Stendal l Zielstrebig, ehrgeizig und willensstark. Mit diesen Charakter-Eigenschaften hat die 17-jährige Amy Marscheider von der SG Einheit Stendal erstmalig den Sprung unter die Top 500 in der Damen-Rangliste des Deutschen Tennis Bundes (DTB) geschafft. „Das macht mich stolz. Ich habe dafür hart gearbeitet“, erklärt die Stendaler Gymnasiastin, die im neuen DTB-Ranking auf Position 355 geführt wird und bei den U18-Juniorinnen sogar auf Rang 79 steht.

Spagat zum Damenbereich geschafft

Dass sich der Erfolg nicht von alleine einstellt, zeigt auch die Geschichte hinter dem jetzigen Durchbruch. Nach Verletzungen und einigen Rückschlägen hat sich die mehrfache Nachwuchs-Landesmeisterin nicht nur in der nackten Statistik verbessert, sondern auch den schwierigen Spagat von den Juniorinnen zu den Damen geschafft. Den Beweis dafür trat das Einheit-Talent nicht nur in den Punktspielen für die Damen-Oberligamannschaft des 1. TC Magdeburg an, Marscheider gewann in sieben Einsätzen alle Einzelpartien, sondern auch in der Turnierszene.

So schaffte die Schülerin der jetzigen elften Klasse zweimal in Folge den Sprung in das Finale der Damen-Landesmeisterschaften und erreichte jüngst sogar das Halbfinale bei den B&K Altmark Open ihres Heimatvereins Einheit Stendal. „Das war für mich das beste Jahr meiner Tennis-Karriere“, weiß das Tennis-Talent den Fortschritt einzuschätzen.

Erfolg hat viele Väter

Bekanntermaßen hat der Erfolg viele Väter, so auch bei Amy Marscheider. Seit dem vierten Lebensjahr trainiert die Steinfelderin bei Andreas Fester, der ihr das Tennis-Handwerk mit auf dem Weg gab und auch in schwierigen Phasen stets an ihrer Seite stand. Zudem entpuppten sich die Trainingseinheiten bei der Tennisschule Magdeburg um den erfahrenen A-Lizenz-Trainer Jaroslav Visek als voller Erfolg. „Jaro hat mir den nötigen technischen und mentalen Feinschliff verpasst“, so die neue Nummer eins im Tennisverband Sachsen-Anhalt anerkennend.

Große Freude herrscht auch bei ihrem Heimatverein, der SG Einheit Stendal. „Amy ist die erste Spielerin des Vereins, die so etwas erreicht hat. Wir sind sehr stolz darauf“, lobt Birgit Seeber, langjährige Jugendwartin des Clubs, das Erreichte und ergänzt weiter. „Vergleicht man unsere Vorraussetzungen mit denen aus den alten Bundesländern, wo weit aus mehr finanzielle und infrastrukturelle Möglichkeiten bestehen, kann der Erfolg gar nicht hoch genug bewertet werden“.

Marscheider tritt in große Fußstapfen

Dass sich der weiße Sport in der Altmark überregional nicht verstecken muss, zeigten in der Vergangenheit auch Sibylle Pohnert, Linda Trautmann oder Madlen Lüdtke vom TC Stendal, die ähnlich erfolgreich waren.

Mit dem jüngsten Durchbruch von Amy Marscheider bestätigt sich, dass der Tennissport in der Region nachhaltig erfolgreich sein kann.

Ranglistenplatz bestätigen

Das Gefühl, zu den besten Tennisspielerinnen Deutschlands zu gehören, nimmt die Schülerin mit für ihre neue Herausforderung. „Ich möchte nun den Ranglistenplatz weiter bestätigen“, erklärt Amy Marscheider, die sich beruflich vornimmt ein gutes Abitur abzulegen, um später ein Studium zu beginnen.