Staßfurt l Dabei waren die Voraussetzungen vor dem Duell mit Bördeoberligist SC Germania Kroppenstedt nicht die besten, wie SV 09-Coach Patrick Stockmann zu berichten wusste. „Mir standen zu Beginn der Partie nur elf Spieler zur Verfügung. Im Laufe der ersten Halbzeit kam mit Marc Burdack immerhin ein zwölfter Mann hinzu.“ Auch Wettergott Petrus meinte es nicht gut mit den Bodestädtern. Den Großteil der 90 Minuten mussten die anwesenden Zuschauer im strömenden Regen verfolgen.

Im Schutz ihrer Regenschirme sahen die Staßfurter Fans in den ersten 45 Minuten eine wenig ansprechende Vorstellung der Heimmannschaft. Der vermeintliche Außenseiter machte seine Sache vor allem defensiv gut und bereitete den Staßfurtern Schwierigkeiten, wie auch Stockmann zugeben musste: „Ich hatte vor der Partie gesagt, dass wir unser Spiel nicht vom Gegner abhängig machen wollen. Wir haben Kroppenstedt vor der Partie nicht intensiv studiert, kannten ihre Spielweise nur wenig. Sie haben gut gespielt und uns das Leben schwer gemacht. In den ersten 45 Minuten hat mir unser Spiel nicht gefallen“, so der Übungsleiter.

Zum Führungstreffer reichte es dennoch. Nach einigen Fehlversuchen, bei denen sich auch Gäste-Torwart Maximilian Geick auszeichnen konnte, war es schließlich Matthias Lieder vergönnt, nach einer halben Stunde das 1:0 zu erzielen.

Bilder

Die Halbzeit nutzte Stockmann, um seine Mannschaft noch einmal auf die zweite Hälfte einzustellen. Und seine Pausenansprache sollte Wirkung zeigen. Die Gastgeber kamen gedanklich frischer aus der Unterbrechung zurück und setzten den SC Germania jetzt deutlich mehr unter Druck. So dauerte es letztlich keine zehn Minuten, bevor die Bodestädter ihren zweiten Treffer erzielten. Chris Matthias Horstmann traf zum 2:0 (55.) und brachte die Offensive der 09er damit endgültig ins Rollen. „Es ist schön zu sehen, dass wir nur schwer aufzuhalten sind, wenn die Mannschaft einmal in Schwung kommt“, freute sich auch Stockmann über die Leistungsexplosion seiner Spieler in der zweiten Hälfte. Der eingewechselte Burdack (62.) und Maximilian Moye (68.) erhöhten anschließend per Doppelschlag auf 4:0 und auch Treffer Nummer fünf durch Felix Jesse (72.) ließ nicht lange auf sich warten. Von der Gegenwehr, welche die Kroppenstedter in der ersten Hälfte noch ausgezeichnet hatte, war jetzt wenig zu sehen. Staßfurt ließ den Ball laufen, tanzte zuweilen die Gegenspieler reihenweise aus. Die Tore von Dustin Abresche (86.) und Sven Limpächer (90.) spiegelten die einseitigen Schlussminuten eindrucksvoll wider.

Testspiele bringen keine Punkte

Stockmann wollte das Ergebnis dennoch nicht zu hoch hängen. „Natürlich bin ich zufrieden, dass auch der zweite Test 7:0 für uns ausgegangen ist, doch am Ende ist das Ergebnis vielleicht ein bisschen zu hoch ausgefallen“, stapelte der Trainer trotz der überzeugenden Leistung seiner Mannschaft tief. „Punkte kriegen wir dafür auch heute nicht.“ Seine Hoffnung ist es, dass die Mannschaft diesen Lauf in der Rückrunde fortsetzen kann. „Wir stehen gut im Training. Wenn jetzt kein Schlendrian reinkommt, bin ich zuversichtlich für die zweite Saisonhälfte.“ Ein Extralob hatte Stockmann letztlich noch für Jubilar Steven Stachowski übrig, der die Mannschaft in seinem 100. Testspiel für die 09er als Kapitän auf den Platz führen durfte. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht. Für mich war es selbstverständlich, dass er heute Kapitän ist.“ Ein solches Jubiläum feiert man schließlich nicht alle Tage.