Stendal l Im Vorjahr, 2018, waren es zu diesem Zeitpunkt null Zähler. Alles hätte so schön sein können: Lok führte am Sonntag gegen den Charlottenburger FC Hertha 06 bis zur 88. Minute 1:0. Drei Punkte waren fast im Sack.

Anfeindungen nach dem Ausgleichstreffer?

Dann schlugen die Berliner, zugegeben nicht unverdient, doch noch zum 1:1 zu. Der anschließende Jubel unmittelbar vor den Stendaler Fans war dann doch einigen (oder einem) Lok-Anhängern angeblich zuviel. Es soll rassistische Äußerungen gegeben haben, so gab es jedenfalls der Linienrichter zum Schiri weiter. Auch auf der Tribüne sollen Offizielle der Gäste beleidigt worden sein. Dass es sich dabei um Verantwortliche von Lok gehandelt haben soll, wurde auf der Pressekonferenz ausgeräumt. Überhaupt reagierte Loks Pressesprecher Sven Jaluschka auf die darauf bezogenen Fragen der Gäste besonnen:

„Wir sind als Verein ganz klar gegen rassistische Äußerungen, man kann das aber als Verein nicht bei jedem Zuschauer verhindern. Leider. Wir werden als Verein uns die Gesamt-Situation noch einmal anschauen, dann werden wir entscheiden müssen und auch wollen, dass solche Dinge hier im Hölzchen nicht wieder vorkommen.“

Sonderbericht wird angefertigt

Lok wird jetzt erst einmal den Sonderbericht des Schiedrichters abwarten, um weitere Schritte einzuleiten.

Zum Spiel: Die Stendaler hatten nach ihrer 1:0-Führung in der zweiten Halbzeit noch zwei dicke Gelegenheiten, um die Führung auszubauen.

Das grobe Foul an Martin Krüger in der 48. Minute haben viele Zuschauer im Strafraum oder zumindest auf der Strafraumlinie gesehen. Aus Lok-Sicht leider nicht der Schiri. Auch die Szene beim Treffer von Denis Neumann, der wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben wurde, war umstritten. Sosehr, dass sich Trainer Jörn Schulz dermaßen aufregte, dass er die Gelbe Karte sah. Bereits in Neustrelitz sind die Altmärker von den Unparteiischen nicht gerade wohlwollend behandelt worden.

Es hätten schon bereits jetzt vier Punkte mehr auf dem Konto sein können.

Schulz ordnet das Spiel ein

Das alles ist für Schulz aber kein Thema zum Lamentieren: „Wir haben es nicht geschafft, unsere Konter, die wir durchaus hatten, gut auszuspielen. Der Gegner, das muss man auch sehen, hat gute Fußballer. Sicherlich hätten wir gern die drei Punkte für einen kleinen Befreiungsschlag gehabt. Das war unser Ziel. Am Ende des Tages müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein, auch wenn wir natürlich enttäuscht vom Ergebnis sind.“

Auch die für einige Zuschauer unverständliche defensive Taktik begründete er: „Auf jeden Fall war es nicht der Plan, hinten zu stehen und auf Konter zu spielen. Es soll nicht falsch verstanden werden. Wir fühlen uns vielleicht auswärts etwas wohler als zu Hause. Wir können nicht 90 Minuten offensiven Fußball spielen, weil es unsere Zuschauer sehen wollen. Oft wird im Umfeld vergessen, wo wir spielen. Wir spielen in der Oberliga, wo man sich jeden Punkt hart erkämpfen muss. Bei uns war ja gefühlt aus fünf Punkten nach vier Spielen alles negativ.“

Lok spielt jetzt am Sonntag (22. September) in Seelow.