Nedlitz l Dabei begann die Partie verheißungsvoll, als Kevin Nitschke von Eduard Hahn punktgenau bedient wurde und er die Kugel an die Latte köpfte. Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn der Ball das Ziel gefunden hätte.

„Diese Situation war bezeichnend für den Verlauf des Spiels. Nach jeder Chance hatten wir viel Leerlauf“, sagte SC-Trainer Dirk Bizuga, der vom Auftreten seines Teams „sehr enttäuscht“ war. „Wir haben uns einfach zu wenig bewegt, hatten keine Ideen und agierten viel zu umständlich.“

Zugegeben, Gommern stand mit Abwehrketten sehr tief, aber Nedlitz fiel nichts ein, um die Defensivreihen zu knacken. Nach sechs Minuten klingelte es im Kasten von SC-Torhüter Sebastian Wicher. Die gesamte Nedlitzer Abwehr wurde überlaufen. Wicher lief raus und Florian Mentzel traf per Flugkopfball ins leere Tor zur 1:0-Führung. Nach dem frühen Rückstand ging „kein Ruck durch die Mannschaft“, bedauerte Bizuga, der „mehr erwartet hätte“. „Wir waren nicht zielstrebig genug und haben auch unsere Außen nicht eingesetzt.“

In der 34. Minute erhöhte dann Pascale Tschorkowski mit einem straffen Schuss aus der zweiten Reihe auf 2:0 für die Eintracht. „Es war die zweite Chance und der zweite Treffer. Wir machten uns gegenseitig runter, statt uns zu puschen, denn Zeit für eine Ergebniskorrektur war genügend da“, war der Coach sauer.

„Gommern ging sehr hart in die Zweikämpfe und einige taktische Fouls wurden nicht geahndet. Sie hatten Glück, dass einige nicht Gelb-Rot sahen“, meinte der 46-Jährige, der in Halbzeit zwei taktisch umstellte und zwei Stürmer aufbot.

Dies zahlte sich aus. Nedlitz spielte stärker und hatte gleich drei bis vier gute Möglichkeiten. Doch Marcel Kilz, Paul Gehrmann und Nikolai Kuklin vergaben diese teils kläglich oder scheiterten an SVE-Keeper Kerzel. „Dass wir die Bälle zwei, drei Meter vor dem Tor stehend nicht unterkriegen, ist ein echtes Manko“, kritisierte der Trainer.

Zweite Hälfte

Gommern kam in Hälfte zwei nicht einmal vor das SC-Tor und verwaltete den Vorsprung. Auch die Überzahl nach der gelb-roten Karte gegen Degener in der 78. Minute konnte der SC nicht nutzen. „Der Auftritt war unbefriedigend und enttäuschend. Wir haben zu wenig Effizienz gezeigt und noch Gastgeschenke verteilt. Es war ein verpatzter Auftakt“, bilanzierte Bizuga.

Zu allem Übel kam noch die Verletzung von Maximilian Schulze hinzu, der sich am Oberschenkel einen Pferdekuss zugezogen hatte.

Die Pleite gilt es nun auszuwerten, denn am Samstag kommt mit Samswegen der nächste „robuste Gegner“. „Ohne Laufbereitschaft geht es eben nicht. Ich denke, wir hätten noch zwei Stunden spielen können und hätten kein Tor gemacht. Vor dem Tor war es zu wenig und hinten standen wir zu löchrig. Das müssen wir abhaken. Samswegen ist ein harter Brocken und ich hoffe, dass wir dann etwas reißen“, blickte der Pretziener schon voraus.

Nedlitz: Wicher (56. Semenow) – Juskowiak, Mielchen, Tinaglia, Hosenthien, Hahn, Nitschke, Kuklin, Gehrmann, Kilz, Schulze (46. Barnetz); SR: Kopp, Michael (Aken); ZS: 42.