Gehrden l Am Sonnabend steht das erste Testspiel an. Sportredakteurin Simone Zander sprach mit dem Trainer, Andreas Schunke, über Vorhaben und Ziele für die neue Serie.

Volksstimme: Platz vier und 31 Punkte nach dem Abbruch der Saison aufgrund der Corona-Krise. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Andreas Schunke: Grundsätzlich sieht das ja sehr positiv aus. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass wir noch viele schwere Spiele ausstehend hatten und in der Saison gegen den dann Ersten aus Möser überhaupt nicht gespielt haben. Das heißt natürlich nicht, dass wir in diesen Spielen keine Punkte geholt hätten, aber es wäre schon sehr schwer gewesen. Aus diesem Grund denke ich, sieht der abschließende Tabellenstand etwas zu positiv für unsere aktuelle Leistungsstärke aus.

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Ihr Team gehört zu den besten im Jerichower Land. Macht es Sie stolz, dass ihr Landsportverein so gut mithalten kann?

Mich macht vor allem stolz, dass wir es immer noch hinbekommen, als kleiner Landverein zwei Mannschaften zu stellen. Dies ist sicher u.a. dem geschuldet, dass es andere Vereine leider nicht mehr gibt. Trotz alledem erfordert es auch immer wieder eine enorme Kraftanstrengung, da wir bisher keine Möglichkeit haben und es eigentlich auch nicht unserer Philosophie entspricht, Spieler mit finanziellen Mitteln auszustatten. Hoffnung für die Zukunft schöpfe ich natürlich aus unseren aktuellen Nachwuchsteams.

Nach einem super Start hakte es etwas, aber Ihr Team kam immer wieder in die Erfolgsspur. Wie beurteilen Sie das?

Aus meiner Sicht ist dies unserem engen Kader geschuldet. Im Großen und Ganzen waren wir gut besetzt und wir konnten auch in fast allen Spielen gut mithalten bzw. sie auch teilweise gut gestalten. Uns fehlen aber in entscheidenden Momenten in engen Spielen oft die Optionen, um nochmal frische Impulse zu bringen oder zu variieren. Es gibt halt Spiele, in denen immer mal ein Spieler etwas schwächelt oder nicht in bester Form ist. Diesen dann gleichwertig zu ersetzen, ist selten machbar. Ein möglicher Austausch führt meist zu Umstellungen, die immer erst mal Unruhe bringen. Das ist dann in den Ergebnissen erkennbar.

Sie können oft mit Spielern Ihrer Zweiten ergänzen?

Lobenswert ist der Einsatz der Jungs von unserer Zweiten als Ersatz in Heimspielen nach schon erfolgtem eigenen Spiel. Dies macht sich manchmal bemerkbar, da verständlicherweise die Spritzigkeit dann nicht mehr so vorhanden ist. Aber das ist mir am Ende egal, da der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung maßgeblich für mich sind.

Auswärts ist die Statistik erneut positiver als auf dem Heimplatz. Können Sie das erklären?

Ja, wie schon zuvor erwähnt, hatten wir zuhause bereits drei der vier härtesten Gegner. Da fehlten uns zum Teil ein Quäntchen Glück und Kampfesmut, um gegen Gladau und Genthin wenigstens einen Punkt zu behalten. Mehr wäre aber auch nicht drin gewesen, das muss man dann halt anerkennen. Gegen Güsen/Parey lieferten wir eines unserer schlechtesten Spiele ab und somit ging auch dieses korrekt mit 0:3 daneben. Auswärts war aber auch nicht alles bestens. Da wäre das 2:2 in Hohenwarthe, beim abgeschlagenen Tabellenletzten zu sehen und auch das 0:1 in Bergzow, wo bei besserer Chancenverwertung ein Punkt drin gewesen wäre. Dem gegenüber steht jedoch ein sehr glücklicher Auswärtssieg in Brettin/Roßdorf, den wir hauptsächlich unserem Torwart Dennis Böttge zu verdanken hatten.

Sie hatten immer wieder auch personelle Engpässe. Wie konnten Sie dieses Problem immer wieder lösen?

Die Personalsorgen begleiten uns eigentlich schon über Jahre. Das sieht aus meiner Sicht auch in den nächsten paar Jahren nicht viel besser aus. Da hoffe ich natürlich weiterhin auf die Unterstützung unserer ehemaligen Spieler, die immer noch eine gute Leistungsstärke aufweisen. Ebenso wünsche ich mir, wenn der eine oder andere sehr gute Spieler, der leider den Fußball nicht so prioritär betrachtet, uns trotzdem hin und wieder mal unterstützen könnte. Und ansonsten müssen Ralf Schmidt (Trainer des VfL II – d. Red.) und ich ab und zu mal aushelfen. Hier ist ja das Gute, dass man in der Zweiten immer mal aus- und wieder eingewechselt werden kann. Aber das sollte die Ausnahme sein und bleiben.

Im Kreispokal gab es ein frühzeitiges Aus. Ärgert Sie das?

Also der Pokalwettbewerb ist ja bekanntlich der kürzeste Weg, um Titel zu erringen. Aber das bekommen wir schon seit Jahren nicht hin und da ist sogar manchmal der Gegner egal. Wenn ich jedoch unsere stetigen personellen Engpässe sehe und das dann natürlich auch auf die Pokalspiele zutrifft, bei denen wir manchmal auch mit zwei Mannschaften ran müssen, dann bin ich eigentlich nicht so sehr verärgert. Unser Fokus liegt auf dem Durchhalten aller Ligaspiele für beide Mannschaften. Da darf nichts ausfallen.

Ihr Team steht auf Rang drei der Fairnesstabelle. Erfüllt Sie das mit Stolz?

Sicher finde ich das sehr positiv. Gerade wir können es uns eigentlich nicht leisten, unnötige Sperren hinzunehmen. Deshalb ärgert mich manche unnötige Verwarnung trotzdem noch. Aber klar ist auch, alles kann man sicher nicht vermeiden. Fußball ist Emotion und die gehört auch dazu. Ich denke auch, dass das ein Zeichen unserer gemeinsamen Anstrengungen von Trainer und Mannschaft ist.

Sie haben nach der Corona-Pause wieder trainiert. Wie ist der aktuelle Stand?

Entsprechend den jeweiligen Anwesenheiten trainierten wir gemäß den Hygienevorschriften sofort wieder. Dies machen wir wie in den ganzen letzten Jahren immer gemeinsam mit allen möglichen Spielern unserer Männerteams. Alles andere macht auch keinen Sinn, da es einzeln zu wenige wären aufgrund beruflicher und anderer Abwesenheiten. Leider sind aufgrund der ganzen Abwesenheiten die Trainingsmöglichkeiten eher eingeschränkt. Daher geht es mehr um Fitness und allgemeines Ballgefühl. Konkrete Situationen sind mangels der dazu notwendigen Spieler eher selten möglich.

Wann steigen Sie mit Ihrer Mannschaft in die direkte Vorbereitungsphase auf die neue Saison ein?

Im Prinzip haben wir, wie zuvor beschrieben, nach Freigabe eigentlich wieder nach unterschiedlichen Möglichkeiten begonnen, etwas zu machen. Wir hatten vom 16. bis 19. Juli unser Trainingslager in Ückeritz durchgeführt. Dieses konnten wir mit 15 aktiven Spielern aus beiden Mannschaften durchführen. Die Einheiten waren sehr intensiv. Leider konnten wir in diesem Jahr kein Abschlussspiel durchführen, da die Corona-Freigabe in Mecklenburg erst ein paar Tage zuvor erfolgte. Die freie Zeit nutzten wir dann aber noch für eine ausgiebige Fahrradtour. Wir hatten noch einen Mannschaftsabend der beiden Teams durchgeführt, um die Sinne zu schärfen. Leider waren aber auch hier wieder einige zeitlich verhindert.

Welche Testspiele haben Sie vereinbart?

Zum einen spielen wir heute um 13 Uhr bei Germania Roßlau II und am 22. August, um 15 Uhr gegen Güterglück/Walternienburg. Am 29. August haben wir noch ein Spiel bei Zerbst II um 12.30 Uhr und am 5. September in Loburg vereinbart. Die beiden letzten Spiele hängen jedoch noch vom Saisonstart ab und fallen aus heutiger Sicht wohl aus.

Gibt es Veränderungen im Kader oder sonstige Veränderungen?

Leider ist es uns nicht gelungen, Spieler für unsere Mannschaften zu gewinnen. Des Weiteren möchte Steffen Leps ruhiger treten und nur noch aushilfsweise zur Verfügung stehen. Das müssen wir akzeptieren. Grundsätzlich wäre es ausreichend, wenn alle überwiegend anwesend wären und wir vom Verletzungspech verschont bleiben würden. Aber da das aus Erfahrungen nicht so eintreten wird, wäre es natürlich toll und notwendig, wenn wir noch Spieler für uns gewinnen könnten. Ein Spieler unserer Zweiten, Benny Landgraf, ist wieder in die Region gezogen und kann damit hoffentlich wieder öfter dabei sein.

Wie lautet das Saisonziel?

Mein Saisonziel heißt, jedes Spiel bestmöglich zu gestalten. Der Fußball soll wieder Spaß machen und von Corona verschont bleiben. Nach Möglichkeit sollte es auch für beide Mannschaften hier und da mal einen Erfolg geben. Die Saison mit beiden Mannschaften durchzuhalten, um im nächsten Jahr das 70-jährige Jubiläum unseres VfL kräftig feiern zu können, ist das übergeordnete Ziel.

Was wünschen Sie sich für die neue Spielzeit?

Faire und spannende Spiele und immer ausreichend Personal für beide Mannschaften. Weiterhin erhoffe ich wieder zahlreiche Unterstützung von unseren Fans, Sponsoren, Helfern und Familien, denen ich für die vergangene Saison auch im Namen beider Mannschaften und Trainerteams danken möchte. Bleibt uns und unserem VfL Gehrden weiterhin positiv gewogen, so dass wir immer mal nach schönen und auch mal weniger erfolgreichen Spielen interessante Gespräche bei einem Kaltgetränk führen können. Und abschließend wünsche ich mir in heutigen Zeiten, dass alle gesund bleiben und wir die Möglichkeit haben, im Sommer nächsten Jahres unser Fußballjubiläum feiern zu können.