Blankenburg l Aufgrund ihrer Verwandtschaft, ist für sie trotz Corona Sparriing möglich. Sportreporter Marco Heide sprach mit den Sportlern.

Volksstimme: Wer ist der bessere Boxer von euch beiden?

Jan Camp: Nils!

Nils Camp: Jan!

Wie seid ihr zum Boxsport gekommen? Wer war die treibende Kraft?

Nils und Jan Camp: Wir wollten schon immer Kampfsport treiben. Leider gab es in unserem Umfeld kaum Möglichkeiten dafür. Zum Boxen sind wir erst ziemlich spät mit 18 und 19 Jahren gekommen, und zwar in einem Boxkurs im Fitnessstudio. Dort haben wir schnell Blut geleckt und wollten mehr. Schließlich haben wir dann zwei Jahre später unsere ersten Kämpfe für Heros Salzgitter absolviert.

Habt ihr schonmal ernsthaft gegeneinander geboxt?

Nils und Jan Camp: Davon abgesehen, dass wir in verschiedenen Gewichtsklassen boxen, würden wir niemals in einem Wettkampf gegeneinander boxen. Trotzdem sind wir Sparringspartner und simulieren Wettkämpfe. Dabei schenken wir uns nichts.

Was sind eure sportlichen Ziele?

Jan Camp: Mein Ziel ist es, möglichst im Oktober wieder im Ring zu stehen. Wo und wie das alles stattfindet, ist noch in Planung. Mein Fokus liegt erstmal auf dem Training. Nils Camp: Ich möchte möglichst schnell wieder in den Ring, um Wettkampfpraxis zu bekommen und den Ringstaub abzulegen. Je nachdem wie sich die Situation bessert, sind die Landesmeisterschaft und die Deutsche Meisterschaft Ziele. Eventuell möchte ich nochmal mein Glück bei den Profis suchen. Ich bin ja nicht mehr der Jüngste mit 29 Jahren.

Fahrt ihr gemeinsam auf Wettkämpfe? Unterscheidet sich dort die Unterstützung eines Brüders im Vergleich zu einem Mannschaftskollegen?

Beide: Wir begleiten uns eigentlich bei jedem Wettkampf, auch wenn der eine Bruder mal nicht kämpft. Dabei ist meist derjenige, der außerhalb des Rings steht, aufgeregter, als der, der kämpft. Häufig steht dann der andere Brüder mit an der Ringecke und unterstützt den Trainer.

Was war euer bisher schönstes Box-Event?

Jan Camp: Meine coolste Boxveranstaltung, bei der ich angetreten bin, war ein mehrtägiger Vergleichskampf in Florenz gegen eine italienische Auswahl. Nils Camp: Ich erinnere mich gerne an einen Vergleichskampf in Menden, bei dem ich als Mannschaftskapitän antrat und in der ersten Runde durch K.o. gewinnen konnte.

Wie habt ihr in Corona-Zeiten trainiert? Hattet ihr aufgrund eures Familienverhältnisses Vorteile?

Beide: Wir haben fast jeden Tag der Corona-Zeit genutzt, um gemeinsam zu trainieren. Dazu gehörten Pratzen-, Konditions-, und Krafttraining sowie Sparringseinheiten. Wir hatten auf definitiv Vorteile aufgrund dessen, dass wir Brüder sind, da viele Beschränkungen für uns nicht galten und wir trotz Corona viele Trainingsinhalte umsetzen konnten. Außerdem war die gegenseitige Motovation sehr wichtig, um das Trainingspensum weiter hoch zu halten.

Was sind eure kurzfristigen Ziele nach der Corona-Krise?

Beide: Schnell das Training in unserer Halle wieder aufzunehmen und im Ring zu stehen.

Jan Camp ist 28 Jahre alt und hat 60 Kämpfe absolviert. Er wurde dreimal Niedersachsenmeister und einmal Verbandsmeister HBL. Sein Bruder Nils Camp ist ein Jahr älter und stand bei 30 Kämpfen im Ring. Er holte jeweils eine Niedersachsenmeisterschaft und eine HBL-Verbandsmeisterschaft.