Wernigerode l Nach der knappen Niederlage in Apollensdorf wollten die Wernigeröder Handballer vor heimischem Publikum wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Die Personalsituation hatte sich wieder entspannt und die Harzer gingen klar favorisiert in die Heimpartie gegen den Tabellenelften SV Anhalt Bernburg II.

Die Anfangsphase des Spiels bestimmten aber die Gäste. Begünstigt durch viele Fehler im HVW-Spiel gingen die Saalestädter eine 4:1 in Führung (5.). Keeper Jan Stein hatte mit guten Paraden einen höheren Rückstand verhindert. Danach ging ein Ruck durch die Mannschaft aus der Bunten Stadt. Vier Tore in Folge brachten die Wernigeröder mit 6:5 in Führung (12.).

Bernburg kontert die Führung

Die Fehlerquote auf Seiten der Hausherren blieb jedoch unverändert hoch. Bernburg konterte die Führung jeweils postwendend, ehe dem wiederum treffsicheren Noah Balint mit dem 10:8 die erste Zwei-Tore-Führung gelang. Die Bernburger ließen sich aber nicht abschütteln. Der Abstand wuchs bis zwei Minuten vor der Pause (15:13) nicht weiter an. Drei Strafzeiten in den Schlussphase des ersten Abschnitts brachten etwas Platz auf dem Feld, den die Harzer zu zwei weiteren Toren und einer 17:13-Pausenführung nutzten.

Aus den Kabinen kamen die Gäste wieder mit mehr Sicherheit, die Wernigeröder produzierten wie schon in Halbzeit eins zahlreiche Fehler. Bernburg verkürzte den Rückstand, ehe Martin Kübler nach einer rüden Attacke gegen Lucas Conradi die Rote Karte sah (37.). Zwar gelang den Gästen in Unterzahl der Anschlusstreffer zum 20:19, doch dann war es wiederum Noah Balint, der seine Farben mit zwei seiner insgesamt elf Treffer in ruhigeres Fahrwasser brachte.

Torhüter pariert zahlreiche Bälle

Nach einer Auszeit von HVW-Trainer Jens Kaufmann erhöhte Lucas Conradi auf 24:20, auch die sofortige Auszeit der Saalestädter brachte die Wernigeröder nicht aus dem Rhythmus. Michael Grawe, der nun das Tor hütete, parierte zahlreiche Bälle und der HVW-Express kam ins Rollen. Fünf Treffer in Folge brachten eine entscheidende 29:21-Führung (49.). Das Wernigeröder Trainergespann wechselte durch, dadurch ging die Konzentration etwas verloren und die nie aufgebenden Bernburger verkürzten bis zur Schlusssirene auf 34:28. Nicht gut gespielt, aber am Ende verdient gewonnen, so war das Fazit der Zuschauer nach der Partie.

Ähnlich fiel auch die Analyse von Trainer Jens Kaufmann aus: „Beide Halbzeiten waren mit viel Licht, aber auch mit viel Schatten zu sehen. Tolle Spielzüge mit viel Tempo, aber auch viele Unkonzentriertheiten im Zuspiel und Abschluss. Das Positive dabei ist, dass wir trotzdem immer wieder zurück finden und das machen wir als Mannschaft richtig gut. In der Analyse werden wir das teils fehlerhafte Spiel ansprechen. Es muss uns gelingen, dieses zu minimieren, um unser Ziel den dritten Tabellenplatz zu verteidigen, zu erreichen.“

Statistik

HV Wernigerode: Stein, Grawe - Richter (1/1), O. Christiansen (3), Balint (11/5), Schulze (1), Conradi (8), Jahn (2), Eilers (5), Hoffmann (2), König (1);

Zeitstrafen: HV Wernigerode 3 - SV Anhalt Bernburg II 8;

Siebenmeter: HV Wernigerode 7/6 - SV Anhalt Bernburg II 6/4.