Rathenow l Der FCM gewann am Sonnabend gegen den Landesligisten SSV Havelwinkel Warnau erwartet klar 6:0 (4:0). Das Achtelfinal-Spiel im Stadion Vogelgesang in Rathenow sahen 1318 zahlende Zuschauer.

Döring verpasst FCM-Spiel

Die Warnauer, die vier Klassen tiefer als der FCM spielen, hatten noch vor Anpfiff einige Probleme. Benjamin Döring, der spielen sollte, fiel aus. Er hatte im laufenden Wettbewerb zwei gelbe Karten auf dem Konto. Das wurde erst kurz vor dem Spiel bemerkt. Zudem ging Kapitän Martin Buricke verletzt in die Partie. Er quälte sich 40 Minuten und wurde dann ausgewechselt. Warnaus Trainer Ralf Franke stellte deswegen auch um und brachte nur eine Spitze: Roman Arndt. „Er ist der Schnellste, vielleicht können wir so einen Konter nutzen“, war seine Idee. Kevin Schmoock, ansonsten Stürmer, spielte weiter hinten, danach sogar in der Abwehr-Viererkette.

Die Warnauer haben zwar viele erfahrene Spieler in den Reihen, waren aber zu Beginn hypernervös. Der Drittligist nutzte das unerbittlich aus. Gleich zweimal klatschte der Ball an den Pfosten, ehe Timo Perthel einen Freistoß zum 1:0 versenkte. Danach wurde die Partie erwartet einseitig.

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FCM sucht frühe Entscheidung

Die Magdeburger hatten Chancen im Minutentakt, die im 2:0, Schuss von Rico Preißinger ins lange Eck, und 3:0, Anthony Roczen muss nach Pass von rechts nur den Fuß hinhalten, endeten.

Im weiteren Spielverlauf zeichnete sich vor allem Lucas Vicentin, Warnaus argentinischer Torwart, aus. Mit zum Teil glänzenden Paraden hielt er die Gastgeber im Spiel. Gegen den Schuss von Jürgen Gjasula aus fünf Metern kurz vor Pause war er indes machtlos (41.). Mit dem 0:4 zur Pause war der SSV noch gut bedient. Dieses Zwischen-Ergebnis stand vor drei Jahren auch auf der Anzeigetafel.

Nach dem Wechsel legten die Kicker aus dem Havelwinkel mehr und mehr ihre Nervosität ab. Einige Wechsel lähmten zudem den Spielfluss. Magdeburg mühte sich weiter, rannte an, scheiterte aber immer wieder an der jetzt sicherer stehenden Warnauer Abwehr. Und ganz hinten war ja noch Vicentin, der weiter einen Sahnetag erwischte.

So kam der Favorit nur noch zu zwei weiteren Treffern: Roczen traf nach einem Pass von außen (58.). Danach gab es noch Elfmeter nach einem Foul von Schmoock an Marvin Kemp im Strafraum. Gjasula verwandelte zum 0:6.

In der Folge wurde die Partie ruhiger und etwas ausgeglichener. „Kommt Männer, weiterkämpfen“, spornte Franke seine Mannschaft immer wieder an. Der Außenseiter kam noch zu einer Chance. Roman Arndt schoss den Ball nach einem Freistoß knapp über die Latte (88.).

Am Ende war bei den Warnauern niemand unzufrieden. Der Landesligist hatte sich gegen eine Mannschaft, die vier Etagen höher spielt, achtbar aus der Affäre gezogen und ein Ziel erreicht: Nicht höher zu verlieren als vor drei Jahren. Das zweite Ziel, nur fünf Gegentore zu schlucken, wurde nicht ganz gepackt, aber darüber war keiner traurig.

Jubel auf beiden Seiten

Die SSV-Kicker wurden nach Spielschluss von den Fans frenetisch gefeiert.

Die Warnauer (233 Menschen leben dort) bezeichnen sich gern als das gallische Dorf im Fußball Sachsen-Anhalts.

Sie haben sich gegen eine fußballerische Übermacht tapfer gewehrt und das Ergebnis in Grenzen halten können.