Hettstedt (sbö/duh) l Schon im Meldebüro verursachte die angereiste Gruppe der 24 Gaensefurther Läufer einen kleinen Stau bei der Ausgabe der Startunterlagen. Doch die Organisatoren rund um die Laufgruppe Blau-Weiß Hettstedt behielten die Nerven und meisterten Stornierungen und Nachmeldungen professionell.

Da war Jörg Schönherrs Nervenkostüm etwas beanspruchter, nahm doch der Bode-Runners-Neuzugang mit dem Jakobuslauf seinen allerersten Wettkampf in Angriff. Das geborgte Laufshirt saß gut und spätestens, als die Startnummer und der Chip für die Zeitmessung befestigt waren, wollte der Debütant einfach nur noch los. Doch die verbleibende Zeit bis zum Start zog sich. Da kam das Fotoshooting mit Waldemar Cierpinski gerade recht und der Doppelolympiasieger von 1976 und 1980 posierte in gewohnt treuer Manier mit den Gaensefurthern. Mit im Gepäck der ausgelobte Wanderpokal von Cierpinski, den die Sportfreunde als teilnehmerstärkste Mannschaft schon im Vorjahr gewonnen hatten.

Die Bode-Runners hatten wieder möglichst viele lauffreudige Beine aktiviert. Bereits beim Flitzi-Start der Jüngsten Teilnehmer waren zwei „Blaue“ unter den Teilnehmern auszumachen. Erwärmt durch lustige Übungen mit einer Clownin und von Cierpinski persönlich auf die Strecke geschickt, war das Kilometerchen für Rieke Lucie Zaschke und Lenya Schielke eigentlich viel zu schnell vorbei. Was für eine tolle Idee, dass es im Ziel frisch gebackene Jakobsmuschel-Medaillen gab.

Bilder

Danach starteten die 14- und 21-Kilometer-Distanzen. Mit Kirsten Geist, Katrin Winkler-Hindricks, Dirk Meier und Steffen Schöler waren starke Läufer auf den Strecken unterwegs, die das Tempo über die zwei beziehungsweise drei Runden kontinuierlich hoch hielten. Nun musste Schönherr nur noch zehn Minuten warten, ehe sein ganz spezieller Startschuss in ein hoffentlich langes und spannendes Läuferleben erfolgen sollte. In Nellschütz hatte er „Blut“ geleckt und sich von den Endorphinen seiner Ehefrau Aileen anstecken lassen.

Auch sie war wieder mit am Start und erweiterte auf dem Sieben-Kilometer-Kurs ihre bisherige Laufstreckenerfahrung um einen weiteren Kilometer. Begleitet wurden die beiden Newcomer durch Routinier Sabine Börner, die ihren männlichen Vereinskollegen schon bald in die Obhut anderer erfahrener Lauffreunde geben konnte. Mit kurzen Gehpausen am langgezogenen Jägerberg, hinauf zur schönen Aussicht, traf man sich immer wieder. Auch den Zieleinlauf finishten die drei natürlich gemeinsam.

Ebenfalls auf diesem Kurs unterwegs, siegte erneut Rinaldo Schielke als Gesamtsieger für die Bode-Runners. Über die Gesamtwertung der 14 Kilometer bei den Damen war das Podest komplett in Gaensefurther Hand. Hindricks siegte vor Jana Berger und Sandra Zelmer. „Toll auch mal auf dem Treppchen stehen zu dürfen“, freute sich Zelmer riesig über ihren dritten Platz. Über die Halbmarathondistanz bei den Männern blieb der Pokal in Hettstedt. Mario Brand siegte in 1:25:16 Stunden, Dirk Meier sicherte sich Platz zwei in der Gesamtwertung vor Vereinskamerad Steffen Schöler.

Die einzige Gaensefurther Teilnehmerin, die sich dreimal über den Jägerberg quälte, war Kirsten Geist. Sehnlichst von den Runners auf dem Markplatz erwartet, lief sie auf Gesamtplatz zwei ein. Nach 24 Zieldurchläufen stand es dann auch fest, die Gaensefurther Sportbewegung holte sich vor der Budovereinigung Mansfelder Land mit 18 Teilnehmern erneut den Wanderpokal. Auch der Verwahrort bis zum nächsten Jahr war schnell beschlossene Sache: Für seine zahlreichen Wettkampfteilnahmen wird Stefan Sindermann daheim sicher einen Ehrenplatz für den Wanderpokal finden.