Zerbst l In zwei Spielen kassierte der TSV gleich zehn Gegentore. Dabei hatten die Rot-Weißen noch Glück, dass die Gäste in der Anfangsphase nur den Querbalken des von Ricardo Werner gehüteten Gehäuses trafen bzw. Werner in großem Stil klären konnte. Kurz danach hatten die Bernburger den Torschrei schon auf den Lippen. Doch der Ball sprang vom Innenpfosten aus dem Tor.

„Das Vorhaben, das wir hatten, zu Hause eine Reaktion zu zeigen, ging kläglich in die Hose. Der Kopf spielt einfach momentan nicht mit und das macht uns schwere Beine. Somit sind wir einfach nicht bei der Sache“, bemängelte TSV-Trainer Jens Borchers.

Die Gäste spielten schnell und schnörkellos und die Rot-Weißen waren vorwiegend mit Abwehraufgaben beschäftigt. Die wenigen Entlastungsangriffe verpufften meist. „Wir schaffen es nicht mal, eine Pass-Stafette über zwei, drei Stationen zu spielen. Entweder spielt der Erste schon einen Gurkenpass oder der Pass-Empfänger ist gar nicht bei der Sache“, so Borchers.

In der 43. Minute schlugen die Gäste dann zu. Constantin Andreas Günther erzielte die verdiente 1:0-Führung.

In der zweiten Halbzeit kam es dann ganz dicke. Von der 53. bis zur 71. Minute erhöhten die Bernburger durch Robin Schöppe und zweimal Daniel Ochmann auf 4:0. Die Partie war entschieden. Positiv war zwar, dass sich die Rot-Weißen nicht aufgaben und nach dem Treffer von Florian Sens auf 1:4 verkürzen konnten (78.). Doch dies war auch nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Endstand

Denn in der 84. Minute setzte Tobias Große mit dem Treffer zum 5:1-Endstand für die Saalestädter noch einen drauf.

Ernüchterung herrschte im Zerbster Lager und bei den Fans und Zuschauern machte sich längst Unmut breit. „Ich kann die Zuschauer verstehen, die an der Barriere standen und sich fragten, was wir die Woche über eigentlich machen, denn es war katastrophal, was wir auf den Platz gebracht haben. Da gebe ich den Leuten recht“, räumte auch Jens Borchers ein.

So eine richtige Erklärung fand der 32-Jährige (noch) nicht: „Wir geben richtig Feuer im Training und da funktioniert auch Vieles, aber wir kriegen es einfach nicht hin, das Erlernte bzw. dass, was wir uns im Training erarbeitet haben, samstags auf den Platz zu bringen. Es liegt nicht an der Fitness, es liegt in den Köpfen. Der Kopf ist irgendwie nicht frei.“

Vielleicht bekommen die Zerbster den Kopf nun frei, denn sie haben bis zum 14. September Spielpause. Da wartet dann um 15 Uhr der punktlose Verfolger SV 1889 Altenweddingen, der in drei Spielen drei Niederlagen kassierte. Da sollten und müssen die Rot-Weißen dann etwas Zählbares mitnehmen.

„Der schlimmste Fehler, den wir machen können, ist, dass wir alle schmollen oder negativ in die nächsten Spiele gehen, auch unsere Fans und Zuschauer. Das bringt keinen weiter, wenn die Zuschauer abwinkend abhauen. Wir müssen alle zusammen rücken und uns aus diesem Loch rauskämpfen. Es ist noch eine lange Saison. Wir müssen punkten und das schaffen wir nur gemeinsam“, fordert Borchers.

TSV Zerbst: Werner – Fischer (46. Fambach), S. Sens, Alarich, Elze (69. Leps), F. Sens, Kosel, Frens (46. Schweika), Lude, Möhring, Schröter; SR: Kopp, Michael - Aken; ZS: 57.