Staßfurt l Ende März 2019 rumorte es im Umfled von Fußball-Landesligist SV 09 Staßfurt gewaltig. Präsident Ralf Möller und weitere Präsidiumsmitglieder traten von ihren Ämtern zurück. Möller wollte sich nach eigener Aussage nicht mehr mit Neid, Heuchlerei und missgünstigen Menschen im Umfeld des Vereins herumplagen. Der Präsident wollte nicht mehr mit Spielern über Geld verhandeln. Die Landesliga-Mannschaft wurde in diesem Zusammenhang von vielen als Söldnertruppe abgestempelt. Das Offensivspieler Stefan Stein praktisch im selben Atemzug seinen Wechsel zum 1. FSV Nienburg verkünden ließ, passte ins Bild.

Die Mannschaft reagierte auf die Vorgänge in einem offenen Brief und wehrte sich gegen die Darstellung, dass sie lediglich dem Geld nachliefe. Unter diesen Vorzeichen wird das Team der 09er mit Blick auf das nahende Saisonende von vielen Fußballinteressierten ganz genau beäugt. Droht der Zerfall des Vorjahres-Vizemeisters der Landesliga Nord?

Schenkt man Trainer Jens Liensdorf glauben, kommt es nicht soweit. „Es gibt positive Signale. Stefan Stein ist bisher der einzige bekannte Abgang. Ich hoffe, das die Jungs zusammen bleiben“, sagt der Coach. Der möchte nämlich liebend gerne den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Und der heißt: Ambitionierter Fußball mit Verbandsliga-Perspektive und soll zugleich immer wieder den Einbau von Eigengewächsen beinhalten.

Mit Tom Krüger, Tim Kaufmann und Aaron Zöger wurden zuletzt drei A-Junioren schon intensiv in die Mannschaft eingebaut. Das war sicher auch den vielen Ausfällen im Team geschuldet, dennoch ist Liensdorf sehr angetan von den Nachwuchsspielern. Tim Kaufmann bekam beispielsweise am Sonnabend gegen die TSG einen Startelf-Einsatz auf der Sechserposition zugestanden. Und erhielt prompt ein Sonderlob vom Trainer. „Er hat ein überragendes Spiel gemacht, war sehr ruhig am Ball. Den Druck hat man ihm überhaupt nicht angemerkt“, freute sich Liensdorf. Der Übungsleiter der 09er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass man die Mannschaft auch mit externen Neuzugängen verstärken möchte. „Wir wollen natürlich auch weiter nach jungen Spielern Ausschau halten.“ Zudem wollen die Staßfurter die Saison positiv beenden. Auch wenn der Aufstieg von Liensdorf bereits abgehakt wurde. „Wir waren letztes Jahr Vizemeister und können das auch in dieser noch erreichen. Zumindest wollen wir aber zeigen, das wir die Punkteausbeute bestätigen und das es eine sportliche Entwicklung gibt“, so Liensdorf.

Ob die Entwicklung auch tatsächlich mit großen Teilen des aktuellen Kaders vorangetrieben werden kann, wird die Sommerpause zeigen.