Staßfurt l Es wurde emotional. Vor und nach dem Spiel. Im Vorfeld wurden verdiente Spielerinnen des HC Salzland 06 wie Mareike Fiedler mit Wehmut verabschiedet, im Nachgang gingen die Köpfe erneut etwas bedrückt nach unten. Grund beim zweiten Mal war die jüngst erlebte 20:30 (11:13)-Niederlage vor der eigenen Kulisse gegen TuS 1860 Magdeburg Neustadt. „Das war schade, dass nicht mehr drin war. Das Ergebnis spiegelt nicht den derzeitigen Leistungsstand der Mannschaft wider. Letztlich hatten wir aber keine Chance, weil die Gäste cleverer waren“, fasste es die Salzland-Trainerin Sylvia Breitenstein zusammen.

Ihre Schützlinge konnten nur selten an die gute Leistung in Oebisfelde vor vier Wochen anknüpfen. Immerhin war die Anfangsphase gegen TuS noch ausgeglichen. 2:2 stand es nach gut vier Minuten. „Beide Teams waren nervös“, beobachte die Trainerin. Zunächst ging das Konzept auf, die mit 163 Toren beste Werferin der Liga Jenny Friese auf Manndeckung zu nehmen, doch in der Folgezeit konnte sich die Rückraum-Schützin immer öfter lösen oder es entstanden Lücken am Kreis. Die Gäste erzielten fünf Tore am Stück und führten 7:2 (9.).

In der Halbzeit hoch motiviert

Breitenstein reagierte zunächst mit einer Auszeit, in der sich ihr Team „erholen“ konnte. Und das war von Erfolg gekrönt. Die Salzländerinnen arbeiteten sich bis zur Pause immer weiter heran und gingen schließlich nur noch mit einem knappen Zwei-Tore-Defizit in die Unterbrechung. „In der Pause haben wir die kleinen Baustellen nochmal angesprochen und alle waren hoch motiviert“, sagte Breitenstein.

„Doch auf der Platte kam es dann ganz anders“, so die Trainerin. Die Würfe waren nicht mehr von Erfolg gekrönt und es kamen immer häufiger technische Fehler dazu. So konterten die Magdeburgerinnen und zeigten sich im Abschluss souverän. Sie entwischten dem HC Salzland in der Phase nach der Pause und setzten sich binnen fünf Minuten auf 19:11 ab (35.).

Das Spiel war damit entschieden, hatte Salzland nach der schwierigen Saison doch auch schlichtweg nicht mehr die Kraft, sich von diesem Rückschlag zu erholen. Diese fünf Minuten brachten einen gehörigen Knick in die Moral. „Die Körperspannung fehlte danach“, beobachtete Breitenstein. Sie versuchte abermals, ihr Team mit einer Auszeit zu beruhigen, doch dieses Mal brachte das keine Besserung. Der Rückstand wuchs bis zum Abpfiff sogar noch auf zehn Tore. „Es kam dann eins zum anderen. Die Magdeburgerinnen haben unsere Fehler bestraft und wir haben auch noch ein paar Möglichkeiten liegen lassen“, so Breitenstein.

Doch die Staßfurterinnen haben nun, nach der kurzen Osterpause, noch eine Chance auf einen versöhnlichen Abschluss. Am 28. April gastieren sie zum Derby bei der SG Lok Schönebeck.

Salzland: Braune, Ellermann, Grenzer - Zeidler (1), Schuldes (4), Friedrichs, Fiedler (1), Mittwollen (1), Nahrendorf (3), Spiegel (1), Kriebel (3), Voigt (3), Hähnel (3)

Siebenmeter: Salzland 3/2 - TuS 4/4 Zeitstrafen: Salzland 3 - TuS 3