Salzlandkreis l Den Auftakt machte am Freitag Kreisklasse-Vertreter Blau-Weiß Eggersdorf, der gegen den FSV Wespen (Kreisliga) antreten musste. Nach den Ergebnissen der Vorrunde wurden die Blau-Weißen als Favorit gehandelt und gingen auch nach zwei von drei Duellen mit 4:3 in Führung. Doch im abschließenden Spiel konnte der FSV die Partie mit einem fulminanten 7:1-Erfolg noch drehen.

Wespens Gegner im Viertelfinale wird der SV Saxonia Gatersleben und damit eines der beiden Teams, welches sich erst in der „Verlängerung“ die Teilnahme sicherte. Nach einem 3:3 zum Auftakt konnte in der Folge das Saxonia-Team in Führung gehen, doch der SV Plötzkau um Phillip Schallhorn glich aus. In dieser Partie schien der 24-Jährige allerdings sein Pulver verschossen zu haben, denn im folgenden Entscheidungsspiel unterlag er Yousef Qazi diesmal deutlich mit 1:3.

Ebenfalls in der Runde der besten acht Teams dabei sind der Egelner SV Germania und der SV 09 Staßfurt. Doch während sich das ESV-Team nach zwischenzeitlichem Rückstand am Ende souverän gegen den TSV Neundorf durchsetzte (Endstand 10:6), mussten die Bodestädter überraschend um das Weiterkommen zittern. „Man konnte sehen, dass jetzt die besten Mannschaften aufeinandertreffen. Im Duell mit Einheit Bernburg konnte unser Team nur mit Mühe die nächste Runde buchen. Doch auf Torjäger Amon van Linthout war Verlass“, teilte der Landesligist auf Facebook mit und traf damit den Nagel auf den Kopf. Nach zwei von drei Partien lagen die 09er noch mit 4:6 zurück, doch dann kam einmal mehr der große Auftritt des 17-Jährigen. Mit einem 4:2-Erfolg glich er zunächst aus und konnte anschließend auch das Entscheidungsspiel siegreich gestalten (5:2).

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Unerwartet spannend wurde es derweil noch einmal zwischen dem SC Seeland und Lok Schönebeck. Nach zwei Duellen führte der SCS souverän mit 8:4, doch nach der 0:3-Pleite im dritten Spiel fehlte den Elbestädtern letztlich nur ein Tor, um sich ebenfalls ins Entscheidungsspiel zu retten. Die Enttäuschung hielt sich aber dennoch in Grenzen, denn „auf unsere Spieler können wir zu recht Stolz sein. Wer hätte zu Beginn des Turniers damit gerechnet, dass wir ins Achtelfinale einziehen“, hielten die Schönebecker auf ihrer Facebook-Seite fest.

Mit Anstand aus dem Wettbewerb

Dass der vor dem Turnier ausgerufene Fairplay-Gedanke nicht in Vergessenheit geraten war, zeigte das Achtelfinal-Duell zwischen der SG Peißen II/Baalberge und Eiche Pobzig. Nachdem der SVE mit 6:4 in Führung gegangen war, hätte die zweite Partie fast nicht ausgetragen werden können. Doch das SG-Team willigte ein, dass der verhinderte Eiche-Spieler durch einen Teamkameraden ersetzt werden konnte. Die Spielgemeinschaft Peißen II/Baaleberge konnte die Partie zwar drehen, scheiterte durch eine abschließende 2:6-Niederlage gegen Pobzigs Topscorer Sebastian Fischer jedoch letztlich mit 11:14.

Weiterhin mit dabei ist zudem das Team des Gastgebers „Schulle & Friends“. Gegen den besten Sechsten der Vorrunde, den SV Wolmirsleben, hatten Nico Kietzmann, Steven Mues und Lucas Dübecke wenig Mühe, sich mit 14:6 durchzusetzen. „Ein großes Dankeschön an den SVW, welcher für jedes geschossene Tor zwei Euro spendete“, lobte Organisator Sebastian „Schulle“ Schulz die unterlegenen Wolmirsleber.

Gegner des Gastgebers im Viertelfinale wird die SG Warmsdorf/Güsten, die in der Rolle des Underdogs weiterhin voll aufgeht. Ursprünglich ohne festes Ziel angetreten, um einfach Spaß zu haben, hat sich das SG-Team zum Geheimfavoriten gemausert. „Eigentlich wollten wir in der fußballfreien Zeit eine eigene private Fifa-Liga unter Freunden gründen, da kam es uns gerade recht, dass sich ,Schulle‘ an unseren Kapitän gewandt hat“, erinnert sich SG-Defensivmann Dominik Siegmund an die Vorbereitung auf das Turnier. „So konnten wir nicht nur den Wettkampf-Rhythmus aufrecht erhalten, sondern auch noch etwas für den guten Zweck tun.“

Dass die auch als SG Wippertal bekannte Spielgemeinschaft dabei mit dem englischen Zweitligisten Wycombe Wanderers antritt, hat dabei weniger mit dem eigenen Dasein als Underdog aus der Kreisklasse zu tun. „Als wir uns Gedanken gemacht haben, welches Team wir auswählen, war uns klar, dass viele Vereine die bekannten Teams wie beispielsweise Liverpool nehmen. Wir wollten einen anderen Weg gehen“, so Siegmund.

Die Wahl fiel auf das Schlusslicht der zweiten englischen Liga, da sich dort ein Spieler versteckt, der als Geheimtipp unter vielen Fifa-Spielern gilt: Adebayo Akinfenwa. Der Hobby-Bodybilder hatte über Jahre den höchsten Wert im Attribut „Stärke“ und wurde erst im vergangenen Jahr vom Ex-Franfurter Sebastien Haller, der inzwischen für Ajax Amsterdam kickt, überholt – sehr zum Unmut vieler Fans.

Doch davon ließen sich die Spieler von Warmsdorf/Güsten nicht beeinflussen und der Erfolg gibt ihnen recht. Auch gegen Blau-Weiß Pretzien waren Siegmund und seine Kollegen letztlich der souveräne Sieger. Ein hochverdientes 16:7 stand zum Abschluss auf der Anzeigetafel.

Längst hat sich gezeigt, dass für den vermeintlichen Außenseiter im Turnierverlauf einiges möglich ist. Und auch Siegmund gesteht ein: „Wenn wir jetzt einmal in der K.o.-Phase sind, wollen wir natürlich so weit kommen wie möglich.“

Das gilt auch auf dem grünen Rasen, sobald die Saison fortgesetzt werden kann. In der derzeit unterbrochenen Spielzeit steht nicht nur die „Erste“ der SG Warmsdorf/Güsten in der 1. Kreisklasse, sondern auch die „Zweite“ in der 2. Kreisklasse auf Platz eins. „Unser Ziel ist es, mit beiden Mannschaften aufzusteigen. Lieber wäre es uns ohne Corona, aber darauf haben wir natürlich am wenigsten Einfluss“, so Siegmund.