Krüden l  Im letzten Spiel des Jahres trumpfte die Prycia-Elf am Sonnabend noch einmal auf und bezwang den SSV 80 Gardelegen überraschend deutlich mit 4:1 (1:0). Mit einem Drei-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge geht der SV in die Winterpause und liegt damit sicherlich auch im Soll. Die Zähler gegen den Titelkandidaten waren zwar wohl nicht unbedingt eingeplant, am Ende aber verdient. Die ohne neun Spieler angereisten Rolandstädter fanden zu keiner Zeit zu ihrem gewohnten Spiel, mussten in Krüden den Kampf annehmen und wurden für eine zu inkonsequente Chancenverwertung am Ende bitter bestraft.

Zu Beginn ergab sich noch das erwartete Bild. Während es die Platzherren aus einer sicheren Defensive heraus über Konter und lange Bälle probierten, schwang Gardelegen, allerdings ohne großen Glanz, spielerisch das Zepter. Dennoch hätte man schon nach einer Viertelstunde führen können, wenn nicht gar müssen. Thomas Müller (10.), Mario Stolle (12.) und Marco Schönfeld (14.) vergaben allerdings aussichtsreiche SSV-Möglichkeiten. Auch zweimal Youngster Julian Renz (28., 33.) und Marcel Falk (35.), die allesamt am guten SV-Schlussmann Steven Rubbert scheiterten, sowie der eingewechselte Thorsten Ebeling (40.) brachten nicht die durchaus verdiente Gardelegener Führung auf die Anzeigetafel. So mussten sich die Gäste ärgern, dass die bis dahin bis auf zwei Szenen (17./Lars Pieper, 29./Tim Nowak) eher ungefährlichen Prycia-Schützlinge kurz vor der Pause durch Marc Stepanek, stark von Pieper in Szene gesetzt, mit 1:0 (44.) in Führung gingen.

Das schien die Gardelegener zwar nicht zwingend geschockt, aber doch ein wenig beeinträchtigt zu haben. Die Westaltmärker bemühten sich nach Wiederbeginn zwar redlich um den Ausgleich, doch die Torgefahr aus der ersten Halbzeit strahlten sie nicht mehr aus. Das lag aber auch daran, dass Krüden/Groß Garz um seinen sehr soliden Abwehrchef Marcel Wolf in der Defensive kompromisslos und leidenschaftlich zu Werke ging und fast immer einen Fuß oder ein Bein dazwischen hatte. Das 1:1 fiel erst durch einen Standard. Falk, der zuvor mit einem Geschoss schon an der Querlatte gescheitert war (48.), zirkelte einen Freistoß sehenswert in die Maschen (52.). Im direkten Gegenzug setzte ein Versuch von Sven Körner tückisch auf und glitt Keeper Rafael Gritzner dann auch noch unglücklich durch die Hände – die erneute Führung war damit hergestellt (53.). In der letzten halben Stunde baute Gardelegen noch einmal ordentlich Druck auf, doch bis auf einen Kopfball von Frank Fehse (58./drüber) und einen weiteren Versuch von Renz (77./gehalten) kam dabei nichts heraus. So wurde das Scheinert-Team in den Schlussminuten von nur noch zehn Gastgebern (75./Gelb-Rote Karte gegen John Neumann) noch zweimal blitzsauber ausgekontert. Erst traf Nowak zum 3:1 (86.), ehe Körner per Foulstrafstoß auch noch den 4:1-Endstand (88.) herstellte, der unterm Strich sicherlich etwas zu hoch ausfiel, allerdings für reichlich Erleichterung auf Seiten des disziplinierten SV Krüden/Groß Garz sorgte.

Torfolge: 1:0 Marc Stepanek (44.), 1:1 Marcel Falk (52.), 2:1 Sven Körner (53.), 3:1 Tim Nowak (86.), 4:1 Sven Körner (88./Foulelfmeter).

SR: Guido Eisenschmidt (Salzwedel).

Vorkommnis: Gelb-Rote Karte gegen John Neumann (75./SV Krüden/Groß Garz).