Arneburg l Rot-Weiß Arneburg hat die Generalprobe für das Pokalhalbfinale gegen Verbandsligaaufsteiger SSV 80 Gardelegen richtig in den Sand gesetzt. Das Match ging 0:10 verloren.

Niederlage und zwei Verletzungen

Schlimmer als die zweistellige Pleite waren aber einige Verletzungen. Denn nach wenigen Minuten musste Angreifer Markus Becker vom Feld. Er zog sich bei einem Zweikampf eine Knöchelverletzung zu. Damit droht ein wochenlanger Ausfall des Angreifers und mit Hinblick auf das Pokalhalbfinale eine große Schwächung für den Titelverteidiger. Gegen Ende der Partie humpelte auch noch Oliver Nagel vom Feld, könnte somit am Samstag ebenfalls nicht zur Verfügung stehen.

„Ich hatte noch überlegt, das Match abzusagen, aber hinterher ist man immer schlauer“, meinte Coach Philipp Dieckmann. Bis zur Verletzung von Becker war nicht viel passierte auf dem satten Grün des Sportplatzes an der Stendaler Straße. Gardelegen versuchte, das Match an sich zu reißen, doch vor dem Kasten passierte zunächst wenig.

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Schreiber trifft für den SSV zur Führung

Doch in der Folge wirkte der Ausfall von Becker wie ein Schock beim Gastgeber. So gab es dann auch die ersten Gefahrenmomente vor dem Gehäuse von Torwart Tobias Maier. Nach einer Ecke von Hardy Wolff köpfte Kapitän Florian Scheinert noch drüber. Kurz darauf zischte ein Freistoß von Clemens-Paul Berlin knapp daneben. In der 20 Minute brachen die Gardelegener den Bann. Einen Schuss von Berlin wehrte Maier, der in die tief stehende Sonne blicken musste, noch per Glanztat ab. Doch nach einer weiteren Abwehr des Torwarts drückte Hannes Schreiber die Kugel zum 1:0 über die Linie.

Fünf Minuten später gab es eine von zwei, drei Nachlässigkeiten der Scheinert Elf. Irgendwie kam Tomasz Hampel zum Abschluss. Torwart Jonas Warnstedt parierte glänzend, verhinderte so den Ausgleich.

Dann wurde es schmerzhaft für Sascha-Enrico Gütte. Der SSV kombinierte sich durch und Berlin legte quer zu Gütte, der an der Eingabe vorbei rauschte und gegen den Pfosten rutschte. Hinkend ging es für die Nummer 11 des SSV vom Platz zur Trinkpause.

Die schien aber Wunder gewirkt zu haben. Gütte war wieder voll da. Per Flaschuss überwand er Keeper Maier zum 2:0. (28.). Die Folgeminuten wurden nicht besser für den Arneburger Schlussmann, der bei einem Eckball vom langen Pfosten auf den Kurzen wollte, an einigen Spielern hängen blieb. Somit segelte die Ecke von Berlin direkt zum 3:0 in den Kasten. RWA vergeigte direkt vom Anschluss die Kugel. Die gelangte wiederum zu Gütte, der schon wie beim 2:0 das Leder unten rechts in den Kasten drosch – 4:0 Gardelegen.

SSV mit vier Toren zur Halbzeit

Arneburg reagiert angefressen. Erneut bekam der Gast Tomasz Hampel, der sich gegen zwei Spieler durchkämpfte nicht gestellt. Irgend wie kam beim Schuss doch noch ein Abwehrbein dazwischen, sodass der Ball abgefälscht am Tor vorbei ging. Nach leichter Verwirrung klärte der SSV auch die anschließende Ecke. So ging es mit dem 4:0 in die Halbzeit.

Dort gab es etliche Wechsel. Arneburg nahm fast seine komplette Viererkette raus und agierte fortan nur mit jungen Spielern in der Abwehr. Die gerieten gegen sehr stark anlaufende Gäste total unter Druck. Die Folge waren viele Fehler. Zunächst zwirbelte Daniel Stehr aus 20 Metern einen Freistoß zum 5:0 über die Mauer. Berlin und Michel Bergener wuschen binnen einer Minute zum 7:0 nach. Schließlich folgte einer der schönsten Treffer des Tages. Hannes Malek stolzierte aus der Abwehr zunächst ungehindert in die Zentrale. Es gab den Pass auf rechts zu Wolff, der sofort auf den enteilenden Berlin legte. Dieser spielte quer und Stehr brauchte nur noch zum 8:0 einzuschieben. Nach gut einer Stunde und einer weiteren Trinkpause nahmen die Gäste die Luft etwas raus. Die Gastgeber durfte kurz durchatmen.

Haak setzt den Schlusspunkt

Gegen Ende gab es dann doch noch weitere Gegentreffer. Zunächst gelang Kay Diefert den schnellen Gütte mit einem sehr guten Tackling zu stellen, doch dann agierte der Blondschopf zu stürmisch im Strafraum. Schiri Weise zeigte auf den Punkt. Die Gastgeber protestierten, gab es doch vor der Pause bei einer ähnlichen Aktion gegen Hermann Huchthausen auf der Gegenseite keinen Elfmeter. Kapitän Scheinert war es egal und er verwandelte sicher zum 9:0. Per Volleyschuss machte es schließlich Xaver Dan Haak noch zweistellig (87.).

Statistik

Rot-Weiß Arneburg: T. Maier - Pawellek, Winkelmann, Kautz, Wiechmann, J. Maier, Nagel, Huchthausen, Nix, Becker, Hampel, (Gebauer, Blümner, Erxleben, Freimann, Diefert, Hinz, Lauck).

SSV 80 Gardelegen: Warnstedt - Boghdan, Malek, Haak, Gille, Schreiber, Berlin, Wolff, Stehr, Scheinert, Gütte, (Mette, Köhler, Wulfänger, Bergener).

Torfolge: 0:1 Schreiber (20.), 0:2 Gütte (28.), 0:3 Berlin (31.), 0:4 Gütte (32.), 0:5 Stehr (51.), 0:6 Berlin (52.), 0:7 Bergener (52.), 0:8 Stehr (57.), 0:9 Scheinert (78./FE), 0:10 Haak (87.).

Schiedsrichter: Steve Weise

Zuschauer: 65.