Staßfurt l Zuletzt gab es einige Personalprobleme, dieses Mal war die Bank voll. 14 Spieler standen auf dem Protokoll des HV Rot-Weiss Staßfurt. Und es hätten sogar noch mehr Akteure zur Verfügung gestanden. Die lange Spielerliste war der Schlüssel zum Erfolg beim 32:29 (16:14) im Heimspiel der Sachsen-Anhalt-Liga gegen den BSV 93 Magdeburg. „Der breite Kader hat sich ausgezahlt“, bemerkte Coach Sebastian Retting, der den Grund für den Sieg leicht ausmachte: „Wir waren besser. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet und die Ruhe bewahrt.“

Dabei verlief der Start nicht optimal für den HV Rot-Weiss. Der Tabellendritte, der im Titelrennen zwei wichtige Punkte einfuhr, lag nach vier Minuten mit 0:2 hinten, lief diesem Rückstand gut eine Viertelstunde hinterher. „Wir sind nicht gut reingekommen, waren in der 6:0-Deckung zu passiv“, klagte Retting. Dann aber besprach er sich mit seinem Co-Trainer Cosmin Tiganasu. Die beiden stellten auf eine 5:1-Abwehr um. Diese Variante mit dem tschechischen Winterneuzugang Patrik Postelt an der Spitze brachte schon oft Erfolg. Und auch gegen den BSV sorgte es für den Umbruch im Spiel. Postelt hat laut seinem Coach „sehr gut gedeckt“ und das Spiel des Gegners mit dem „starken Rückraum zerstört“. So kamen die Hallenherren zunächst zum Ausgleich und erarbeiteten sich bis zur Pausensirene sogar noch eine knappe 16:14-Führung.

Zweite Hälfte

Vor allem in der zweiten Hälfte wurden den Staßfurtern aber noch Steine in den Weg gelegt. Retting bemängelte die Schiedsrichter-leistung: „Das war schon grenzwertig. Es waren viele fragwürdige Entscheidungen dabei.“ Seinen Unmut konnte der 34-Jährige auch mit Zahlen belegen: „Wir waren in der zweite Hälfte zwölf Minuten in Unterzahl“, spricht er auf die sechs Zeitstrafen an. Zudem gab es sieben Strafwürfe gegen die Rot-Weissen, von denen sechs drin waren. Auch wenn Sebastian Schliwa nicht wieder so eiskalt war, was das Entschärfen von Siebenmetern angeht, der Staßfurter Keeper konnte dennoch überzeugen: „Er hat wieder stark gehalten“, so Retting über seine 15 Paraden. „Er hat viele freie Bälle weggenommen und einige Konter eingeleitet.“

Doch Lob hatte der Coach auch für weitere Spieler übrig: Kevin Engelhardt, der schon das Spiel der Zweiten in den Knochen hatte, brachte Stabilität in die Deckung. Oliver Jacobi überzeugte am Kreis erneut. Alexander Ernst lieferte bei seiner Rückkehr „eine starke Partie“ ab. Und Martin Strnad hat das Spiel „sehr gut geleitet“. So gut wie alle Spieler waren am Erfolg beteiligt, was auch die sehr verteilte Anzahl der Torschützen deutlich macht.

So spielte es auch keine Rolle für die Staßfurter Handballer, dass sie sich von den Unparteiischen benachteiligt behandelt fühlten. Sie antworteten mit einer starken zweiten Hälfte, in der sie sich auf fünf Tore absetzen konnten (25:20, 45.). „Wir haben sicherer gespielt und waren oft über Konter erfolgreich.“

Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Beinhoff, Ernst (4), Retting (2), Jacobi (8), Vadaszi, Steinbrink (2), Engelhardt, Strand (2), Schöne (6), Postelt (2), Meißner (1)

Siebenmeter: Staßfurt 6/6 - BSV 8/7 Zeitstrafen: Staßfurt 7 - BSV 4