Bernburg/Staßfurt l Von musikalischen Interpretationen mit Alltagsgegenständen bis zu Imitationen bekannter Filme wie „König der Löwen“ im ganz eigenen Stil – die zweite Mannschaft des SV Anhalt Bernburg sorgt auf der eigenen Facebook-Seite immer wieder für Lacher bei den Followern. Seit Sonnabend vermissten die Fans aber einen neuen Beitrag. Wahrscheinlich saß der Stachel bei den „Wappichen“ noch zu tief, haben sie doch das Derby der Verbandsliga Süd gegen den HV Rot-Weiss Staßfurt II mit 26:32 (11:16) verloren.

Für die Bodestädter war das bereits der dritte Erfolg in Serie, der Jubel war sogar noch größer als bei den zwei Heimsiegen zuletzt. „Wir haben uns riesig gefreut, dass wir dieses Derby gewonnen haben. Das war ja so nicht zu erwarten, wenn man sich unsere Auswärtsbilanz aus dem Vorjahr anschaut“, gab Thomas Hagemeyer aus dem Trainerteam zu Protokoll und verwies dabei darauf, dass die Staßfurter sonst vor allem zuhause ihre Punkte holten. „Jetzt haben wir schon sechs Punkte nach vier Spielen, das ist sehr gut für das Selbstvertrauen, vor allem für die jungen Spieler. Wenn sich im Training weiterhin alle voll reinhauen, kann das eine gute Saison werden“, blickt Hagemeyer optimistisch voraus.

Idealer Start für die Staßfurter

Und diese Zuversicht zieht er auch aus dem Derbysieg vom Sonnabend. Denn obwohl die Gäste „ein bisschen ersatzgeschwächt“ waren, es fehlten mit Kevin Engelhardt und Marco Richter wichtige Stammspieler, starteten die Rot-Weissen beinahe ideal in die Partie. 6:1 lautete die Führung nach gut acht Minuten, wobei sich der junge Fabian Rübenack schon drei Mal in die Torschützenliste eintrug. Am Ende kam er auf ganze sieben Tore, war gemeinsam mit Tino Korin bester Werfer des Teams von Coach Mario Kutzer und ein Faktor für den Erfolg. „Hervorzuheben ist auch Patrick Tuchen, der hervorragend gehalten hat“, so Hagemeyer über den 40-Jährigen. Weil dazu auch die Abwehr stabil stand, konnten die Gäste die Führung bis zur Pause problemlos verteidigen.

Die zweite Halbzeit ging dann etwas ausgeglichener zu. „Wir hatten eine kurze Schwächephase“, beobachtete Hagemeyer. „Wir waren teilweise zu hektisch. Wir hätten in dieser Phase ruhiger bleiben müssen, wenn wir schon mit so einer komfortablen Führung aus der Kabine kommen.“ So aber ist der Vorsprung auf 20:22 (43.) geschmolzen. Doch die Wende der Bernburger gab es nicht. Stattdessen standen die Gäste in der Deckung wieder stabiler und kamen zu vier Toren am Stück zum 26:20 (49.), womit das Spiel entschieden war.

„In der entscheidenden Phase haben wir in der Deckung wieder Fuß gefasst und die Konter saßen“, freute sich Hagemeyer. „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Alle Spieler haben ihre Aufgaben super erfüllt.“ Nach zwei Wochen Pause wollen die Staßfurter ihre Qualitäten dann am 12. Oktober im Heimspiel gegen Erdeborn erneut unter Beweis stellen.

Staßfurt: Sieland, Tuchen - Langewald (3), Korin (7), Rübenack (7), Fanselow (2), Loose (1), Zimnick (3), Panzer (4), Spadt (3), Ilgenstein (2)

Siebenmeter: Bernburg 8/7- Staßfurt 5/5 Zeitstrafen: Bernburg 8 - Staßfurt 5