Salzlandkreis l Im Reich der Märchen gibt es viele Helden. Prinzen, die Prinzessinnen retten. Von mythischen Geschichten wird da berichtet. Sagen sind das Hoffnungselixier der kleinen Kinder in der großen, manchmal bösen Welt.

So weit hat Jürgen Kauws wahrscheinlich nicht gedacht, als der Trainer vom SV Wolmirsleben die Leistungen seines Torwarts Mirko Schramm als „sagenhaft“ bezeichnete. Aber auch in der Salzlandliga war Schramm für die Wolmirslebener dann irgendwie doch ein Held. Mit drei Nominierungen während der Saison ist Schramm der Hintermann mit den meisten Nominierungen im Kasten. Und das, obwohl er erst im Winter gekommen ist. Und bereits 38 Jahre alt ist. Man versteht also, warum Kauws so sehr von seinem Keeper schwärmt. Dass Schramm in der Salzlandelf des Jahres im Tor steht, findet er völlig richtig. Für Kauws ist Schramm so ein Typ wie Oliver Kahn einst. „Er hat keine Angst, springt überall rein. Er ist ein wirklich guter Rückhalt.“

Karasch "bester letzter Mann"

Mit Christoph Karasch hat sogar noch ein zweiter Wolmirslebener den Sprung in die Bestenauswahl des Jahres geschafft. Sechs Nominierungen bekam der Abwehrchef während der Saison. „Es gibt keinen besseren letzten Mann in der Salzlandliga“, meint Kauws. „Er ist zweikampfstark, hält die Mannschaft zusammen, sagt, was Sache ist.“ Karasch ist der emotionale Anführer. Oder besser gesagt: War. Bekanntlich wechselte Karasch ja zur TSG Unseburg/Tarthun, um dort den Trainerposten zu übernehmen. „Das ist ein großer Verlust“, sagt Kauws.

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Doch die Elf des Jahres weiter zusammenzustellen, war gar nicht so einfach. Die Sportredaktion der Volksstimme im Salzlandkreis blätterte und blätterte in den Unterlagen und musste vor allem feststellen: Sturm ist Trumpf. Rein von der Anzahl der Nominierungen hätte es fast nur Stürmer gegeben. Unter den 14 Spielern mit vier oder mehr Nominierungen sind acht Stürmer, nur drei Verteidiger und kein Torwart! Das lässt sich so natürlich schlecht aufstellen. Nicht jeder kann Tore schießen, ein paar müssen sie auch verhindern. Daher wählte die Volksstimme mit André Kanemeier vom MTV Welsleben und Mirko Schramm im Tor aus Wolmirsleben eben auch zwei Spieler mit nur drei Nominierungen in die Elf des Jahres.

Wie wichtig die Männer hinten drin sind, erklärt dann auch Markus Kolodzyk, Trainer von Blau-Weiß Pretzien. Zwei seiner Abwehrspieler sind dabei. Rechtsverteidiger Marco Reichel zeichnet „große Zweikampfstärke auf, er ist kopfballstark, hat ein gutes Stellungsspiel. Er macht es den Stürmern schwer.“ Faire Tacklings, das frühzeitige Erahnen von Pässen. Die Fähigkeiten von Reichel sind vielseitig.

Abwehrchef ist aber Florian Borchert. Der ist nicht nur der Kapitän der Pretziener. „Er ist der Lenker“, sagt Kolodzyk. Dirigent Borchert sei zudem unverzichtbar in der Spieleröffnung. „Mit klugen Pässen ins Mittelfeld und nach außen, die zum großen Teil ankommen, leitet er immer wieder Konter ein.“ Daher wurde Borchert sechs Mal nominiert.

Chris Müsing Nominierungsmeister

Nominierungsmeister ist aber Chris Müsing von Wacker Felgeleben. Ganze sieben Mal wurde der 23-jährige Stürmer in die Topelf nominiert. Das sichert Müsing, der 23 Treffer für Wacker während der Saison erzielte, völlig zu Recht den Platz in der Elf des Jahres. Neben ihm hat auch Sebastian Horner von Rot-Weiß Alsleben, dem Aufsteiger in die Landesklasse, den Sprung geschafft. Fünf Nominierungen erhielt der Angreifer während der Saison. 30 Tore (Topwert der Liga) waren dann schlagkräftige Argumente, um ihn dem Vorzug vor Sturmkollege Tim Gadkowsky zu geben. Der kam ja „nur“ auf 25 Treffer.

Und obwohl es von der TSG Calbe II kein Spieler in die Salzlandelf des Jahres geschafft hat, so ist das Team trotzdem eine Erwähnung wert. Während der Saison pickte sich Trainer Dirk Bizuga nämlich 17 verschiedene Spieler aus, die abwechselnd den Sprung in die Topelf schafften. Rekord.

Bei Warthe Hakeborn hingegen waren nur fünf Spieler für Trainer Marcus Drößler gut genug für eine Nominierung. Mittelfeldmann Nick Allert nominierte er allerdings gleich sechs Mal.