Staßfurt l Platz zwölf in der Landesliga-Tabelle, 16 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Gardelegen. Seit Oktober vergangenen Jahres wurde gerade einmal ein Sieg eingefahren. Gründe für die Verantwortlichen des SV 09 Staßfurt, über Sachsen-Anhalts Oberhaus zu sprechen, gibt es aktuell nur wenige. Doch vor nicht allzu langer Zeit sah das noch anders aus. Nach Platz fünf in der Abschlusstabelle der Saison 2001/2002, belegten die 09er dreimal in Folge den dritten Platz in der Landesliga Mitte. Nach dem Wechsel in die Nord-Staffel im darauf folgenden Jahr gelang es der Mannschaft von Trainer René Schulze schließlich, den entscheidenden Gang hochzuschalten. Mit drei Punkten Vorsprung vor der zweiten Vertretung des 1. FC Magdeburg sicherte sich die Schulze-Elf den Meistertitel.

Dabei schien die Mannschaft den Aufstieg am letzten Spieltag aus der Hand gegeben zu haben. Gegen Eintracht Gommern kamen die Bodestädter nicht über ein 3:3 hinaus. Die Landeshauptstädter gewannen zeitgleich mit 5:0 gegen Mechau. Die Gommeraner sollten somit das Zünglein an der Waage sein – jedoch anders, als man zunächst dachte. Was viele Zuschauer im Staßfurter Stadion nicht wussten, war die Tatsache, dass die sportlich von Magdeburg gewonnene Partie gegen Gommern zwei Wochen zuvor auf Grund eines Wechselfehlers mit 3:0 für die Eintracht gewertet wurde. Somit reichte das Remis den 09ern zum Gang in die Verbandsliga.

Dort angekommen konnten sich die Bodestädter schnell etablieren. Nach einem gelungenen Auftakt im Eröffnungsspiel und Salzlandderby gegen den Schönebecker SV (2:1 für Staßfurt) folgten immerhin sechs weitere Siege und insgesamt 32 Punkte, welche am Ende den elften Platz einbrachten. Damit rangierte der SV 09 zwei Zähler vor dem SSV. Lediglich die hohe Anzahl an Unentschieden verhinderte eine noch bessere Platzierung.

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Diese sollte jedoch im zweiten Jahr folgen, dabei begann die Spielzeit diesmal mit einer ärgerlichen Niederlage. Auf Grund eines Wechselfehlers legte Arnstedt nach dem Auftaktspiel Einspruch ein. Die Salzländer hatten zwischenzeitlich mit zwölf Mann gespielt, weshalb die Partie mit 0:3 gegen sie gewertet wurde. Doch am Ende holten die Staßfurter ganze zehn Punkte mehr, als in der Vorsaison. Mit zwölf Siegen aus 32 Partien sollte es die beste Verbandsliga-Saison des SV 09 werden, auch wenn man sich in der Abschlusstabelle nur auf Rang zehn verbessern konnte. Zudem sicherte sich Matthias Härtl mit 24 Treffern den Titel des Torschützenkönigs.

Doch im dritten Jahr konnte Staßfurt den Aufwärtstrend nicht fortsetzen. Mit nur 20 Punkten aus 28 Partien landete die Mannschaft auf Abstiegsplatz 14. Nur 27 Tore waren deutlich zu wenig für den Klassenerhalt.

Im darauf folgenden Jahr machte man es zwar bis zur letzten Minute spannend, doch durch einen 2:1-Sieg gegen Gerwisch sicherte man sich den Last-Minute-Wiederaufstieg mit einem Punkt Vorsprung auf den Schönebecker SC. Aber bei der Rückkehr blieb der Erfolg erneut aus. Wie zwei Jahre zuvor gelangen der Mannschaft nur fünf Siege. Es ging also direkt wieder zurück in die Landesliga. Auch zwei Trainerwechsel brachten nicht den gewünschten Effekt. In den Folgejahren ging die Talfahrt weiter und die Staßfurter mussten den Abstieg in die Landesklasse III hinnehmen. Erst vor zwei Jahren gelang die Rückkehr in die Landesliga Nord.

In den vergangenen Jahren spielte das inzwischen von Patrick Stockmann trainierte Team stets um den Aufstieg mit. Sollte nach dem Ende der Corona-Krise sportlich ein geordneter Neuanfang gelingen, spricht nichts dagegen, dass in naher Zukunft wieder Verbandsligaluft durch das Stadion der Einheit weht.