Stendal l Es gab somit nicht den erhofften (und auch verdienten) Dreier für die zuletzt arg gebeutelten Ostaltmärker. Was jedoch gestimmt hat, war die Leistung, besonders in der zweiten Halbzeit. Es hat nur die Schokolade auf der Torte gefehlt. Es fiel kein Tor für den 1. FC Lok.

Die erste Halbzeit verlief noch relativ ausgeglichen. Berlins Kicker hatten zwar viel Ballbesitz und waren meist in der Offensive, aber richtig dicke Chancen waren rar gesät. Ein Schuss von Fabian Engel ging knapp drüber (10.) und nach einer weiteren Aktion retteten Loks Phlilipp Groß und Steven Schubert im Verbund (15.).

Lok verbucht mehr Spielanteile

Mit zunehmender Spielzeit kam aber Lok immer besser mit dem favorisierten Gast zurecht und kreierte eigene Chancen. Der Schuss von Felix Knoblich (ein Strich in der Landschaft) war schon ein Treffer wert (36.). Kurz vor der Pause verzog Lukas Pfeiffer aus zu spitzem Winkel knapp (45.). Eine Hiobsbotschaft gab es für die Stendaler dennoch. Nach 35 Minuten musste Steven Schubert bereits ausgewechselt werden. Er spielte erst mit Schmerzen nach einer frühen Aktion weiter, aber dann ging es nicht mehr. Lok musste zeitig umstellen.

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Nach dem Wechsel trauten sich die Platzherren vor 282 Zuschauern viel mehr zu. Nach einem Hinterhaltsschuss von Niclas Buschke ließ Berlins Keeper den Ball abprallen. Er entschärfte die Situation aber noch (70.).

Eine totale Änderung des Spielverlaufs gab es ab der 74. Minute. Nach einem Foul von Fynn Johannes Rocktäschel an Buschke sah der Berliner glatt Rot.

Chancen in Überzahl liegen gelassen

Die Gäste spielten fortan nur noch zu zehnt. Stendals Kicker rochen ihre Chance und investierten noch mehr ins Spiel, in den eigenen Angriff. Ein Unentschieden, ein Punkt war in der derzeitigen Lage (letzter Tabellenplatz vor dem Spieltag) für die Rolandstädter auch zu wenig. Nach guter Vorarbeit von Buschke stand Maurice Pascal Schmidt in bester Position. Er verzog das Leder nur hauchdünn (77.). Die Gäste kamen danach kaum noch hinten raus.

Ein Freistoß von Tim Kolzenburg entschärfte Berlins Keeper mit viel Mühe (80.). Nur wenig später knallte Knoblich das Leder erneut knapp am Tor vorbei. Die Minuten rannten jedoch dahin, Lok schaffte es nicht, das Runde im Eckigen unterzubringen. Es blieb am Ende beim 0:0. Der 1. FC holte einen Punkt und sprang zumindest vom letzten Rang auf Platz 15 der Tabelle. Der große Befreiungsschlag blieb trotz einer guten Leistung aus.

„Ich fand, es war ein insgesamt schwaches Oberligaspiel. Wir haben aber auch keine richtigen Lösungen gefunden, um zum Torabschluss zu kommen. Am Ende haben wir Glück, dass wir mit einem 0:0 nach Hause fahren“, analysierte- Gäste-Trainer Marco Gebhardt. „Wir fangen langsam an, uns zu festigen. Ich glaube, wir haben heute elf Krieger auf dem Platz gesehen, die jeden Meter gegangen sind. Wir haben heute einen Punkt erkämpft, das ist ein Erfolg für uns, auch wenn das jetzt nicht so richtig zu greifen ist. Jetzt müssen wir aber weiter arbeiten“, sagte Lok-Trainer Jörn Schulz nach Spielschluss.