Aufgrund der Strukturreform wird die Serie für die Zerbster sehr schwer werden und sie müssen gleich von Beginn an konzentriert zu Werke gehen. Volksstimme sprach mit dem Kapitän Robert Herold.

Volksstimme: Wie fällt Ihr Fazit für die vergangenen Serie aus?

Robert Herold: Wir haben unser Saisonziel teils, teils erreicht. Wir wollten schon ein, zwei Plätze weiter nach vorn. Aber das Wichtigste war der Klassenerhalt. Den haben wir, trotz der Ligenstruktur-Reform, geschafft, aber die Entwicklung der Mannschaft hätte ein bisschen besser sein können.

Woran lag es konkret?

Wir konnten unser Potenzial nach hinten heraus nicht mehr so ausspielen, wie ich mir das gern gewünscht hätte.

Was lief besonders gut oder auch nicht?

Wir haben, wenn ich die letzten zwei Jahre nehme, eine recht gute Heimstärke entwickelt. Wir tun uns dafür aber auswärts teilweise schwerer, vor allem gegen eigentlich gleichwertige Gegner. In den engen Spielen fehlt dann ein Stück weit die Konstanz und sicherlich auch die Qualität beim einen oder anderen.

Gibt es Einzelkritik?

Nein, soweit würde ich nicht gehen. Wir gewinnen als Mannschaft und wir verlieren als Mannschaft. Gut war, dass wir mehr ausgeglichene Spiele gemacht haben. Es ist nicht mehr so, dass wir mit Robert Heydrich oder Manuel Wassersleben dieses überragende Einzelergebnis haben. Die Leistungsdichte hat sich etwas erhöht. Wir haben die Ausreißer nach unten nicht mehr und sind ein Stück weit enger zusammen gerutscht. Im Großen und Ganzen hat es sich schon verbessert, aber im Gesamtergebnis haben wir nicht den entscheidenden Schritt nach vorn gemacht. Wobei ich der Meinung bin, dass die Bahn das hergegeben hätte.

Wie sieht der Kader für die neue Serie aus?

Es bleibt weitgehend beim Alten. Wir haben letztes Jahr gesundheitsbedingt auf Sven Palmroth verzichten müssen. Das bleibt auch für die neue Saison so. Er wird uns aber weiterhin als Coach, Betreuer und Organisator zur Verfügung stehen. Dafür haben wir mit Andreas Wienicke aus Leitzkau einen sehr guten Ersatz gefunden, der uns verstärken wird. Wir werden aber aus personellen Gründen dafür Hannes Bräse an die Dritte abgeben.

Mit wie vielen Spielern gehen Sie in die Saison?

Wir sind dann nominell acht Spieler. Wir wissen aus der Vergangenheit, dass wir jeden brauchen und wenn Bedarf ist, auch Unterstützung bekommen. Wir haben einige aktive Kegler aus gesundheitlichen Gründen verloren, vor allem in der Dritten war es ein großer Aderlass. Wir werden deshalb keine vierte Mannschaft mehr aufstellen können. Wir sind froh, wenn wir die Dritte vernünftig auf die Bahn schicken können.

Wen zählen Sie zu den Favoriten der 2. Bundesliga Ost, die sich nach der Reform etwas verändert hat?

Klarer Favorit ist für mich Zwickau. Das ist sicherlich die ausgeglichenste und stärkste Mannschaft in der Liga. Danach wird man sehen, wer am besten reinfindet und wie die Saison startet. Aufgrund der Heimbahnen muss man Markranstädt mit dazu zählen, die auch eine ausgeglichene Mannschaft haben und in den letzten Jahren in ihrer Liga immer mit vorn dabei waren.

Wie sieht Ihr Ziel aus?

Mein Ziel ist es, ins vordere Mittelfeld zu gelangen. Wir sind eine Zwölferstaffel, dass heißt, es werden mindestens drei Mannschaften absteigen. Je nachdem, wie es dann ausgeht. Theoretisch ist es so, dass nur drei Mannschaften absteigen dürfen, im schlimmsten Fall aber vier. Deswegen wäre ich zufrieden, wenn wir uns unter die ersten Fünf spielen. Von Platz vier bis Platz sechs wäre alles gut.

Wird es aufgrund der zwölf Mannschaften noch ein härteres Programm?

Dass wir etwas weitere Fahrtwege haben, damit muss man in der Bundesliga rechnen. Aber das Niveau in der neuen Liga wird deutlich höher sein, als letztes Jahr. Das ist ja auch der Grund dieser Ligenstruktur, wieder Bundesliga-Niveau zu erhalten bzw. das Niveau generell anzuheben. Und das ist auch gut so.

Sie hoffen sicher auf einen guten Start?

Wir werden sehen, wie es sich entwickelt. Ich denke, nach den ersten vier bis fünf Spieltagen werden wir mehr wissen. Vor allem, wie die Aufsteiger sich dann reinfinden. Wir müssen auf jeden Fall ein Stück drauflegen. Vor allem in den Spielen gegen die direkten Konkurrenten um vielleicht diesen Platz vier oder fünf müssen wir in der Lage sein, jederzeit zu punkten.

Wen sehen Sie da als direkte Kontrahenten?

Das werden wie in den letzten Jahren Elsterwerda und Mücheln sein. Aus der anderen Staffel kommt Stollberg. Auch Freiberg muss man sehen. Sie haben sicherlich einen Vorteil durch ihre Heimbahn. Dann kommt auch Schönebeck hinzu, je nachdem, wie sich da die Abgänge bemerkbar machen. Und aus der anderen Staffel auch die Aufsteiger SV Leipzig und bei uns Sandersdorf. Da muss man sehen, wie sie sich in der Liga zurechtfinden. Unsere direkten Konkurrenten werden aber Elsterwerda, Mücheln und Stollberg sein.

Bleiben Sie weiterhin der Mannschaftsleiter?

Ich gehe davon aus. Bisher hat noch keiner an meinem Stuhl gesägt. Ich habe zumindest nichts festgestellt, denn ich nehme immer mal einen anderen (lacht).