Gommern l Die Nedlitzer hatten sich viel vorgenommen, hatten jedoch „in der ersten Halbzeit zu wenig investiert“, meinte der Coach. Gommern versuchte es mit langen Bällen und suchte Mentzel, der stets für Gefahr sorgte. In der 13. Minute stürmte SC-Keeper Marcus Hoffmann bei einem SVE-Angriff aus seinem Kasten. Es gab einen Strafstoß, den Schmidt mit Glück zum 1:0 verwandelte. „Das war das Optimum für Gommern und warf unsere Taktik gleich über den Haufen“, kommentierte Bizuga.

Nedlitz fing sich schnell und kam zu guten Chancen. Marcel Kilz passte gekonnt genau in die Nahtstelle zu Maximilian Müller, der nur den Pfosten traf (23.). Dann kam eine gute Ecke von Eduard Hahn auf Christian Schmidt. Sein wuchtiger Kopfball wurde noch auf der Linie geblockt (36.). Nach erneuter Ecke setzte Toni Haberland das Leder per Kopf knapp über den Kasten von Julian Kerzel.

Kurz vor der Pause hatte der SC noch Glück. Tschorkowski setzte sich gut gegen Hannes Mielchen durch. Doch Mielchen blieb dran und so zischte der Schuss am langen Pfosten vorbei. Dann wurde Mielchen rüde gefoult und seine Emotionen gingen mit ihm durch, so dass ihm Schiedsrichter Ebeling die rote Karte zeigte.

Für Gommern ging es mit der Führung glücklich in die Kabine. Bizuga machte deutlich, was er erwartete. „Acht Bälle in die Tiefe waren zu hoch oder zu lang. Das muss genauer sein“, mahnte er und erwartete, dass sein Team auch in Unterzahl gegen hält.

Dies taten die Nedlitzer gut. „Vom Kampf her und vom Willen kann ich ihnen keinen Vorwurf machen“, lobte auch Bizuga. Die Gäste ackerten und kamen zu guten Abschlüssen, doch Fortuna kehrte ihnen wohl am Samstag den Rücken. Zuerst flankte Müller mustergültig auf Mario Hosenthien, der nur die Latte traf. Der Ball sprang auf die Linie, wo ihn Kerzel im Nachfassen unter sich begraben konnte (49.). Der SC machte weiter Druck. Kilz kam an die Kugel, traf aber auch nur das Gebälk (57.).

„Dreimal Aluminium“, konnte es Bizuga nicht fassen. Gommern igelte sich ein und lauerte auf Konter. Bei einem Rückpass von Schmidt kam Mentzel an den Ball und versenkte ihn zum 2:0 (76.). Nur drei Minuten später rutschte Haberland aus und Mentzel hatte keine Mühe, zum 3:0 einzuschieben (79.).

Die Partie schien entschieden, dennoch keimte Hoffnung auf. Als sich Heiko Juskowiak energisch durchsetzte und im 16er gefoult wurde, verwandelte Kilz den Elfer souverän – 1:3 (83.).

Durch die Verletzungsunterbrechung war genug Zeit, um noch Tore zu erzielen. Gommern versuchte, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. In der 88. Minute sah Weber noch Gelb-Rot und personell war das Gleichgewicht hergestellt. Der SC versuchte alles, doch es gelang erneut den Ehlestädtern, Zählbares zu erreichen. Ein langer Ball kam auf Falkenberg, der mit einem sehenswerten Lupfer den 4:1-Sieg perfekt machte (90.).

„Wir hätten das Spiel nicht verlieren dürfen. Wir haben es in der Halbserie bis auf Samswegen nicht geschafft, unten stehende Mannschaften zu besiegen“, so Bizuga, der „enttäuscht“ war und bilanzierte, dass sein Team das, was es „in der zweiten Halbzeit investiert hatte, von Beginn an hätte zeigen müssen“. „Wenn man aus acht Chancen nur einen Strafstoß nutzen kann und Gommern macht aus vier Chancen vier Tore, hat das effizientere Team gewonnen.“

Jetzt können die Nedlitzer, die dennoch mit 24 Punkten auf einem sehr guten vierten Tabellenplatz überwintern, erst einmal durchatmen und ihre Wunden lecken, bevor es am 29. Februar 2020 mit einem Heimspiel gegen Olvenstedt weiter geht.

SC Nedlitz: Hoffmann – Mielchen, Haberland, Tinaglia, Juskowiak, Hosenthien, Hahn, Kuklin (82. Gehrmann), Schmidt, Müller, Kilz; Rot: Mielchen (45.+5, Nedlitz), Gelb-Rot: Weber (88., Gommern), Mentzel (89., Gommern); SR: Ebeling, Thorsten - Gardelegen; ZS: 20.