Neugattersleben l Lange Zeit war dabei nicht klar, ob die Partie überhaupt ausgetragen werden konnte. Der zweitägige Dauerregen hatte der Anlage in Neugattersleben stark zugesetzt. Erst wenige Stunden vor dem Anpfiff ließ dieser nach. Die Verantwortlichen des Kreisfachverbandes (KFV) Fußball Salzland waren den VfB-Verantwortlichen sehr dankbar, dass sie ihren Sportplatz dennoch zur Verfügung stellten.

Frust kam derweil für den SV Cochstedt beim Blick auf die Aufstellungen auf. Das Aufgebot der Wolmirsleber Reserve wurde – im Rahmen der zulässigen Ordnungen – mit Akteuren aus dem Salzlandliga-Kader der ersten Mannschaft verstärkt.

Fußball wurde dann aber trotzdem auch noch gespielt. Teilweise recht rustikal, was sicherlich auch den Platzverhältnissen geschuldet war. Viele Akteure hatten Standschwierigkeiten und technische Finesse blieb dadurch zu oft auf der Strecke. So war die erste Hälfte nach einer längeren Findungsphase von recht mäßigem Niveau geprägt. Jedoch kamen beide Mannschaften trotzdem zu Chancen, weil die Abwehrreihen oftmals fehlerhaft agierten. Der Führungstreffer der Wolmirsleber kurz vor dem Seitenwechsel war letztlich einer der wenigen Höhepunkte der Begegnung. Marcus Beck traf nach 40 Minuten zum 1:0 für die Kicker des SVW.

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Das Spielniveau verbesserte sich nach der Pause sichtbar, denn beide Teams hatten sich inzwischen mit den Bodenverhältnissen abgefunden. Hinzu kam die immer besser werdende Frustbewältigung der Cochstedter. Der SVC hatte gemerkt, dass der Gegner trotz der höherklassigen Verstärkung nicht übermächtig war. So legte die Mannschaft auch mit viel Schwung und recht hohem Spieltempo los und belohnte sich mit dem Ausgleichstreffer nur drei Minuten nach Wiederanpfiff auch früh.

Das Match wog anschließend auf und ab. Führungschancen hatten Spieler beider Teams mehrfach. Eine dieser Möglichkeiten zu nutzen wusste schließlich erneut Beck, der seine Mannschaft nach 58 Minuten abermals in Führung brachte. Doch auch mit dem 2:1 im Rücken musste Wolmirsleben II noch einige Zeit um den Pokaltriumph zittern. Denn die Cochstedter setzten weiter auf Angriff und hatten mit Keeper Daniel Mohr zu jeder Zeit einen starken Rückhalt. Das SVW-Team wurde oft in die Defensive gedrängt und begnügte sich immer mehr mit Konterfußball. Dabei nutzte das Team vor allem die Schnelligkeit von Hauptangreifer Ronny Stock, der den Pokalsieg per Doppelschlag perfekt machte. In der 78. und 88. Minute erhöhte er auf den 4:1-Endstand, welcher die Spielanteile jedoch nur unzureichend wiedergab.

Der SV Cochstedt hatte vor allem in Hälfte zwei optisch mehr vom Spiel und wirkte im Vorwärtsgang auch agiler. Am 22. Kreisklasse-Spieltag hatten sie sich mit einer ähnlichen Spielweise mit 1:0 durchgesetzt. Die schlechtere Chancenverwertung im Vergleich zu gnadenlosen Wolmirslebern machte an diesem Tag letztlich den Unterschied. Der SVC wurde sicherlich unter Wert geschlagen, ohne den Sieg des SV Wolmirsleben II zu schmälern. Der erste Sieg einer ersten Mannschaft seit Einführung des Kreisklassenpokals ließ somit weiter auf sich warten.

Für den SVW endete unterdessen ein sehr erfolgreiches Spieljahr 2012/13 mit Platz drei in der 1. Kreisklasse sowie dem Pokalerfolg für die zweite Vertretung.