Wernigerode l Für einen Spieltag hat der Tennisverband Sachsen-Anhalt den Spielbetrieb in der Winterrunde wieder aufgenommen, ehe nach einer Verlautbarung des Deutschen Tennis Bundes (DTB) und den Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie der vorzeitige Abbruch beschlossen wurde. Sportredakteur Ingolf Geßler sprach hierzu mit Maximilian Pefestorff, Vizepräsident und Ressortleiter Sport im Tennisverband Sachsen-Anhalt (TSA).

Der Tennisverband Sachsen-Anhalt war der einzige Landesverband, der die Winterrunde zunächst durchgeführt hat. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Im Gegensatz zu vielen anderen Landesverbänden, in denen gegenwärtig sogar der Trainingsbetrieb in der Halle untersagt ist, konnte der TSA entsprechend der aktuellen Verordnung sowie der Freigabe durch das Ministerium für Inneres und Sport seine Punktspiele, ohne die Durchführung des Doppels, planen. Wir haben in dieser Zeit verschiedene Anfragen von Spielern und Spielerinnen bekommen, die sich eine zeitnahe Fortsetzung des Spielbetriebs ohne Doppel gewünscht haben. Die Sportkommission und das Präsidium haben sich mit diesem Auftrag beschäftigt und in enger Absprache mit den Betreibern der Halle einen Spielbetrieb unter eingeschränkten Rahmenbedingungen ermöglicht. An dieser Stelle möchte ich den verantwortlichen Hallenbetreibern für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in dieser Zeit danken.

War es im Nachhinein eine falsche Entscheidung?

Ich habe mich in der Zeit der Vorbereitung auch mit meinen Sportwarte-Kollegen aus Bayern, Sachsen oder Schleswig-Holstein über die aktuelle Situation ausgetauscht. Ich kann versichern, dass jeder Landesverband bemüht ist, einen Spielbetrieb für seine Spieler und Spielerinnen zu organisieren. Das haben wir für den TSA auch versucht und ermöglicht. Doch mit der kurzfristigen angekündigten Aussetzung der Leistungsklassen- und DTB-Wertung bis 3. Januar 2021, die erst nach unserer Ankündigung veröffentlicht wurde, hat der Spielbetrieb ein wesentliches Element verloren, das die Spieler und Spielerinnen zur aktiven Teilnahme motiviert.

Im Hinblick auf das steigende Infektionsgeschehen und möglicher strengerer Maßnahmen durch die Politik, besteht zudem ein Risiko der Hallenschließung in Sachsen-Anhalt. Der Ausfall weiterer Zeiten hätte dazu geführt, dass wir nicht genügend Kapazitäten gehabt hätten, um die Begegnungen bis zum Beginn der Freiluftsaison zu beenden. Schon aktuell standen drei Hallen nicht mehr zur Verfügung. Die Absage war unter Berücksichtigung dieser Aspekte leider unumgänglich.

Die Vereine kritisierten nach Fortsetzung des Spielbetriebs eine fehlende Rückzugsfrist analog zum Sommer. Wie sind Sie mit der Kritik umgegangen?

Ich möchte den Vereinen an dieser Stelle danken, die mich oder andere Präsidiumsmitglieder persönlich kontaktiert haben oder den Kontakt über die Geschäftsstelle gesucht haben. Durch das Feedback konnte das Präsidium getroffene Entscheidungen nochmal neu bewerten. Eine Rückzugsfrist mit verringertem Ordnungsgeld wurde danach gewährt. 18 von insgesamt 93 Mannschaften hatten bis zum vergangenen Sonntag zurückgezogen. Mit dem Beschluss der kompletten Absage haben wir im Präsidium einstimmig beschlossen, dass wir die Mannschaftsmeldegebühren komplett zurückzahlen und kein Ordnungsgeld verhängen. Ich denke, dass wir damit im Sinne der Vereine gehandelt haben.

Mit den Hallen-Landesmeisterschaften der Aktiven und Senioren in Halberstadt würde einer der nächsten Höhepunkte in Halberstadt stattfinden. Gibt es hierzu schon einen neuen Stand, ob dieses Turnier stattfinden soll?

Mit Jörg Behrenroth (Vizepräsident Seniorensport/d.Red.) bin ich so verblieben, dass wir im neuen Jahr nach Rücksprache mit dem Präsidium entscheiden. Das Turnier ist für Mitte Februar angesetzt, sodass noch etwas Zeit für die Entscheidung verbleibt. Ich würde mir eine Durchführung wünschen. Diese ist aber nur mit akzeptablen Rahmenbedingungen für das Freizeit- und Sportzentrum Halberstadt, dem TSA und den Spieler*innen möglich. Darüber hinaus habe ich mich mit der Sportkommission verständigt, dass wir alternative Wettkampfangebote diskutieren wollen. Diese hängen jedoch von der Entwicklung des Infektionsgeschehens und den tatsächlichen bestehenden Möglichkeiten ab.