Staßfurt l Dass Klappern auch zum Hand(ball)-Werk gehört, haben sie beim TuS Magdeburg-Neustadt offensichtlich verstanden. Die breite Bank der Sachsen-Anhalt-Liga-Frauen blieb jedenfalls auch dem HC Salzland 06, der am Sonntag Gastgeber für die selbsternannten „TuSsies“ war, nicht verborgen: „Der Gegner ist mit 16, 17 Spielerinnen angereist. Die konnten natürlich nicht alle auflaufen, aber daran hat man schon sehen können, dass TuS wollte“, sagte Stefan Rähm aus dem HCS-Trainerstab mit Pierre Altnau. Der Sonntag hat gezeigt: Der TuS wollte nicht nur, er musste nach sechs Niederlagen in Folge auch und er konnte, wie die 24:29 (14:11)-Pleite der Salzländerinnen zeigte.

Manchmal wiederholt sich Geschichte eben nicht nur, sondern sie verkehrt sich auch. Ende September des Vorjahres sahen sich die „Wildgänse“ beim Gastspiel im Magdeburger Norden einem 11:17-Pausenrückstand ausgesetzt, drehten die Partie aber noch in einen 27:24-Auswärtssieg. Nun also folgte am Sonnabend ein gegensätzlicher Verlauf. Warum?

Die Ursachen waren vielschichtig. Rähm und Altnau haben sie beim gestrigen Training bereits angesprochen und auch bei der heutigen Einheit werden sie ihre Spielerinnen beschäftigen. „Wir müssen diese Fehler intensiv analysieren, um sie abstellen zu können“, so der Coach.

Einer der größten Makel im Spiel war im eigenen Tempospiel zu suchen. Dieses war nämlich kaum existent. „Vorgabe war, konsequent erste und zweite Welle zu gehen“, so Rähm, doch seine Schützlinge wollten über den gesamten Spielverlauf einfach nicht recht ins Laufen kommen.

Bis zur Pause gelang es immerhin noch, die Neustädterinnen in Schach zu halten. Über die Zwischenstopps 4:3 und 7:6 behauptete der HCS 06 die Führung. Und wer weiß, wie sich der weitere Verlauf gestaltet hätte, wenn die Pausensirene den 4:0-Lauf zum 14:11 nicht unterbrochen hätte. „Die Vorgabe in der Kabine war natürlich, weiterzumachen. Aber nachdem wir zur zweiten Halbzeit auf Rückraum Mitte umgestellt haben, kam es auch zu einem Bruch im Spiel.“

In der Folge legte nun der TuS einen 5:0-Lauf hin, übernahm beim 16:15 das Zepter. Auch die fällige Auszeit (40.) der HCS-Bank brachte nicht den gewünschten Effekt. Wie schon zuvor gesellten sich regelmäßige Blackouts in der Defensive zum Salzländer Unglück hinzu. „Unter dem Strich war unsere Abwehrleistung hunds- miserabel“, kritisierte der Coach scharf. So lag beim 25:20 aus Gästesicht die Entscheidung in der Luft, spätestens beim 28:22 (55.) war sie erreicht.

Die zweite Niederlage in Folge ließ die „Wildgänse“ ein bisschen ratlos zurück, wenngleich Tabellenplatz drei unberührt blieb. „Aber das kann nicht unser Maßstab sein“, so Rähm. Im Derby am kommenden Wochenende beim direkten Verfolger SV Anhalt Bernburg geht es also nicht nur ums Prestige, sondern auch um die Dreifaltigkeit aus Wollen, Müssen und Können.
Salzland: Braune, Ellermann, Weiß – Zeidler (2), Schuldes (2), Mittwollen (5), Fiedler (2), Kregelin, Nahrendorf (1), Brunne (1), Göpel (5), Hähnel (6)
Siebenmeter: Salzland 2/2 – TuS 6/4; Zeitstrafen: Salzland 3 – TuS 3