Zerbst l Volksstimme sprach mit Teamchef Timo Hoffmann über die tolle Serie.

Eine erfolgreiche Saison konnte mit dem Gewinn des deutschen Pokals abgeschlossen werden. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Es war wieder eine sehr erfolgreiche Saison mit dem wichtigsten Titel, der Deutschen Meisterschaft. Das hatten wir uns als Ziel gesetzt. Auch die zweiten Plätze in der Champions League und im Weltpokal sind große Erfolge. Und ich denke, auch mit dem deutschen Pokalsieg war die Saison sehr erfolgreich.

Ihre erfolgsverwöhnte Fangemeinde erwartet oft mehr, gerade international?

Die zweiten Plätze sind ärgerlich. Das muss ich schon sagen. Wir haben beide Finals gegen Gegner verloren, die nicht am oberen Limit gespielt haben. Da hatten wir uns ein Stück weit gerade mit dem geschlagen, was uns normalerweise auszeichnet, mit der mangelnden Geschlossenheit in der Mannschaft. Ansonsten denke ich, wir leben über die Mannschaft. Das hat man in der Saison auch wieder gesehen.

Apropos Ausgeglichenheit. Wie schätzen Sie Ihr Team ein?

Wir haben nicht die überragenden Einzelspieler, wie beispielsweise Podbrezova. Ich bin der Meinung, dass wir von Nummer eins bis acht durchgängig Topleute haben, die halt immer unterschiedlich in der Serie zu ihrem Saisonhöhepunkt kommen und natürlich auch mal Zeiten haben, wo es nicht ganz so funktioniert. Aber das ist im Sport auch normal.

Gibt es Einzelkritiken oder möchten Sie einen Spieler besonders hervorheben?

Die schwerste Aufgabe hatte Jürgen Pointinger. Es war nie mein Plan zu sagen, Axel Schondelmaier geht und Pointinger kommt. Aber er ist ein bisschen in die Rolle geraten, immer mit ihm verglichen zu werden, was überhaupt nicht funktioniert. Axel war viele Jahre in Zerbst und hatte sich auch reinfinden müssen. Jürgen ist derjenige, der am schnellsten von allen Neuzugängen reingefunden hat. Er hat eine überragende Saison gespielt und in den wichtigen Spielen immer getroffen. Er passt in diese Mannschaft, sowohl als Typ als auch auf der Kegelbahn. Er kommt auch über den Kampf und das sieht man. Er bringt uns extrem weiter.

Über die Saison gesehen, hat immer ein Spieler herausgestochen. Ich sehe Sie zum Beispiel. Sie haben auch eine hervorragende Serie mit bombastischen Ergebnissen hingelegt.

Meine Rolle ist immer bekannt. Erstmal bin ich derjenige, der sich das ein bisschen von außen anschaut. Und in der Saison war es schon notwendig, dass ich frühzeitig mit dem Training angefangen hatte. Klar habe ich sehr sehr gute Spiele gemacht, aber nicht besser und nicht schlechter als die anderen auch.

Warum hat Uros Stoklas das Team verlassen?

Uros hat bei uns fünf Jahre ganz hervorragende Leistungen gebracht, hat mit uns sehr viele Titel geholt und hat uns immer weitergeholfen. Es hatte viele verschiedene Gründe für diese Entscheidung gegeben, die ich im Detail nicht erläutern möchte. Aber die Leistung, die er bei uns gebracht hat, die war hervorragend und dafür sag ich ihm auch vielen Dank.

Wie kompensieren Sie den Abgang?

Wenn wir unsere Mannschaft anschauen, müssen wir darauf achten, dass wir uns auch in der Struktur und im Alter etwas verändern. Ich habe jetzt die Chance, mit dem Österreicher Philipp Vse- tecka aus Schwabsberg einen 31-Jährigen zu bekommen, der sicherlich schon gute Ergebnisse in der Bundesliga gezeigt hatte und sehr gute Leistungen auf internationalem Niveau. Er spielt seit Jahren international. Das war für mich ganz wichtig. Jetzt liegt es wieder an der Mannschaft, ihn ein bisschen an die Hand zu nehmen und zu integrieren. Aber darüber mache ich mir die wenigsten Gedanken. Ich hatte mit ihm viele Gespräche geführt und ich freue mich auf ihn. Mein Ziel ist ganz klar, Alt gegen Jung zu tauschen. Und das ist mir in dem Fall relativ gut gelungen.

Haben Sie schon Zielvorgaben für die neue Saison?

Das vorrangige Ziel ist wieder die Deutsche Meisterschaft. Ich weiß noch nicht, was sich da auf der Wechselbörse tun wird. Aber Staffelstein wird sicherlich besser und Bamberg schöpfte durch den Sieg bei uns auch Selbstvertrauen. Aber man sieht, dass wir über die ganze Saison trotzdem deutlich die beste Mannschaft waren. Es war auch nicht knapp. Wir hatten fünf Punkte Vorsprung. Es wird unser Ziel sein, dass wir in der neuen Saison die guten Leistungen wieder abrufen.

Und international?

International kristallisiert sich heraus, dass Podbrezova immer der engste Kandidat ist und dann wechseln sich die Meister, ob in Kroatien oder in Ungarn, ab. Da müssen wir zusehen, dass wir dort bestehen können. Aber letztendlich ist für mich immer die Deutsche Meisterschaft das Wichtigste.