Stendal l Er ist überall dort zu Hause, wo Motorräder über Motocross-Strecken fahren, doch seine Heimat ist und bleibt Stendal. Die Rede ist von Michael Kartenberg, einem der bekanntesten Motorsportler der Altmark.

Keine Teilnahme an zwei Rennen

Der heute 30-Jährige ging in der am 6. Oktober bei Heilbronn zu Ende gegangenen Rennserie „German Cross Country“ – Europas größter Offroad-Serie, an den Start der Kategorie Supersprint und beendete diese mit Rang drei. Dabei konnte er bei den letzten zwei Rennen aufgrund von Verletzungen nicht starten.

Dabei fing die Rennserie vielversprechend an: Mitte April wurde die Saison mit dem ersten von insgesamt sieben Rennen in Triptis (Thüringen) eröffnet. Obwohl die Bedingungen mit Temperaturen im Minus-Bereich nicht die besten waren, ließ sich Kartenberg davon wenig beeindrucken. „Ich erwischte einen perfekten Start und konnte mich gleich vom Rest absetzen“, erinnert sich der Stendaler zurück. Diesen Vorsprung konnte er bis ins Ziel retten und sicherte sich damit den ersten Sieg im ersten Rennen.

Michael Kartenberg behauptet Spitzenplatz

In den folgenden Rennen konnte Kartenberg seinen Spitzenplatz in der Gesamtwertung verteidigen. Beim zweiten Aufeinandertreffen der Motorsportler in Walldorf (Badem-Württemberg) stand er hinter Moritz Schlittenhelm auf dem Podium, während er in Venusberg (Bonn, Nordrhein-Westfalen) erneut der Konkurrenz davonfuhr. Im vierten und fünften Rennen in Goldbach (Bayern) beziehungsweise Mühlhausen (Thüringen) hatte der 30-Jährige bereits mit Knie-Problemen zu kämpfen, so dass es nur noch zu den Plätzen drei und fünf reichte.

Die Saison war damit noch nicht verloren. „Das sechste Rennen habe ich aufgrund der anhaltenden Probleme mit den Knien ausgesetzt“, erklärt Kartenberg. „Mit einem Sieg beim Finale in Bühlertann (Baden-Württemberg) am 6. Oktober hätte ich mir den Gesamtsieg noch sichern können.“ Daraus wurde aber nichts. Denn der Vater von zwei Kindern verletzte sich am Vortag bei einem Heimrennen in Borstel an der Achillessehne. Im Endeffekt hat Michael Kartenberg die Saison 2019 im Cross Country somit auf Rang drei abgeschlossen.

Erneuter Start noch offen

„Damit bin ich natürlich nicht zufrieden. Mein Anspruch war es schon, den Titel zu holen“, sagte der Motorsportler nach dem verpassten Finale. Ob der Stendaler auch in der neuen Saison an den Start gehen wird, lässt er im Moment noch offen. „Wir haben jetzt zwei Kinder und bauen ein Haus. Da muss ich erst einmal schauen, wie sich das entwickelt“, so Kartenberg.

Eine Rückkehr auf eine Motocross-Strecke scheint aber in jedem Fall sicher. Denn zu ihrem fünften Geburtstag erhielt nun seine älteste Tochter Emma ein Motocross-Motorrad. Sie tritt damit in die Fußstapfen ihres Papas, der seinerzeit selbst durch seinen Vater zum Motocross gekommen war. „Ich kann mich noch erinnern, dass ich Weihnachten 1993 mein erstes Bike bekommen habe“, sagt Kartenberg, während seiner Mutter sogleich ein Foto-Album mit Aufnahmen und Zeitungsausschnitte hervorholte.

Lehrgänge auf der ganzen Welt

Über die Landesmeisterschaft in Sachsen-Anhalt, die er mehrfach gewinnen konnte, mauserte sich der Stendaler bis zum Motocross-Profi (2008 bis 2018) und gründete sogar eine eigene Motocross-Schule, mit der er auf der ganzen Welt Lehrgänge für talentierte Fahrer gab. Jetzt ist er als Verkaufsberater in einem Stendaler Autohaus tätig. „Das erfüllt mich sehr und macht mir jede Menge Spaß.“ Da er nun weniger unterwegs ist, bleibt somit auch mehr Zeit für die kleine Familie.