Zum 50-jährigen Gründungsjubiläum hatten sich die Frauen der Gymnastikgruppe aus der Turnhalle am Zerbster Amtsmühlenweg zum etwas anderen Sportabend eingefunden. Diesmal wollten sie sich nicht sportlich betätigen. Sie wollten dieses seltene Jubiläum angemessen in aufgelockerter Runde feiern.

Zerbst l Zudem wurde vom Vizepräsidenten des Kreissportbundes Anhalt-Bitterfeld (KSB) und Präsidenten des TSV Rot-Weiß Zerbst, Wolfgang König, Übungsleiterin Christine Kalina mit einer Ehrenurkunde geehrt.

Mit liebevoller Unterstützung der Grundschule "Astrid Lindgren" war die schmucke Schulsporthalle für die kleine Jubiläumsfeier nett hergerichtet worden. Die Hauptpersonen, die Frauen der seit 1963 bestehenden Gymnastikgruppe, waren fast vollständig vertreten.

"Du hast die Gruppe prima zusammen gehalten."

Wolfgang König, Vizepräsident des Kreissportbundes Anhalt-Bitterfeld,

Neben Wolfgang König hatte sich noch eine kleine Abordnung der Grundschule mit Schulleiterin Heike Bengler eingefunden. Platz hatten auch Siegrid Gerloff und Ilse Panjas von den TSV-Sportsenioren genommen.

Ein Höhepunkt der kleinen Feier war die Überreichung der Ehrenurkunde in "Würdigung außerordentlicher Verdienste für die Entwicklung des Sports" durch König an die seit 35 Jahren als Übungsleiterin tätige Kalina. "Du hast die Gruppe prima zusammen gehalten. Mit Hilfe von Gisela (Gisela Graßmé - d. Red.) hast Du über Jahrzehnte eine ganz tolle Arbeit geleistet. Hast Dich sogar zur Übungsleiterin qualifiziert", würdigte der TSV-Präsident die immer noch sehr engagierte Zerbsterin. Als Anerkennung für ihren Einsatz überreichte die Gruppe von Gisela Graßmé noch eine Eintrittskarte für ein Musical in Hamburg.

Die heute 77-jährige Kalina hatte Ende der 70er Jahre diese Aufgabe von Martha Rülicke übernommen. Rülicke, so hörte man aus den Gesprächen immer wieder heraus, war mit ihren Kommandos und ihrem Tamborin unnachgiebig bei den sportlichen Übungen. Das bestätigte Annita Fiske, die fast auf den Tag genau von Anfang an dabei ist.

"Das war anstrengend, hat aber trotzdem viel Spaß gemacht. Früher wie heute ist es noch immer der prima Zusammenhalt, der uns gern hierher kommen lässt", meinte die gebürtige Zerbsterin. Ilse Baumgart erwähnte die immer am Aschermittwoch stattfindenden tollen Faschingsfeiern. "Mittwochabend ist ja sowieso unser Sportabend. Da passt es mit dem Aschermittwoch. Als gelernte Schneiderin habe ich mich dann um die Kostüme gekümmert. Einmal hatten wir als Motto ¿Schwanensee\' ausgegeben. Einfach toll", meinte die immer noch rüstige Gymnastin.

Zusammenhalt zählt

Überhaupt scheint es der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung zu sein, die solch ein spürbar gutes Gruppenklima schaffen. Die Älteste, die 91-jährige Gitta May, meinte dazu: "Man merkt das vor allem, wenn man krank ist. Mitglieder der Gruppe sind dann immer da, kümmern sich um einen." Das älteste aktive TSV-Mitglied ist jeden Mittwoch dabei. "Außer bei Krankheit und Glatteis bleibe ich zu Hause", meinte sie.

In dem von der Gruppe sehr gut aufgenommenen Grußwort von Heike Bengler wurden diese Aspekte noch einmal hervorgehoben. "Solch einen Zusammenhalt wünscht man sich für jedes Team", meinte die Schulleiterin.

50 Jahre Woche für Woche gemeinsam in der Gruppe Sport treiben, da stellt sich die Frage nach Verletzungen. "Die hatten wir. Einmal ist eine Sportfreundin über den Medizinball gestürzt. Und vor Kurzem ist eine Brille kaputt gegangen. An an mehr kann ich mich nicht erinnern", meinte Christine Kalina, die übrigens als Dankeschön an jede Sportkameradin eine in weißem Schleierkraut eingebundene rote Rose überreichte. So, wie es die Vereinsfarben vorgeben.

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