Westeregeln l Marcel Pufahl riss die Arme hoch, als am Sonnabend der Schlusspfiff ertönte. Seine Mannschaft, der SV Wacker Westeregeln, hatte soeben die ersten beiden Pluspunkte der noch jungen Verbandsliga-Saison eingefahren. Bei einer vor allem defensiv wenig überzeugenden ersten Halbzeit und einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand nach 42 Minuten (21:27) musste auch der Wacker-Übungsleiter zugeben: „Ich habe ehrlich gesagt nicht mehr daran geglaubt, dass wir das noch gewinnen. Ich hatte nur gehofft, dass wir uns nicht ganz abschießen lassen.“

Entsprechend groß war sein Jubel darüber, dass die Heim-Sieben nicht nur auf Schadensbegrenzung aus war, sondern darauf, die Partie komplett zu drehen. Ein 7:1-Lauf zu Beginn der letzten Viertelstunde brachte die Wende im Spiel.

Die Startphase des Aufeinandertreffens gehörte zunächst den Gästen aus der Börde. „Wir haben viel zu passiv verteidigt und oft Angst gehabt, Fehler zu machen“, hatte Pufahl überrascht beobachtet. „Das war in der vergangenen Woche überhaupt nicht der Fall und ich kann es mir ehrlich gesagt auch nicht erklären.“ So mussten die Gastgeber von Beginn an einem Rückstand hinterherlaufen und konnten meist nur reagieren, statt zu agieren. In Spielminute zehn lagen die Gäste mit 9:7 in Front, zehn Minuten später mit 14:10. In den letzten Minuten vor der Halbzeitpause konnten die Westeregelner noch einmal auf 17:19 verkürzen, doch der letzte Treffer vor dem Seitenwechsel gehörte Oebisfelde.

Nach der Pause zeigte sich zunächst ein ähnliches Bild. Das Gästeteam war spielbestimmend und baute seinen Vorsprung weiter aus. Nach 39 Minuten nahm Wacker-Coach Pufahl seine zweite Auszeit, um den Spielfluss der Oebisfelder zu stören. Und die Ansprache sollte ihre Wirkung nicht verfehlen. Schritt für Schritt wurde der Abstand wieder verkleinert, bis mit dem 27:27 (52.) erstmals seit dem 6:6 in der achten Minute ein Unentschieden auf der Anzeigetafel stand.

Die Gäste zeigten jetzt kaum noch Gegenwehr, wirkten verunsichert und schienen auch konditionell an ihre Grenzen zu stoßen. Ganz anders die junge Wacker-Sieben, die einen fulminanten Schlussspurt hinlegte und in der 55. Minute erstmals in Führung ging. „Ich war überrascht, dass Oebisfelde nach unserer ersten Führung im gesamten Spiel dann so schnell aufgesteckt hat“, rekapitulierte SVW-Trainer Pufahl nach dem Abpfiff. Denn abgesehen von einem Siebenmeter gelang den Gästen in den letzten fünf Minuten kein Tor mehr. Und so konnten Pufahl, seine Spieler und die anwesenden Fans nach der Schlusssirene gemeinsam über den ersten Westeregelner Saisonerfolg jubeln.

Wacker Westeregeln: Tiefert – Beinhoff (6), Schönbein, Chrzan, Gorges (2), T. Fischer (6), Großheim, Christoph (6/4), Stingl, Gromadka (3), Elsner (8), Jakobi (3), Zeidler, D. Fischer

Siebenmeter: W. Westeregeln 6/4 – Oebisfelde II 4/4

Zeitstrafen: W. Westeregeln 4 – Oebisfelde II 7