegelbahn zurückzukehren“, verrät der Mannschaftskapitän die Planungen für die nächsten 24 Monate.

Konservative Trainingsrückkehr

Bis dahin heißt es aber zunächst, eine Rückkehr zur sportlichen Normalität zu finden, wozu die Staßfurter in der vergangenen Woche den ersten Schritt gemacht haben. „Die Ersten sind auf unserer Bahn wieder in das Training eingestiegen. Natürlich unter den aktuell geltenden Beschränkungen und Regelungen“, erklärt Beucke. „Die Abstände werden dabei eingehalten und wir haben Desinfektionsmittel bereitgestellt sowie Listen ausgelegt, auf denen genau vermerkt wird, wer wann trainiert hat.“

„Die Ersten sind in der vergangenen Woche auf unserer Bahn wieder ins Training zurückgekehrt. Natürlich unter den aktuell geltenden Beschränkungen und Regelungen.“

Dabei setzen die Classic-Kegler lieber auf Vorsicht, als Nachsicht und eine konservative Rückkehr in den Trainingsbetrieb. „Die Personenzahl auf der Bahn ist aktuell auf vier Leute beschränkt. Das wollen wir auch beibehalten, wenn die 7. Corona-Eindämmungsverordnung gültig ist und theoretisch mehr Personen aktiv sein dürften. Es bringt uns am Ende auch nichts, wenn wir uns durch zu forsche Entscheidungen am Ende selbst schaden. Aus diesem Grund sollen die Sportler auch ihre Getränke selbst mitbringen. Zudem bleiben die Duschen unbenutzt. „Rechtlich könnten wir sie zwar nutzen, müssten anschließend aber alles desinfizieren, weshalb wir vorerst davon absehen“, so Beucke.

Ein Problem, welches die Staßfurter dabei schon gegen Ende der abgebrochenen Spielzeit plagte, scheint derweil gelöst. Die in der Schwebe befindliche Suche eines neuen Pächters für die Kegelbahn an der Charlottenstraße hat ein Ende gefunden. Die Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktförderung (GESAS) Hohenerxleben übernimmt die Räumlichkeiten, überlässt die Bahn den Salzländern jedoch zur Austragung ihrer Punktspiele. „Der Kegelsport bleibt in Staßfurt erhalten. Dafür sind wir sehr dankbar“, erklärt der glückliche Mannschaftskapitän. Nun muss es nur noch sportlich wieder aufwärts gehen. Vielleicht ja sogar schneller, als bislang gedacht.