Zerbst l Bereits Freitagabend treffen sie im ersten Heimspiel der Landesklasse 5 auf TuS Dessau-Kochstedt. Am Sonntag steht dann das Kreispokal-Finale gegen die FSG ESV Lok/Blau-Weiß Dessau an. In der Landesklasse 5 starteten sowohl die Zerbster als auch die Dessau-Kochstedter mit Niederlagen. Die TuS-Kicker verloren daheim gegen SV Graf Zeppelin 09 Abtsdorf klar 0:4. Für Zerbst endete das Auswärtsspiel beim SV Glück Auf Möhlau bekanntlich nach 2:0-Führung mit 3:6.

Freitagabend kommt mit Holger Koppeng ein alter Bekannter in das Zerbster Jahnstadion. Er spielte in der Serie 2010/11 in Rot-Weiß, fungierte damals mit dem heutigen TSV-Coach Florian Sens sogar als Trainer. Beide sind befreundet, doch diese Freundschaft wird dann für 90 Minuten ruhen. Ein vorheriges Austauschen über das heutige Spiel gab es laut Aussage von Florian Sens nicht. „Wir hatten vorher miteinander telefoniert, weil wir das Spiel kurzfristig auf Freitag, 18 Uhr, verlegen wollten. Ein großes Dankeschön dafür, dass es geklappt hat“, so Sens, der sich auch mehr Zuschauer erhofft.

Die Gäste haben ein anderes Gesicht als noch zu Kreisoberliga-Zeiten, wo sie hier gegen die Zweite gespielt hatten. Sie mussten einige Abgänge verkraften, konnten aber auch einige gute Neuzugänge, u.a. aus Sandersdorf/Thalheim und Reppichau verbuchen. Für sie ist es die zweite Saison in der Landesklasse 5 und sie haben sich den Klassenerhalt auf die Fahnen geschrieben.

Für die Rot-Weißen heißt es, sich nach dem verdienten Halbfinal-Sieg im Kreispokalfinale vorerst auf das heutige Spiel zu konzentrieren und den Kopf nicht schon beim Finale am Sonntag zu haben.

Da sieht Florian Sens keine Probleme. „Es ist eher so, dass das gefühlte Highlight letzten Samstag war. Jetzt liegt der Fokus erstmal klar auf Kochstedt. Erst dann werden wir uns auf das Sonntagsspiel konzentrieren. Für mich persönlich ist das Ligaspiel erst einmal wichtiger als das Pokalspiel.“

Heute Abend und auch am Sonntag muss der Coach erneut auf den verletzten Kapitän Carsten Kosel verzichten. Ansonsten geht er davon aus, dass der Kader wie beim Pokalspiel zur Verfügung steht.

Heute Abend sollen drei Punkte klar das Ziel sein. Dazu hofft der Coach, dass „das was letzte Woche beim Derby automatisch da war, die Konzentration und Motivation, auch heute wieder abgerufen werden können“. „Das müssen wir hinkriegen. Das wäre enorm wichtig und hatte in Möhlau auch gefehlt“, sagte er.

Auftrieb für Sonntag

Ein heutiger Sieg wäre wichtig für die Moral und könnte – wenn das sicher auch nicht nötig ist – noch mehr Auftrieb für den Sonntag geben. Da treffen die Zerbster auf den Kreisoberligisten FSG ESV Lok/Blau-Weiß Dessau, dessen Trainer Andreas Schmohl beim Halbfinalspiel im Jahnstadion war, um sich ein Bild zu machen.

Was Schmohl da zu sehen bekam, überraschte ihn - jedoch im negativen Sinn. „Die beiden Mannschaften spielen immerhin eine Klasse höher als wir. Aber vom Hocker gerissen hat mich die Partie nicht unbedingt“, sagte er danach im Gespräch mit der MZ. „Zerbst ist nicht unschlagbar, wir sind keineswegs chancenlos.“

Dies beeindruckte Florian Sens gar nicht. „Wir haben gut gespielt und stehen im Finale. Wir müssen auf uns schauen und werden mit der Disziplin vom Halbfinalspiel alles geben, um am Ende den Pokal in den Händen zu halten. Wir lassen an unsere Zielstellung, den Pokal zu holen, auch keine Luft rankommen. Wenn wir gewinnen, haben wir alles richtig gemacht und am Ende zählt bei solchen Pokalspielen nur der Sieg.“

Sollte dieser am Sonntag am frühen Nachmittag – das Spiel wird um 11 Uhr angepfiffen – feststehen, wäre genügend Zeit für eine Feier. Darüber hat sich Florian Sens zwar noch keine Gedanken gemacht, sagte aber: „Wenn es klappen sollte, werden wir kreativ sein.“

SR Ligaspiel: Tobias Burg (Germania Roßlau).

SR Pokalspiel: nicht angegeben.