Staßfurt/Calbe l Dabei war Hannes Krausholz vom Handball-Sachsen-Anhalt-Ligisten TSG Calbe zufrieden mit der Anfangsphase seiner Mannschaft. „Es ist uns gelungen, immer wieder gefährliche Durchstöße vor das Staßfurter Tor zu kreieren.“ Eine gute Viertelstunde lang verlief alles nach Plan. Der HV Rot-Weiss präsentierte sich zwar gewohnt offensivstark, doch Calbe fand stets die richtige Antwort, um zum 7:8 (17.) aufzuschließen.

Doch wie Staßfurts Trainer Sebastian Retting nach dem Abpfiff festhielt, „wird eine Partie nicht in 15 Minuten entschieden“. Als Rot-Weiss die anfängliche Nervosität abgestellt hatte, zogen sie davon. In der eigenen Defensive bekamen die Calbenser keinen Zugriff auf den Gegner. Während sie das in der Anfangsphase noch durch eigene Treffer kompensieren konnten, gelang das ab Mitte der ersten Hälfte nicht mehr. „Wir haben in unseren Angriffsversuchen zu oft den Ball hergegeben und Staßfurt damit zu Gegentoren eingeladen“, bilanzierte Krausholz.

Auch Retting sah die Minuten rund um den Seitenwechsel als Knackpunkt der Partie an. „Der Fünf-Tore-Vorsprung zur Pause und die Tatsache, dass wir nach dem Wiederanpfiff nicht nachgelassen haben, war für das Spiel entscheidend“. Dabei sah er das Duell zur Pause keineswegs als vorentschieden an. „Ich wusste, dass Calbe in der zweiten Hälfte noch etwas probieren und vielleicht offensiver umstellen wird, deshalb war es wichtig, dass wir nach der Rückkehr aus der Kabine genau da weitergemacht haben, wo wir aufgehört haben“, so Retting.

Vollgasveranstaltung mit kleinem Makel

Die Vollgasveranstaltung der Gastgeber machte sich bezahlt und so prangte beim 28:15 (47.) erstmals ein 13-Tore-Vorsprung auf der Anzeigetafel. Retting entschied sich, gegen die durch eine Rote Karte dezimierte TSG-Mannschaft immer wieder kurzzeitig mit sieben Feldspielern anzutreten und gab seinem Torwart Sebastian Schliwa immer wieder kurze Pausen. Doch statt die Führung weiter auszubauen, schrumpfte diese in Folge der Umstellung. Immer wieder kamen die Gäste zu Würfen auf das freie Tor der Bodestädter, doch „mehr als Ergebniskosmetik war nicht drin“, so Krausholz. „Auch angesichts der Personalsituation konnten wir an diesem Tag nicht mehr erreichen. Der Spielfluss, den du gegen eine Topmannschaft brauchst, war einfach nicht da.“ Was der TSG-Verantwortliche damit meinte: Fünf Spieler fehlten seiner Mannschaft, weitere nahmen angeschlagen auf der Bank Platz.

So blieb es letztlich bei einem deutlichen 36:25-Erfolg für die Gastgeber, mit dem Coach Retting rund um zufrieden war. „Beim nächsten mal müssen wir nur die Konzentration bis zum Schluss oben halten, dann werden es noch weniger Gegentore.“ Durch die Niederlage von Verfolger Wittenberg-Piesteritz beim BSV 93 Magdeburg hat der HV Rot-Weiss drei Zähler Vorsprung vor dem Zweiten. Calbe bleibt Neunter.

Staßfurt: Schliwa – Peschke (1), Reiske (6), Ernst (2), Jacobi (1), Steffen (9), Steinbrink, Rach (2), Hoffmann (6), Strnad, Lück (2), Arapovic (5), Meißner (2)

Calbe: Wiederhold, Bertram – Walther, Gieraths (3), Rätzel (2), Schülke (1), held (4), Weiß (8), Sowa (2), Kralik (3), Wiedon, Reiske (2)

Zeitstrafen: HVRW 5 – TSG Calbe 3

Siebenmeter: HVRW 3/3 – TSG Calbe 6/5