Atzendorf l Er strecke beide Fäuste in die Höhe und strahlte, als hätten die Atzendorfer in diesem Moment die Meisterschaft eingetütet. Dabei brachte Arthur Knoll nur eine sehr gute Flanke in den Strafraum, die Eric Güttel im Achtelfinale des Sparkassen-Cups zum 1:1 für die ZLG Atzendorf gegen den Favoriten SV 09 Staßfurt nutze. Knoll war in dieser Situation selbst etwas überrascht, dass er den Ball mit seinem starken linken Fuß perfekt erwischte und dem Neuzugang den Treffer aus gut zwölf Metern ermöglichte. Dieses 1:1 (53.) war zu dem Zeitpunkt völlig verdient. Auch aufgrund einer Gelb-Roten Karte bauten die Gastgeber dann aber ab und der SV 09 setzte sich am Ende verdient mit 3:1 (1:0) durch.

„Aufgrund des Ergebnisses sind wir zufrieden. Wir haben in der zweiten Halbzeit aber nicht das umgesetzt, was vorgegeben war“, sagte Patrick Stockmann, der sportliche Leiter der Staßfurter, der den Leistungsabfall auch etwas mit den vielen Wechseln begründete. „Aber es bleibt ein Vorbereitungsspiel und da wollten wir auch mal Spieler auf anderen Positionen austesten“, ergänzte Stockmann, der von einer „soliden Teamleistung“ sprach. Dabei konnte aber Neuzugang Marcel Pusch auf sich aufmerksam machen. Der 24-Jährige wirbelte viel hinter der Spitze und besorgte auch den 1:0-Führungstreffer (37.).

In den ersten 45 Minuten war zwar der Landesligist tonangebend, das erste Ausrufezeichen hätten aber die Hausherren setzen können. „Mit Glück hätten wir in Führung gegen können“, beobachtete ZLG-Coach Stefan Rock. Die Blau-Weißen waren nach einem langen Ball und einem Doppelpass frei vor dem leeren Tor, doch Max Gehrke schoss drüber. „Kein Vorwurf, das kann mal passieren“, nahm Rock seinen Spieler in Schutz. Insgesamt sprach er von einem „schnellen und schönen Spiel“.

Die Derby-Atmosphäre war dabei nur selten zu spüren. Auch die Gelb-Rote Karte war kein böses Foul, eher ein unnötiges von Philipp Horn am Mittelkreis (65.). Und sie hatte durchaus hatte Folgen. Denn „kurz vor und nach dem Ausgleich waren wir besser“, beobachtete Rock richtig. Nach der Karte aber gab es einen kleinen Einbruch, der den Gästen zu Gute kam. „Wir konnten dann nach vorn nichts mehr ausrichten“, klagte Rock.

Die Staßfurter hingegen fanden vor den 140 Zuschauern langsam zu ihrem schnellen Spiel über die Außen zurück. Zum Erfolg führte dann wenige Minuten nach dem Platzverweis ein Distanzschuss von Pusch, den ZLG-Keeper Sascha Eisenträger nur prallen ließ. Matthias Lieder reagierte am schnellsten und schob zum 2:1 ein (71.). Kurz danach ließ Matthias Härtl nach Lieder-Flanke das 3:1 liegen. Die Atzendorfer schmissen noch einmal alles nach vorne und schufen damit auch Räume für Konter des SV 09. Ein solcher wurde letztlich von Marc Burdack zur Entscheidung genutzt (86.). Damit dürfen sich die Staßfurter am Freitag auf Oberligist Askania Bernburg freuen.