Stendal l Doch das war nicht immer so. Wir haben uns auf Spurensuche begeben.

Heute ist die Sportanlage am Galgenberg unweit der Osterburger Straße die bedeutendste für die Leichtathleten in Stendal. Sie ist zugleich Heimat des 1992 gegründeten Stendaler LV, deren Mitglieder vormals im Eisenbahnersportverein (ESV) Lok Stendal organisiert waren.

Galgenberg war einst eine Müllhalde

In Geschichtsbüchern muss man schon weiter zurück blättern, um Informationen dazu zu finden, was vor Eröffnung der ersten Sportanlage an diesem Ort war. Es war eine Müllhalde.

Denn bis 1982 wurde hauptsächlich am Ostwall, neben der Diesterweg-Schule oder an Haferbreite trainiert. Hier gab es zunächst einen Schotter-Boden, ehe Parkett folgte. Nach dem Umbau in den heutigen Zustand ist dies kaum mehr vorstellbar.

Die Wettkämpfe der Leichtathleten fanden vorrangig in Röxe, auf dem heutigen Sportplatz des Post SV Stendal, statt. „Dort lief einst auch Gerhard Heine Kreisrekord mit 10,9 Sekunden auf 100 Metern“, erinnert sich Siegfried Wille. „Das muss Anfang der 50er Jahre gewesen sein“, so „Siggi“, wie er von Sportkameraden und Freunden genannt wird, weiter. Die Laufbahn in Röxe hatte aber noch eine Besonderheit: „Sie ist immer zugewachsen, da es keine richtigen Borde gab. So mussten wir die Anlage jährlich neu abstecken, damit die Laufbahn auch 400 Meter lang war“, berichtet Wille.

Bauarbeiten werden 1982 aufgenommen

Erst im Jahr 1982 entstanden am Bierkeller eine Laufbahn und eine Sprunggrube. „Die Bauarbeiter dachten damals, dort würde eine Straße gebaut“, sagt der 69-Jährige, der Mitbegründer sowie heutiges Ehrenmitglied des Stendaler LV ist und für den Standard in dieser Sportart in Stendal hauptverantwortlich zeichnet. „Wir mussten damals jedes Jahr die 400-Meter-Laufbahn neu aufmessen und abkreiden, damit alles rechtens war für die sportlichen Wettkämpfe“, so Wille weiter.

Nach der politischen Wende sollte dann eine Modernisierung des Leichtathletik-Stadions am Galgenberg erfolgen. Im Jahr 1995 erfolgte der erste Spatenstich und im Mai des Folgejahres sollte die Eröffnung gefeiert werden.

Daraus wurde aufgrund eine strengen Winters, der bereits die Arbeit im gesamten Dezember unmöglich machte, nichts. Es dauerte bis zum 3. Oktober 1996, ehe die Einweihung erfolgte.