Wolmirsleben l Bedröppelt zogen die Spieler des SV Germania Borne in Richtung Kabine, als die Magdeburger einen Kreis bildeten und im Chor „Auswärtssieg“ skandierten. Der Post SV Magdeburg II hatte den SV Germania Borne in der Verbandsliga Nord kurz zuvor mit 38:32 (17:15) geschlagen.

Germania-Spieler Christian Fink war entsprechend „sehr enttäuscht“ und konnte sich die Gründe für die Niederlage kaum erklären. Zumindest wusste er: „Wir standen in der Abwehr viel zu schlecht.“ 38 Gegentore sprechen für sich. Nachdem die Schwarz-Gelben bereits in der Vorwoche bei der 17:39-Schmach in Stendal so viele Gegentreffer schlucken mussten, haben sie sich in diesem Bereich absolut nicht gesteigert. Das „andere Gesicht“, das Trainer Christian Kasten im Vorfeld forderte, die Borner zeigten es definitiv nicht. Und dieses Mal konnte der Harzverbot nicht als Ausrede herhalten. „Wir haben viel zu viel verworfen, das war der Knackpunkt“, wusste Fink.

In der ersten Hälfte war das Spiel noch ausgeglichen. Weil sich die Gäste vor dem Tor aber konsequenter zeigten, gingen sie mit zwei Toren in Führung. Bezeichnend für die Misere der Borner an diesem Tag war eine Aktion in der 41. Minute. David Wegener war nach einem Konter frei durch und scheiterte am Torwart des Gegners, der an diesem Tag sehr gute Paraden zeigte und auch seinen Teil zum Auswärtssieg beigetragen hat. „Er hat stark gehalten. Er hatte aber seine Lieblingsseite, das haben wir zu spät realisiert.“

Nach der vergebenen Chance von Wegener konterten die Gäste und erzielten das 25:21. Die Postler hielten diese Führung bis zum Ende, bauten sie sogar noch auf sechs Tore aus. Zumindest bei den erzielten Toren konnte sich die Germania steigern. Ein kleiner Lichtblick? Für Fink nicht: „Wir können überhaupt nichts Positives aus diesem Spiel mitnehmen. Das war ein Vier-Punkte-Spiel, das darfst du zuhause nicht verlieren.“

So aber stürzen die Gäste den SVG weiter in Richtung Tabellenende. So groß die Euphorie nach der Tabellenführung am ersten Spieltag war, so groß ist jetzt die Ernüchterung nach der vierten Niederlage in Serie. „Aus diesem Sumpf müssen wir jetzt wieder rauskommen“, fordert Fink, der aber auch weiß: „„Das wird von Woche zu Woche schwerer.“ Vielleicht hilft die zweiwöchige Ligapause, Germania trifft am Wochenende im Pokal auf den HBC Wittenberg (Sachsen-Anhalt-Liga), um sich aus diesen Umständen zu befreien.