Wittenberg/Staßfurt l Er ging auf und ab, hatte schwitzige Hände und konnte manchmal gar nicht hinschauen. So spannend verlief das Finale im VVSA-Pokal der Frauen. „Es war an der Linie kaum auszuhalten“, beschrieb Jörg Döring die Situation. Der Coach des VC 97 Staßfurt erlebte mit seinen Landesliga-Frauen etwas, das es in seiner langen Volleyball-Karriere noch nicht gab: „Ich hab noch nie ein knapperes Spiel erlebt.“ Das Duell gegen den Landesoberligisten VV 1984 Kleinpaschleben war ein Krimi, der bis zum Ende offen war.

In fünf Sätzen (25:23, 25:23, 24:26, 20:25, 15:13) behielten aber am Ende die Staßfurterinnen mit 3:2 die Oberhand und sicherten zum ersten Mal seit langer Zeit einen Pokalsieg für den Verein. Und krönten die perfekte Landesliga-Saison ohne Niederlage. „Besser ging es nicht. Das war ganz stark“, war Döring stolz. Der Jubel war entsprechend „riesig, jede Spielerin hat sich als Erinnerung mit dem Pokal ablichten lassen“. Doch Zeit für eine Feier blieb nicht. Viele Spielerinnen sind Mütter, hatten andere Verpflichtungen im Anschluss. „Das holen wir aber bald nach“, sagte Döring.

Immerhin gibt es auch Grund dafür, haben die 97er doch eine höherklassige Mannschaft geschlagen. Mit dem VV wartete ein Oberliga-Team, das jedoch aus vielen jungen Spielerinnen besteht. „Mir waren die Spielerinnen aus dem Nachwuchs bekannt“, so Döring, der daraus aber keinen großen taktischen Vorteil ziehen konnte. „Sie haben sich alle stark entwickelt. Das war ein ebenbürtiger Gegner.“ Der VC 97 spielt zwar eine Liga tiefer, konnte aber mit zwei anderen Faktoren punkten. „Wir waren im Schnitt etwas älter und konnten so auch mit Erfahrung punkten“, sagte der Coach. „Ein weiterer Vorteil war, dass wir mehr wechseln konnten.“ Zehn Spielerinnen standen Döring zur Verfügung.

Genau diese beiden Faktoren gaben dann in den ersten beiden Sätzen den Ausschlag für den VC 97. Zwar waren diese wie alle Sätze „sehr spannend und extrem knapp“, aber das bessere Ende gab es jeweils für die Staßfurterinnen. „Beide Teams hatten Respekt voreinander. Es ging immer hin und her. Am Ende hatten wir auch ein Quäntchen mehr Glück“, gab der Coach zu.

Ruhe bewahren

Das schien im dritten Satz dann aber zunächst etwas aufgebraucht zu sein. Denn der Landesligist hatte schon einen Satz- und auch Spielball, doch musste sich knapp mit 24:26 geschlagen geben. „Danach gab es einen kleinen Einbruch, die Spielerinnen waren natürlich enttäuscht“, so Döring. Der vierte Satz war der deutlichste mit 25:20 für Kleinpaschleben. Vor dem Tie-Break gab es nochmal die Ansprache von Döring. „Ruhe bewahren“, lautete sein Motto. Und das haben seine Frauen getan. „Wir haben weniger Fehler gemacht und der Wille war ein bisschen größer“, verriet der Trainer das Erfolgsrezept für das 15:13 im entscheidenden Satz.

VC 97 Staßfurt: Jana Rogau, Kristin Schönfeld, Juliane Ruhnow, Elisa Döring, Sylke Pillig, Claudia Sämisch, Marie Hesse, Sabine Raikowsky, Franziska Brauer, Nadine Kühne, Trainer: Thorsten Multischewski, Jörg Döring